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Agrarwende jetzt. Gesunde Lebensmittel für alle. [Taschenbuch]

Franz Alt , Brigitte Alt
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 186 Seiten
  • Verlag: Goldmann; Auflage: Originalausgabe (6. Oktober 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442151651
  • ISBN-13: 978-3442151653
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12,4 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 789.426 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de


Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 15.01.2002
Das Buch von Franz Alt zur Agrarwende ist für den Rezensenten Manfred Kriener nicht gerade originell oder tiefschürfend. Die Probleme der Bauern, ihr Produktionsalltag, werden von Alt eher theoretisch betrachtet, kritisiert er. Alt propagiere Zukunftsentwürfe einer weitgehend vegetarisch lebenden Gesellschaft. Sein Buch, so Kriener, sei "leidenschaftlich" geschrieben und wolle "entlarven". Das heißt mit anderen Worten:, es predigt Moral und spricht im Brustton der Anklage und Überzeugung.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

BSE-infiziertes Rindfleisch, mit Antibiotika vollgepumptes Schweinefleisch, Dioxin-Hühner, genmanipulierter Mais - was kann man heute eigentlich noch gefahrlos essen? BSE-Krise und Schweinemast-Skandal erweisen sich als Super-GAU der Europäischen Landwirtschaftspolitik. Der gesundheitsbewusste Verbraucher geht auf Diät. Und nicht nur verschrobene Wollsockenträger wollen nunmehr den Wahnsinn stoppen. Verbraucher und Politiker kämpfen inzwischen landesweit gegen die Lobbyisten für artgerechte Tierhaltung und umweltbewusst nachhaltiges Wirtschaften. »Schluss mit den Agrarfabriken«, fordert der Kanzler. 20 Prozent Bio-Bauern hat sich die neue Verbraucherministerin Renate Künast zum Ziel gesetzt. Zukunftsforscher Franz Alt ist kühner: Bis 2030 gibt es in der EU nur noch Öko-Bauern, so lautet seine Prognose. Ist das realistisch? Wer bezahlt's? Heute werden 50 Prozent des gesamten EU-Haushalts für Subventionen der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt. Das Geld, das heute in die alte industrialisierte Landwirtschaft investiert wird, reicht aus für die ökologische Agrarwende. Franz Alt zeigt, welche Chancen der konsequente Abschied vom maroden agrarindustriellen System birgt und wie eine zukunftsfähige Landwirtschaft aussehen kann: Moderne Technologie im Einklang mit der Natur. Die Agrarwende ist mehr als eine Berufswende für die Bauern, denn Landwirtschaftspolitik ist Gesundheitspolitik und geht uns alle an.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wann kommt die Argarwende?, 29. Dezember 2001
Rezension bezieht sich auf: Agrarwende jetzt. Gesunde Lebensmittel für alle. (Taschenbuch)
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Marko Ferst

Landwirtschaftsministerin Renate Künast erklärte kürzlich, sie rechne damit, auch in den nächsten drei bis fünf Jahren werde es BSE-Fälle in Deutschland geben. Kürzlich wurden zwei neue Fälle aus Bayern und Hessen gemeldet. Insgesamt sind es jetzt 124. Vor einem Jahr hatte das Auftreten der Krankheit zu einem Zusammenbruch des Rindfleischmarktes geführt. Heute wird fast soviel Fleisch konsumiert wie vor der Krise. Also alles in Ordnung, nur noch ein paar Einzelfälle?
Franz Alt, Moderator der 3sat-Sendung „grenzenlos" und erfolgreicher Umweltautor, sieht dies anders. Sein neues Buch trägt den programmatischen Titel „Agrarwende jetzt". Für ihn gehört die ganze Landwirtschaft auf den Prüfstand und das BSE-Desaster ist nur ein Fingerzeig, der darauf aufmerksam machen könnte: Eine grundlegende Reform stünde an.
In den Schlagzeilen der letzten Jahre stehen immer wieder BSE-Kühe, Dioxinhühner oder der neueste Hormonskandal - Auswüchse einer Politik, die vor lauter Sucht nach Höchsterträgen, den Bauern den „Schwarzen Peter" zuschiebt. Kartoffeln, Mais, Schweine und Schafe wachsen nach den Maßen der Natur - Pflanzenfresser zu Fleischfressern umzuerziehen, ist ganz normaler Menschenwahnsinn, wo man sich dann über BSE nicht wundern muß, referiert Alt.
Die Rinderseuche kostete der Europäischen Union bis zum Jahresende 2000 zwölf Milliarden Mark. Das Einkommen der englischen Bauern sank seit der Krise um 60%, viele verschuldeten sich massiv, 50.000 mußten aufgeben. In England starben schon über 100 Menschen an der Jakob Kreutzfeld Krankheit, die Universität Oxford schätzt in den nächsten 40 Jahren könnten es bis zu 136.000 sein. Der britische Biologe Steven Dealer hatte 1990 als erster Wissenschaftler vor der BSE-Katastophe gewarnt. Er meint: „Es werden sehr wahrscheinlich mehr sein".
Heute geben jedes Jahr 15.000 Landwirte in Deutschland ihre Höfe auf. Seit 1950 sind das 1,1 Millionen. Zugleich hält die Europäische Union die Hälfte ihres Haushalts, das sind derzeit jährlich 60 Milliarden Mark, für die Subventionen in der Landwirtschaft bereit. Aber nur noch ein Drittel der Mittel kommt beim Bauern an, so führt Franz Alt aus. Das übrige seien Kosten, die durch eine verfehlte Landwirtschaftspolitik verursacht werden. Erst produziert man Überschüsse, hinterher müssen sie für viel Geld vernichtet werden. Die Bauern verfügen über unterdurchschnittliche Einkommen, müssen dafür aber oft überdurchschnittlich lange und unregelmäßig arbeiten.
Doch was empfiehlt Franz Alt, wie kann die Agrarwende aussehen? Bis 2030 sollte die gesamte Landwirtschaft schrittweise auf biologischen Landbau umgestellt werden. So hat Österreich heute schon 15% Biobauern, die Schweiz 8%, Deutschland aber erst 2,5%. Dabei konnten sechs Monate nach der ersten BSE-Kuh in Deutschland Ökoläden ihren Umsatz um 80 Prozent steigern. Würde man in den nächsten Jahrzehnten die Landwirtschaftssubventionen nicht mehr für Flächenstillegungen, Lebensmittelvernichtung und auch manch andere unsinnige Aktionen verwenden, sondern dafür investieren, daß gesunde Nahrung mit ökologischen Anbaumethoden produziert wird, dann könnte die Landbauwende recht schnell in Gang kommen. Es gibt keinen vernünftigen Grund warum man hier die Subventionen nicht umlenken können sollte, wohl aber Interessenvertreter, die um ihre Pfründe bangen.

Hinzu kommen muß: In Deutschland gibt es heute ungefähr 500 Professoren für Land- und Forstwirtschaft und nur etwa 1% davon sind ökologisch orientiert. Verbesserungsfähig ist die Vermarktung von Bioprodukten. Nicht nur auf dem Bauernhof, sondern auch in der Kaufhalle um die Ecke sollten sie erhältlich sein. Viele unsinnige Tiertransporte über große Distanzen würden eingespart werden können, wenn sich das im Zuge einer neuen EU-Landwirtschaftspolitik nicht mehr lohnen würde. Noch immer werden z.B. „Belohnungen" gezahlt für den Export von Rindern. Aber auch der Verbraucher muß sich kritische Fragen stellen lassen, so Franz Alt. Zwar seien nach Umfragen etwa 80% der Deutschen gegen Käfighaltung von Hühnern, aber nur 10% kaufen wirklich Eier von freilaufenden Hühnern. Dies sei praktizierte Tierquälerei.
Immer muß auch die ökologische Gesamtbilanz in der heutigen Agrarwirtschaft betrachtet werden. Wenn man für die Herstellung von einem Brot ungefähr einen halben Liter Erdöl verbraucht, in 30 bis 40 Jahren werden diese Rohstoffquellen erschöpft sein, dann wird es uns auch nicht mehr helfen, daß wir alle Produkte ökologisch kontrolliert angebaut haben. Die Landwirtschaft ist mit 10-15% am Treibhauseffekt beteiligt, so fallen bei der Tierzucht große Mengen an Methan an. Die Belastung unserer Biosphäre mit diesen enormen Risikoeffekten müssen wir versuchen drastisch abzubauen. Dies behandelt Alt nur sehr am Rande. Aber das gehört mit zu der Prüfung, vor die wir gestellt sind.

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4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Eigentlich gute Gedanken, aber zu viele Allgemeinplätze, 12. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Agrarwende jetzt. Gesunde Lebensmittel für alle. (Taschenbuch)
Die für die Umstellung der Landwirtschaft sprechenden Punkte sind gut dargelegt, auch die möglichen Wege zur Durchführung sind durchdacht und gut dargestellt. Leider trifft dies auf die Kritikpunkte zu anderen Formen der Landwirtschaft nicht zu. Diese sind eindeutig vorhanden und könnten gut recherchiert auch überzeugen. Leider sind hier aber keine Hintergründe aufgearbeitet worden, der Autor verwendet häufig Allgemeinplätze und oberflächliche, publikumswirksame Verurteilungen. Durch diese einseitige Schwarz-weiß-Sicht verliert das Buch viel an Überzeugungskraft, was aufgrund des wichtigen und zu befürwortenden Themas sehr bedauerlich ist, insbesondere, da eventuellen Einwänden gegen eine solche Umstellung der Landwirtschaft durchaus auch mit fundierten naturwissenschaftlichen Argumenten begegnet werden könnte. Solche sind zwar vereinzelt vorhanden, verlieren aber inmitten der nicht gut recherchierten Punkte wesentlich an Überzeugungskraft. Im Vergleich zu dem letzten Buch dieses Autors, das ich gelesen hatte, war ich von diesem Buch enttäuscht.
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