...ist es einfach schwierig etwas gleichwertiges, die hohen Erwartungen der Leser an den Autor erfüllendes, zu produzieren. Wie für viele, war auch für mich der erste Roman des Autors
Child 44 eine unerwartete Entdeckung, spannend, sprachlich herausragend, politisch hochinteressant. Erscheint nun ein Nachfolgeroman - Agent 6 ist nach
The Secret Speech bereits der 2. in der Reihe - mit den selben Hauptfiguren, erwartet man sich natürlich, dass bei der Lektüre des selben ein ähnliches Gefühl aufkommt wie bei der Nummer 1 und geschieht dies nicht, ist man erst mal etwas enttäuscht. Dabei vergisst man schnell, dass man an sich eine tolle, gut erzählte Geschichte vor sich hat, die vieles zu bieten hat, was man auch zu würdigen wüsste, hätte man sich aus besagten Gründen nicht doch wieder etwas fast unvergleichliches erwartet.
Ich finde "Agent 6" einen spannenden Roman vor dem Hintergrund der nachstalinistischen Sowietunion, des Kalten Krieges und der Afganistan Besetzung durch die Sowiets, wobei mich vor allem der den Afganistan betreffende 2. Teil des Buches gefesselt hat. Auch der menschliche Teil der Geschichte, was in Agenten, Soldaten, politischen Aktivisten vor sich geht, wird vortrefflich geschildert.
In diesem Sinne eine klare Aussage: Agent 6 ist für alle Demidov und Tom Rob Smith Fans natürlich ein Muß, und wer nicht dauernd den Vergleich mit "Kind 44" zieht, wird auch hier nicht enttäuscht werden. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn dies nicht, wie angekündigt, der letzte Roman über den Agenten Leo Demidov Reihe wäre...