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Agnes
 
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Agnes [Gebundene Ausgabe]

Peter Stamm
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 153 Seiten
  • Verlag: Arche Verlag (1. Mai 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3716024031
  • ISBN-13: 978-3716024034
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 11,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 332.531 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Es ist ein schmales Bändchen, mit dem der Schweizer Autor Peter Stamm sein Debüt als Schriftsteller gibt. Vordergründig erzählt er eine wunderbare Liebesgeschichte zwischen einer amerikanischen Physikstudentin und einem jungen Journalisten, der Nachforschungen zu seinem Buch über Eisenbahnen betreibt.

Doch glückliche Liebesgeschichten sind nicht interessant, "denn Glück macht keine guten Geschichten" meint Agnes, und so ermuntert sie ihren Freund, eine Erzählung über sie und ihre Liebe zu erfinden. Es geht nicht gut aus, denn immer mehr greift die erfundene Handlung in ihre Realität ein und bald verschwimmt für die beiden die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit.

Peter Stamm hat in seinem ersten Roman Agnes das gar nicht so leichte Kunststück fertiggebracht, einen gehaltvollen Inhalt durchsichtig schillernd und schwebend leicht wie eine Seifenblase zu verpacken -- sehr zur Freude seiner Leser. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Neue Zürcher Zeitung

Lesezeichen

Rieselnde Wirklichkeiten

«Agnes»: Peter Stamms beeindruckendes Erzähldébut

Der 35jährige Winterthurer Peter Stamm, bisher hervorgetreten als Autor luzider «Nebelspalter»-Satiren, legt mit «Agnes» seinen ersten Roman vor. Von Satire kann bei diesem Text nicht die Rede sein, und doch: deren Unerbittlichkeit ist auch hier zu spüren. «Agnes» ist, gleich sei's gesagt, ein kluges, in jeder Hinsicht überzeugendes Buch über ein grosses, anstössiges Thema – den Skandal des Todes in einer restlos auf- und abgeklärten Welt. Brüskierend führt der Beginn in medias res: «Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet.» Stamms Text verströmt von Anfang an eine unterkühlte Trauer, auch den Ton einer Beichte glaubt man zu vernehmen. Mit gutem Grund, denn es könnte auch heissen: «Meine Geschichte hat sie getötet.»

Doch der Reihe nach: Im Lesesaal der Public Library des winterlichen Chicago trifft ein Schweizer Sachbuchautor, der über US-LuxusEisenbahnwagen recherchiert, auf eine weit jüngere Physikerin. Schnell kommen sie einander näher, auch auf Grund seines Eifers, ihr elfenhaftes, in sich gekehrtes Wesen zu entschlüsseln. Zunächst wie zufällig, dann aber in immer strengerem Takt tritt das Generalthema Tod auf. So etwa, wenn eine junge Frau leblos auf dem Gehsteig liegt, wenn Agnes, gebannt vom tödlichen Unfall, einer Kindheitsfreundin berichtet oder wenn ihre Sorge fast aufsässig um die Zeugenschaft, die «Spuren» kreist, die einer nach seinem Ableben hinterlässt (oder eben nicht). Bei diesen Miniaturen ist kein Wort zuviel, sie folgen dem zurückgenommenen, sachlich-kargen Erzählton und bleiben als vibrierende Rätsel stehen. Stamm beherrscht seine Mittel und weiss sie entschieden und verbindlich einzusetzen.

Wo Leben ist, muss Tod sein

Agnes' obsessives Bescheidwissenwollen über die Ränder des Lebens läuft der Profession dieser wie durchsichtigen, mignonartigen Gestalt nicht wirklich zuwider. Agnes betreibt Grundlagenforschung über atomare Kristallgitter. Unerbittliches Aufdecken, bis es nichts mehr aufzudecken gibt – das regt zu entsprechendem Denken auch über die Existenz an: «Ganz tief in fast allem ist Symmetrie.» Wo Leben ist, muss Tod sein, die Drift zur andern Dimension erscheint zwingend. Was aber ist Tod? Agnes nimmt das Leben so ernst, dass sie seiner Rückseite auf den Grund gehen muss. Das ist riskant, und ein böses Ende nicht auszuschliessen.

Agnes' gesellige Seite erschöpft sich in wenigen Freunden, mit denen sie musiziert. Der Familie hat sie sich wie im Affekt entledigt: «Ich bin kein sehr sozialer Mensch.» Auch die Liebe verkommt ihr zur Simulation, zum kaum erträglichen Spiel und Schein; sie ist ihr unheimlich. Der Erzähler, nie beim Namen genannt, vermag ihre Zweifel nicht zu zerstreuen. Als Agnes ein Kind von ihm erwartet und er sich nicht dafür erwärmen kann, zeichnet sich ein erster Riss ab. Hinzu kommt, dass Louise, eine neue Bekanntschaft des Erzählers, die in ihrer Hemdsärmligkeit Agnes erfrischend konterkariert, seinen Hang zur Symbiose aufweicht.

Das Scheitern der Schwangerschaft bringt Agnes vollends aus dem Lot. Ein vom Liebhaber wie im Spass begonnenes Beziehungstagebuch gewinnt mit der Verschüttung an Gewicht und Dynamik. Sie hatte ihn gedrängt, seine einst auf Eis gelegte Schriftstellerei wieder aufzunehmen und eine «Liebesgeschichte mit dir und mir» zu schreiben; aber, dies die Bedingung: «Es muss schon stimmen.» Er sträubt sich, über «lebende Personen» zu schreiben, weil er «keine Kontrolle darüber» habe, welchen Volten seiner Phantasie diese dann unterworfen seien – eine Aussage, die wie eine Vorahnung anmutet. Denn in der Trauer um das ungeborene Kind zieht Agnes sich aus der Beziehung, aus ihrem Leben, zurück: «Du musst es aufschreiben, (. . .) du musst uns das Kind machen. Ich habe es nicht geschafft.» Die «lebendige» Geschichte soll der Ersatz sein für das Vitale, das ihr abhanden kam. Ausgestattet mit diesem Auftrag, wird der Berichterstatter zum Erfinder, der Rapport zum Roman: «Jetzt war Agnes mein Geschöpf.»

Raffinierter Abgleich

Ein raffiniert gemachter Abgleich zwischen Erdachtem und Geschehen setzt nun ein – was nicht gelebt werden kann, soll wenigstens in der Schrift Gestalt annehmen: «Ich habe die Gegenwart überholt (. . .), ich weiss schon, was geschehen wird.» Die Schlüsselfragen der Beziehung lassen sich nur noch über den Umweg der Geschichte einbringen. Beide Betroffenen, auch der Spiritus rector, regredieren zu blossen Zaungästen des Geschehens: «Wir sassen nebeneinander auf dem Sofa, las ich und wartete einen Moment. Aber Agnes rührte sich nicht, und ich fuhr fort: (. . .) als ich sprechen wollte, hatte ich alles vergessen. Also sagte ich nur: ‹Willst du zu mir ziehen?› Ich hielt inne, wartete und schaute Agnes an. Sie sagte nichts. ‹Und?› fragte ich. ‹Was sagt sie?› fragt sie. Ich las weiter.»

Dort, wo die Phantasie das Zepter übernimmt, hat die Erzählung ihre faszinierendsten Passagen. Mit der unheimlichen Verwandlung des Realen ins Mediale spricht Peter Stamm mit leichter Hand, aber präzise an, was die Gegenwartsliteratur zu einem grossen Teil umtreibt, aber von ihr nur selten so elegant vermittelt wird: In unserer Welt der rieselnden und rutschenden Wirklichkeiten lässt sich immer müheloser auf Echtheitszertifikate für Erfahrungen verzichten. «Das Buch Agnes» delegiert die Lebensführung an den Text, macht Biographie zum Spiel. An der Schnittstelle zwischen Existenz und Fiktion zieht der Regisseur seine Fäden, in – nebenbei gesagt – recht selbstherrlicher, ja machohafter Attitüde. Man könnte daraus eine hurtige Kritik ableiten. Doch lohnt es sich, darüber hinaus zu denken. Der Roman als Auffangbecken, als Drehbuch eines anders nicht mehr lebbaren Lebens: Stamms Kunst besteht darin, diesen schwierigen Sachverhalt mit seiner Geschichte plastisch und begreifbar zu machen.

Zwar bemüht sich der Ich-Erzähler redlich um die rosige Wendung des Textes. In der Weichzeichner-Version der auf einen «guten Schluss» hin gedrechselten Geschichte gibt es eine Heirat, das Kind darf leben, ein zweites Kind gar. Doch der heimlich auf der Festplatte abgespeicherte «Schluss 2», das wie in Trance entstandene und «einzig mögliche», weil «wahre» Ende verschafft sich Gehör, gegen alle Widerstände. Für Agnes heisst das, dass auch ihr heimliches Begehren durch den Text gerechtfertigt erscheint: Der Ballast des Selbst-Leben-Müssens fällt von ihr ab, ihre «Spur» ist gesichert.

Der Erzähler verdichtet die empfangenen Signale und entwirft – zum eigenen Erschrecken – Agnes' bevorstehenden Tod. Nun obliegt es ihr, dem Sog nachzugeben. Sie reisst aus in den Nationalpark, der ihr einst so imponiert hatte, weil man die Natur das ehemals bewohnte Gelände zurückerobern liess. So wohl wie nie hatte Agnes sich dort gefühlt, «nackt und ganz nah an allem», Teil eines grossen Zusammenhangs. Mit ihrem Rückzug in den Schnee, jenem Traum, den auch Robert Walser oft geträumt hat, spielt sie die ihr zugedachte Rolle zu Ende. Aus Text wird Realität, und was bleibt und zeugt, ist wohl oder übel ein beschriebenes Blatt oder eher: ein Datenfile.

Und der Leser? Auch er ein Zeuge: nicht nur eines faszinierenden literarischen Ernstfalles, sondern zugleich eines fulminanten Schweizer Débuts.

Norbert Staub -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unmöglichkeit der Liebe 20. Oktober 2011
Von jury HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Was ist bloß Besonderes an der Schweiz, dass dort immer wieder so bedeutende Schriftsteller auftauchen? Zur Jetztzeit zählt der 1963 geborene Peter Stamm, der bereits mit seinem - allerdings erst im Alter von 35 Jahren veröffentlichten - Erstlingswerk "Agnes" Furore machte.

Der an Psychologie interessierte frühere Journalist Stamm postuliert die "Unmöglichkeit der Liebe". Ähnlich denkend möchte der Ich-Erzähler des Romans nicht den Reiz des alltäglichen Zusammenseins, der Geborgenheit und Vertrautheit mit der Physikerin Agnes zulassen. Das emotionale Wesen in ihm lebt eine Liebe auf Probe. Der in ihm schlummernde Schriftsteller sucht das Herausragende, den außergewöhnlichen Moment, über den sich zu schreiben lohnt. Sie begreift das Leben und befasst sich mit dem Tod, er wischt seine eigene Existenz weg, lebt in einem Neuzeit-Monument im 27. Stock und träumt von der Unvergänglichkeit ewigen Ruhms.

Zunächst als Spiel zwischen den Liebenden begonnen, entwickelt sich der Roman-Entwurf des Erzählers zum Postulat der Beziehung. Die Frage, ob sich die Lebensvorstellungen der beiden Liebenden zusammenbringen lassen, spitzt sich durch eine Schwangerschaft zu. Agnes - das Lamm - wird der Eitelkeit zum Opfer gebracht.

Peter Stamm behauptet, schon in der Sylvesternacht vor seinem 20. Geburtstag geistig mit dem Roman "Agnes" begonnen zu haben. Mag sein, dass der alltägliche Kerngedanke "Familie oder Karriere" in einem 20-jährigen, der sich gerade durch den zweiten Bildungsweg kämpft, zum Entwurf konkurrierender Existensmodelle führt. Doch der Roman "Agnes" des 35-jährigen Autors geht weit über das hinaus. Die zart angedeuteten, unmerklich in der Handlung entstehenden Bilder reichen von der Kälte und Erbarmungslosigkeit der Natur bis zum ewigen Irrweg der Menschheit, die nichts hinterlässt, allenfalls verwitterte Attraktionen für oberflächliche Touristenscharen. Das Schicksal der Liebenden wird ohne Parteinahme, allenfalls mit etwas etwas Trauer betrachtet: Denn nicht nur das Opfer verliert, sondern auch der Täter, weil er die Natur seines eigenen Wesens ignoriert, an die Möglichkeit eines Sieges über die Zeit glaubt. So ist auch der Täter ein Opfer, Opfer seines existenziellen Irrtums.

Agnes wünscht sich ein Leben aus Punkten wie das Bild pointilistischer Künstler. Bilder, die sich nicht erschließen, sondern verloren gehen, wenn man näher herantritt oder versucht, das Gemälde in Einzelelemente zu zerlegen. Wie ein Hologramm entsteht auch das Gesamtbild des Romans im Ganzen. So ist es keine gute Idee, Peter Stamms ersten Roman "literaturwissenschaftlich" in Konstruktionselemente zu zerlegen - etwa, wie es Kinder mit Tieren tun, da sie in ihrer Naivität noch nicht die Schönheit des Ganzen respektieren können. So ist man auch im Zwiespalt, ob man das analytische Lehrbuch Agnes von Peter Stamm; Interpretationshilfe Deutsch empfehlen soll - ganz sicher nicht jedenfalls als Vorab-Lektüre.

Als Zeitungs-Journalist lernt man schnell, dass die Hälfte der Leserschaft entfällt, wenn man lange Sätze schreibt. Peter Stamm reklamiert diesen kargen Stil als seinen Weg, durch wiederholte Verdichtung seine Texte auf das Wesentliche zu reduzieren und auf diese Art zu besonderer Ausdrucksstärke zu gelangen.

Bei aller Skepsis an solchen Interpretationen muss man unumwunden einräumen, dass ihm das vorzügliche gelingt. Ein Stamm-Büchlein von gerade mal 150 Seiten enthält mehr als mancher voluminöse Roman. Mehr Gefühl, mehr Fantasie, mehr Reflexion.

Statt der üblichen Abschlussbemerkung möchte der Rezensent mit tiefem Respekt ankündigen, dass in nächster Zeit von ihm hier alle Romane von Peter Stamm besprochen werden.

jury 5* A0758 20.10.2011eg
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Agnes erkältet sich 19. Oktober 2005
Format:Taschenbuch
1. Ausgangslage

Agnes, ist eine amerikanische Physikstudentin, die alleine, isoliert und von den Eltern verlassen im kalten, zugigen Chicago lebt und in der Public Library von Chicago an ihrer Dissertation arbeitet. Dort wechselt sie die ersten Blicke mit ihm, dem Ich-Erzähler, einem Schweizer Sachbuchautor, der dort für eine Geschichte über amerikanische Luxuszüge recherchiert. Die beiden kommen sich auf der Aussentreppe näher. Sie ziehen zusammen in ein Hochhaus, in eine Wohnung hoch oben.

2. Geschichte im Roman

Eines Tages fordert sie, die leicht Kränkliche, ihn auf, über sie und ihre gemeinsame Geschichte zu schreiben. Diese Geschichte innerhalb des Romans und die Realität vermischen sich insofern, als sie für Agnes zunehmend handlungsleitend wird, als die Fiktion in ihre Existenz eingreift.

Diese Geschichte im Roman ist die formelle Besonderheit des Romans, die von Peter Stamm virtuos gehandhabt wird, die auch Anfang und Ende nahtlos verbindet. Sehr speziell und reizvoll!

3. Liebe nur literarisch

Wie sich diese Zwei bemühen, umgängliche, normale, warme Menschen zu werden, wie das in der Geschichte literarisch geprobt wird, wie sie indessen in der Realität nicht aus ihrer Haut schlüpfen können und scheitern, das ist anrührend und tragisch. Die Liebe zeigt sich nur in der literarischen Fiktion.

4. Modern in jeder Hinsicht

Ein modernes, kleines, gutes Stück Prosa, das keine grosse Wärme ausstrahlt, aber gute Lektüre abgibt für ein paar Stunden. Modern insofern, als weibliche und männliche Zeitgenossen die Geschichte bevölkern, modern auch in formeller Hinsicht, reizvoll geschachtelt, nur mit dezenter Symbolik ausgestattet. Zeitgenossen insofern, als die grossen Gefühle eingezirkelt bleiben, die Personen keine Gesellschaftstiger sind und in der kleinen Welt kleine Anlässe grosse Folgen zeitigen. Die Helden sterben nicht mehr mit Getöse in der Schlacht; traurig bleibt es.

Der Roman war übrigens einmal im Literarischen Quartett, als es dieses noch gab: Selten gab es in diesem Kreis so viel unstrittiges Lob für einen Roman.

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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Spiel mit Realitäten 14. Oktober 2003
Von zueribueb TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Peter Stamms beachtlicher Erstling "Agnes" aus dem Jahr 1998 handelt von einem Ich-Erzähler und von Agnes, einem Journalisten und einer Doktorandin, die sich in der öffentlichen Bibliothek in Bibliothek in Chicago treffen und kennen lernen. Das ist der Beginn einer stürmischen und äusserst schwierigen Liebesgeschichte. Agnes bringt den Ich-Erzähler dazu, dass er ihre gemeinsame Geschichte aufschreibt. In der Folge wird die Geschichte doppelt erzählt, so wie sie wirklich gewesen ist und so wie sie in der fiktiven Geschichte war. Mit der Zeit vermischen sich die beiden Realitätsebenen zusehends, indem insbesondere die fiktive die reale Geschichte beeinflusst. Zudem wird ersichtlich, dass die Wahrnehmung von Realität sehr subjektiv ist. Die weibliche Sichtweise kann völlig anders zu der männlichen sein. Obwohl der Roman sehr interessant ist, wirkt er für mich etwas zu stark konstruiert und unterkühlt, was mich emotional nicht wirklich fesseln kann. Darum 3 statt 4 Punkte.
Neben der Liebe, als Ausdruck des Lebens, führt das Thema Tod als Antithese dazu wie ein roter Faden durch denn Roman. Der Anfang "Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet. Nichts ist mir von ihr geblieben als diese Geschichte." nimmt bereits den Schluss vorweg.
Agnes wird nur durch die Augen des Ich-Erzählers geschildert und dies erst noch auf zwei Realitätsebenen. Das ergibt eine sehr männlich-subjektive und einseitige Darstellung von Agnes. Darum ist sie eine sehr entrückte, unwirkliche und blutleere Figur. Fast ein Zerrbild von einer Frau. Der Roman erinnert mich in Bezug auf Erzählperspektive, Thematik und Sprache stark an "Homo Faber" von Max Frisch.
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Erwartet nichts Aufregendes
Finde das Buch ehrlich gesagt lahm und hätte es mir selber auch nicht gekauft. DOch was tut man nicht alles für Deutsch... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Tag von Florian Sauter veröffentlicht
eindringlich und zum Nachdenken
Eine zweifellos eindrückliche Geschichte, schnörkellos und perfekt erzählt.
Über Agnes kann man sich Gedanken machen, kein Zweifel. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Matoaka veröffentlicht
Empfehlenswert
Ein schönes Buch, das ich weiter empfehle! Ich habe einige Peter Stamm Bücher, mir persönlich liegen seine Kurzgeschichten etwas mehr, deswegen nur 4 von 5 Sternen. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von dacapria veröffentlicht
Agnes - bedrückende Grundstimmung
Ich hatte nach dem Klappentext auf eine Liebesgeschichte gehofft. Um Liebe geht es sicherlich auch, aber der erste Satz in dem Roman lautet: Agnes ist tot. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von B. Kugler veröffentlicht
Unsäglich bemüht postmodern
Bemüht ist wohl die treffendste Beschreibung. Der Autor hat sich offensichtlich alle Mühe gegeben, auf Teufel komm raus postmodern zu sein, und hat dabei eine... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von andvakan veröffentlicht
Atmosphärisch aber...
... schleppend. Bereits auf den ersten Seiten nimmt man als Leser die drückende, schwere Stimmung des Buches wahr. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Murphy veröffentlicht
Mich hat Agnes begeistert
Peter Stamms Agnes ist ganz sicher kein typischer Frauenroman, auch wenn der weibliche Name als Titel vielleicht darauf schließen lässt. Auch kein Roman mit Happy End. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Katrin Herz veröffentlicht
moderne Beziehungen und ihre Tiefen
Nachdem ich den Bänden "Blitzeis", "In fremdem Gärten" und "Wir fliegen" Ehrenplätze in meinem Bücherregal gegeben habe, musste es jetzt mal das... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Mai 2010 von hinz und kunz
Eine sprachliche Delikatesse
Der Roman von Peter Stamm hat - wie ein Rezensent schon erwähnt hat - große Ähnlichkeit mit dem Roman "Homo faber" von Max Frisch, da sich der Erzähler ein... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. März 2010 von Gerhard Braun
Agnes super Buch
Ein total schönes Buch, habe es schon an meine Schwester weitergegeben, damit ganz viel Menschen dieses Buch lesen.
Veröffentlicht am 15. Oktober 2009 von Andrea Bayer
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