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Als Agent hinterm Eisernen Vorhang: Fünf West-Spione über ihre DDR-Erfahrungen
 
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Als Agent hinterm Eisernen Vorhang: Fünf West-Spione über ihre DDR-Erfahrungen [Taschenbuch]

Hannes Sieberer
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Edition Ost; Auflage: 1 (15. Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3360010922
  • ISBN-13: 978-3360010926
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 676.191 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Sie spionierten für die Amerikaner oder für deutsche Dienste in der DDR oder wurden wie der Westberliner Türke Erol Ünsalsudan von einer BRD-Institution geworben, einen Prominenten medienwirksam auszuschleusen. Sie alle wurden von der Spionageabwehr der DDR entdeckt, verurteilt und inhaftiert und von ihren Auftraggebern fallengelassen und vergessen. Die Berichte der verbrannten Spione offenbaren nicht nur die politischen Intentionen der Hintermänner. Sie liefern damit nachträglich den Beweis für die Notwendigkeit, daß sich die DDR wie jeder andere Staat auf dieser Welt vor Angriffen schützen mußte. Und dies auch erfolgreich tat. Und außerdem zeigen diese lebendigen Erinnerungen, wie mit den Gefangenen etwa in Bautzen II umgegangen worden ist.

Über den Autor

Kontakt mit der CIA als Oberschüler, Zusammenarbeit mit einem US-Geheimdienst 1976 bis 1982, Agentenführer mit Einsatz in der DDR, 1982 Verhaftung und Verurteilung wegen Spionage im besonders schweren Fall zu 15 Jahren, 1985 ausgetauscht, Studium der Politikwissenschaften, 1990 Promotion (»Nachrichtendienste in den internationalen Beziehungen«). Sieberer lebt als Politikberater in Österreich.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Wer eine spannende und "knallharte Abrechnung" mit dem MfS erwartet, wird enttäuscht (sein). Nicht nur die Umstände der Inhaftierung werden herausgearbeitet, sondern auch die Werbung für das Spionieren gegen den Osten. Die Autoren berichten aus ihrem Leben und geben zeitliche Hintergründe für ihr Tun und Handeln. Sie "arbeiteten" für und gegen einen Nachrichtendienst. Sie wurden ertappt/erwischt, laut geltenden Gesetzen verurteilt und im Zuge von politischen Maßnahmen wieder "freigekauft". Jeder hinterfragt >sein< Leben und gibt bereitwillig darüber Auskunft. Die Autoren beschreiben bildlich ihr Leben in den Haftanstalten der DDR - und keiner [!] beschreibt menschenunwürdige Behandlungen. Das Haftanstalten kein Hotel oder Kurheim sind, ist logo. Hier dürfte ein realistischer Blick - auch was die Zusammenhänge des politischen Hintergrundes betrifft - vorhanden sein, und nicht Knabe&Co. waren Pate der Schilderungen, sondern das erlebte Leben selbst.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Wie einfach wäre es doch, wenn die Welt schwarz/weiß wäre oder sich eben in gut und böse unterteilen ließe! Wie in schlechten Western. Hier die lieben Siedler, dort die bösen primitiven Rothäute, die obendrein kein Feuerwasser vertragen und dann nur noch herumpöbeln.

So ähnlich kommen einem auch viele westliche ( die östlich sind oft noch schwarz-weißer! ) Publikationen über den Kalten Krieg des Westens mit der DDR vor. Diese ist zwar seit dem 3.10.1990 mausetot, nicht aber der Kalte Krieg, der weiterhin mit ihr ausgefochten wird, meistens: postum.
Hier der immer gute freiheitliche Westen, dort das DDR-SED-Stasi-Unrecht, in dieser komparativen Schmähfolge. Als immer voll deutsch und demokratisch bezeichneten sich gleich beide Staaten, meinten damit aber jeweils wohl was anderes.

Dies vorausgeschickt, um damit das vorliegende Werk Sieberers auf den Punkt zu bringen. Er (Autor ) und es ( sein Buch ) verfallen nirgendwo in dieses lächerliche bis empörende kaltkriegerische Schwarz-Weiß-Denken.
Hier wird realitäts-bezogen und sachlich berichtet, wie der Westen sich mit seinen Spionen, sonen und solchen, der DDR heimlich und penetrant immer wieder näherte, so zwischen 1948 und 1989. Ab Anfang 1990 gab es de facto keine Stasi mehr und die westlichen Geheimdienste konnten in der DDR ein- und ausgehen, wie es ihnen beliebte: Die DDR hatte leise, unauffällig, versteckt, aber doch höchst real kapituliert, bedingungslos und vollständig. Der Westen hatte, aber vollauf, gesiegt.
Nun ja, wir wissen, daß dies nicht das Ende der Geschichte bedeutete, der Kampf ging weiter, aber an anderen Orten, auf anderen Ebenen und mit zumeist auch anderen Akteuren. Spionage, jeder gegen jeden, wird ein Teil der Menschheits-Geschichte bleiben, noch sehr lange.

Das vorliegende Buch berichtet, wie der Westen gegen die DDR spionierte, dargestellt an etlichen sehr spannend geschriebenden Berichten.
Dabei fiel mir vor allem die Lässigkeit der westlichen Dienste auf, mit der man seine eigenen Leute behandelte, die man über die Grenze, über den Eisernen Vorhang in die DDR schickte, wie wenig man sie vorbereitete, wie wenig man auf ihre Sicherheit und ihr Nicht-in-die-Fänge-Gehen der Stasi-Spionage-Abwehr achtete. Man nahm in vielen Fällen ihr Verhaftet- und Eingebuchtet-Werden billigend oder leichtfertig in Kauf.
Man fand anscheinend immer wieder genügend viele Bürger der DDR und auch Westler, welche bereit waren, für den Bund, für die Amis oder auch für die Briten oder sonstwen in DDR zu spionieren.
War es im Einzelfall die Lust auf Abenteuer, auf ein paar Mark extra auf die Hand, oder mag es auch aus politischer Überzeugung gewesen sein, dem Westen in seinem Wettkampf gegen den Osten, gegen die Kommunisten, gegen die Diktatur Der Russen, gegen das SED-Unrecht etc. selbst aktiv handelnd zur Seite stehen zu wollen. Vielleicht als einer, der "gegen das Unrecht da drüben" halt auch was aktiv unternahm.
Geht man die im vorliegenden Buch geschilderten Einzelfälle durch, dann fragt man sich immer wieder: " Die Motive der West-gegen-Ost-Spione, die mögen ja ganz ehrenwert, nachvollziehbar und menschlich verständlich gewesen sein, war aber das System der West-gegen-OSt-Spionage insgesamt und so von der tatsächlich ausgeübten Methode her denn überhaupt sinnvoll, professionell aufgezogen, oder war es im großen ganzen doch auch nur so etwas wie ein blinder und sinnloser Aktionismus ohne greifbaren Erfolg, der in seiner Nebenwirkung vielen gutmeinenden, aber naiven Möchte-gern-Spionen nur etliche wertvolle Jahre ihres Lebens kostete. Niemand von ihnen wurde von der Stasi getötet, aber jahrelang in Bautzen II und anderswo hinter Gefängnismauern eingesperrt festgehalten, und kann man deren Leben der Jahre als Zonenhäftling oder als (politischer?) Knacki in der DDR denn als Leben bezeichnen?
Auch Sinnlosigkeit ist wie ein kleiner Tod.

Und das alles kommt im vorliegenden Buch sehr gekonnt zum Ausdruck, auch wenn es sich vorwiegend um ganz sachlich und eng fachbezogen geschriebene
Berichte handelt. So sind sie doch oft erschütternd und insgesamt unbequem zu begreifen: " Nein, wir haben uns das Wirken als West-Spion in der DDR zwar nicht mit " James Bond " vergleichbar vorgestellt, aber so, wie es dann real ablief, eben auch nicht: triste verwahrt, aber stets korrekt und stets frei von Mißhandlungen aller Art, jahrelang zu Bautzen II, also im " Gelben Elend " ( wegen der Farbe seiner Backsteine ) einhucken müssen, nur, um ein paar sinnlose wertlose Berichte an die gar nicht so netten Vertreter einiger westlicher Dienste geliefert zu haben? - Nein, diese Strapazen waren es nicht wert, dafür nie und nimmer. Hätten wir sowas doch bloß unterlassen, alles dankend abgelehnt, denn dazu gezwungen hatte uns ja niemand, wir taten alles, was wir taten, immer völlig freiwillig, und umso mehr müssen wir uns heutzutage über unsere unfaßbare Dummheit nur ärgern, daß wir uns selbst in sowas mal haben hineinmanöverieren lassen. - Immerhin hat uns keiner jemals gehauen, Gefolter gab es schon gar nicht, und dann wurden wir ja irgendwann nach Ewigkeiten, vom Westen wieder freigekauft. Immerhin! ".

Ich wünsche dem Buch eine weite Verbreitung. Man kann aus ihm viel lernen, vor allem, sich nie aus Abenteuerlust noch aus gutgemeintem Mitmachen-Wollen irgendwelchen Diensten anzudienen noch verwenden zu lassen.
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Von Onkel Uhu
Format:Taschenbuch
Es ist nicht unbedingt nötig, aber auch nicht verkehrt, schon den "1. Teil" der Lebensgeschichte des Österreichers Hannes Sieberer "Verheizt und vergessen" zu kennen, um in diesem vorliegenden Band nicht klar zu kommen. Denn Sieberer, der hier als Herausgeber fungiert, reflektiert auch hier als einer der 5 West-Spione seine Erlebnisse. Ihm ist es auch zu verdanken, daß er 4 weitere "Mitstreiter" aus seiner aktiven Zeit für dieses einmalige Projekt gewinnen konnte, um ihr Werden zum Spion, die Erfahrungen hierbei, die Enttarnung durch das MfS, die Haft in Bautzen und, was allen gemeinsam, der spektakuläre Agententausch auf der Potsdamer Glienicker Brücke von 1985.
Zu Wort kommen ein DDR-Bürger, ein Westberliner und ein Bundesbürger, die für einen US-Geheimdienst tätig wurden und ein in der BRD lebender Türke, der für die IGfM als Fluchthelfer geworben wurde und der Österreicher Sieberer, den wir schon aus seiner eigenen oben genannten Biographie kennen, der sich hier zu Hintermännern und zu einem Prozeß gegen einen Bautzen II - Wärter zu Wort meldet.
Alles zusammen: Sehr lesenswerte, nüchtern, ohne Haßtiraden oder Kalter-Kriegs-Vokabular erzählte Biographien, flott und zügig zu lesen.
Erwähnenswert auch die als Anlagen fungierenden Beiträge: Die Rede von Milton Bearden, seine letzte Funktion bei der CIA: Leiter der Abt. Osteuropa/Sowjetunion, auf der internationalen Konferenz vom 7. Mai 2004 in Berlin, auf der sich ehemalige und aktive Geheimdienstler zum Thema "Spionage für den Frieden" austauschten.
Ein weiterer Beitrag stammt von Rainer Rupp, der für das MfS unter dem Decknamen "Topas" im NATO-Hauptquartier gearbeitet hatte.
Mit vielen Abbildungen versehen ein unbedingtes Zeitdokument, dicht und schnörkellos am wahren Leben einer vergangenen Zeit, Pflichtliteratur für einschlägige Museumsshops!
Verheizt und vergessen. Ein US-Agent und die DDR-Spionageabwehr
Freischützen des Rechtsstaats : wem nützen Stasiunterlagen und Gedenkstätten?
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