Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kalt, puristisch und majestätisch., 13. November 2008
Eigentlich reichen die drei genannten Schlagworte, um die neue CD von Satyricon zu skizzieren. Wir wollen aber doch etwas ausführlicher sein.
Nach dem Evergreen Album "Nemesis Divina", das durch den Hit "Mother North" unsterblich wurde, haben Satyricon ihre opulenten Orchestrationen inklusive Kleisterkeyboards auf dem Nachfolger "Rebel Extravaganza" einer elektronisch-kalten Atmosphäre geopfert und die Platte lebte von dem Kontrast aus mechanischer Raserei und nervenzerfetzenden Doom-Parts.
Auf Volcano zeigte sich ein anderer, reduzierterer Ansatz. Die Kontraste wurden entschäft (so wie das Tempo im Generellen), die Songs wurden dienlicher und durch Reduktion an Riffs mehr auf den Punkt gespielt. Dies änderte dennoch nichts an teilweise ausladenden Kompositionen (Black Lava), die durch ihre Redundanz geradewegs eine hypnotische Wirkung entfalteten. Mitverantwortlich, der inzwischen wieder deutlich wärmere Sound.
Now, Diabolical setzte den "Simplify to the max" Ansatz konsequent fort und streute vermehrt Rock-Vibes (K.I.N.G.) und überraschte mit einer bislang unbekannten Dynamik.
"The Age of Nero" verbindet nunmehr alle Stärken der genannten Alben im (vor allem) soundtechnischen Gewand von Now, Diabolical. Es darf endlich wieder geblastet werden. Aber mit Stil, und nie inflationär. Auch wenn die Tracks simpel und eindringlich gehalten werden, ist - ähnlich wie bei den Kollegen von Enslaved - viel mehr Black Metal in den Sound zurückgekehrt.
Satyricon arbeiten auf der CD wieder stärker mit den Kontrasten aus harten Blastpassagen und zähen Doom-Teilen sowie orchestrierten Passagen vs. minimalistischer Instrumentierung.
Über all dem herrscht Satyrs gebieterische Stimme, die akzentuiert Unheilvolles verkündet. Dies mit ebenso eleganter Noblesse, wie die edle Verpackung der CD.
Stilvoller haben Satyricon die Essenz der Dunkelheit nie eingefangen - ich verneige mich vor dem besten Black Metal Album des Jahrzehnts!
|
|
|
9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Enttäuschend, 17. November 2008
Eigentlich hätte man gewarnt sein müssen: die EP 'My Skin Is Cold' klang für mich schon eher nach "Bei den 'Now, Diabolical'-Aufnahmesessions in den Papierkorb gewandert", aber dass das neue Album diese Linie fortsetzen würde, war für mich dann doch ein kleiner Schock.
'The Age Of Nero' ist eigentlich schnell zusammen gefasst: man nehme 'Volcano' und 'Now, Diabolical', streiche "neue Ideen" und füge "etwas mehr auf den Punkt gebracht" hinzu, und fertig ist die neue Platte.
Anders ausgedrückt: Satyricon haben sich in eine stilistische Sackgasse begeben und trauen sich nicht, umzukehren. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: das neue Album ist immer noch okay bis gut (daher 3 Sterne), aber im Vergleich zu den 3 genialen Vorgängeralben - die im Vergleich zum Meisterwerk "Nemesis Divina" einen enormen Stilbruch darstellten, ohne jedoch ins Belanglose abzufallen - ist das hier nur lauwarmer Kaffee.
Einzig der knackige Opener 'Commando' sowie der Titeltrack von der letzten EP 'My Skin Is Cold' können vollauf überzeugen, der Rest plätschert meiner Ansicht nach leider zu sehr nur vor sich hin, ohne dass irgendetwas zwingend hängen bleibt. Schade.
|
|
|
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Das Zeitalter der Schwärze", 19. November 2008
Da ist es nun, das neue Düsterwerk der Black Metal Meister aus Norwegen, 2 Jahre nach "Now, Diabolical" und 15 nach "Dark Medieval Times" sind Satyricon puristischer und diabolischer denn je. Jeder der Ausverkauf und Kommerz schrie wird eines besseren belehrt, jeder weiß das Satyr und Frost sich wenig um die Belange eines Labels und auch der Fans scheren, sie gehen ihren Weg konsequent und ohne Kompromisse. Das aktuelle Material liegt deshalb etwa im Schnittpunkt von "Volcano" und "Now, Diabolical", gewürzt mit majestätischer Düsternis und Bosheit.
Schon der Opener "Commando" der eingeleitet wird von Peitschenhieben zieht einen das Fell über die Ohren, eine derart druckvolle Produktion hört man im Black Metal selten, Drummonster Frost zieht hier alle Register seines Könnens und ballert uns seine Attelerie gnadenlos um die Ohren. Das zweite Stück "The Wolfpack" besitzt für mich schon jetzt absolutes Hitpotential und schafft es mit seinen zwei Riffs die Matte zum schwingen zu bringen. "Black Crow on a Tombstone" wurde ja schon vor Veröffentlichung ausgekoppelt und holzt alles mit seinen gnadenlosen Doublebass-Attacken sowie Satyrs mit Hass versetzten Gesang nieder. Die große Hymne erwartet uns mit "Die by my Hand", drumtechnisch mit das Beste seit langen zieht sich diese Erklärung an die Dunkelheit über 7 Minuten hin und reisst damit alles mit sich in den Abgrund, absolutes Meisterstück. "My Skin is Cold" kam ja schon dieses Jahr als EP raus wurde aber für "The Age of Nero" nochmals überarbeitet und kommt hier um eines rotziger und dreckiger und damit noch nen Ticken stärker rüber. "The Sign of the Trident" beginnt wiederum gnadenlos und treibt einen einfach unbarmherzig und ohne irgendwelche Kompromisse nach vorn. "Last Man Standing" stellt das kürzeste Stück des Albums dar das zeigt wiederum, in der Kürze liegt die Würze. Mit "Den Siste" schlagen Satyricon dann eine Brücke zu ihrer Megahymne "Black Lava" von "Volcano" und drücken uns schleppend und auf norwegisch immer tiefer in die Untiefen der norwegischen Wälder. TOP.
Wie soll man es sagen, "The Age of Nero" ist das Album des Jahres geworden, ein räudiges Miststück, tiefschwarz, edel und einfach genial.
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|