Dies ist mein x-tes Werk von Dahlke, ich schätze ihn als Vordenker und sehr guten Analytiker in der Psychosomatik.
Auf dieses Buch war ich besonders gespannt, ich dachte, wenn Dahlke sich an ein Tabu-Thema unserer Zeit - Agression - heranmacht - dass vielen Lesern der Mund beim Lesen offen stehen bleibt.
Dem ist leider nicht so.
Wie auch in anderen Büchern geht Dahlke nicht über seine Deutungen hinaus, die auch bereits aus seinen vorangegangen Werken bekannt sind.
Für ein richtiges Verständnis des Buches ist die Kenntnis seiner Archetypen-Lehre notwendig, die hier nur anhand mythologischer, politischer und zeit-kultureller Ausflüge umrissen wird.
Im ersten Teil des Buches erklärt Dahlke hautpsächlich seine Archteypen Mars und Pluto, wobei die Deutungen und Beispiele für mich tlw. an den Haaren herbei gezogen sind: "Chirurgen arbeiten mit agressiven Werkzeugen mit Waffencharakter und üben ein Handwerk aus bei dem gestochen und geschnitten wird..., reißen sich um Operationen,... heimliche Faszination von Mars (=direkte Aggression)"
In solchen und anderen Beispielen versucht Dahlke zu provozieren, leider bleibt er dabei aber auf einer zu unpersönlichen und tlw. verurteilenden Ebene, sodaß man sich persönlich auch gar nicht angesprochen fühlen kann.
Fazit: Mir gingen praktische und beispielhafte Ansätze für Selbstentwicklung ab. Ich habe zum Thema Aggression nicht viel dazugelernt und lege das Buch in meiner Sammlung von "gute aber unhaltbare Konstrukte" ab.
Drei Punkte kriegts trotzdem weil der zweite Teil des Buches mit Krankheits-Deutungen wieder gute Denk-Ansätze liefert.