Wer Vergnügen an englischem Dialog-Humor hat, sich gerne dem gediegenen Charme verzwickter Agatha Christie-Whodunits hingibt und einer ganzen Handvoll verdienter britischer Toppstars beim selbstironischen und leichtfüßigen Spiel zusieht, ist bei "Das Böse..." allerbestens bedient.
Erfrischend unliterarisch und sommerlich leicht geriet Guy Hamilton's Krimiverfilmung von 1982. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine illustre Urlaubsgesellschaft auf einer kleinen Mittelmeerinsel. Jeder ist mit Jedem schicksalhaft verbunden und alle Fäden führen zu einer Person: Bühnenstar Arlena Marshall, prächtig dargebracht von Ex-Emma Peel Diana Rigg. Das Miststück macht nun wirklich jedem Inselurlauber das Leben schwer - kein Wunder, dass sie eines schönen Tages erwürgt am Strand vorgefunden wird. Jetzt ist es an Hercule Poirot, dem belgischen Meisterdetektiv, den Mord aufzuklären bis die Polizei eintrifft. Und gerne gucken wir ihm dabei zu, denn die Situationen und Wortwechsel sind süffisant und einfach zu köstlich. Zitatsüchtige Zuschauer werden viele Dialoge geradezu in sich aufsaugen:
"Sie sind Hercule Poirot? Ich hoffe, Sie haben nicht vor, mit meinen Gästen Detektiv zu spielen. Die haben alle viel zu viele Leichen im Keller, um Detektivspiele amüsant zu finden." --- "Linda, Darling, steh doch nicht da wie ein Hustenbonbon. ...Im Übrigen, wenn Du dich langweilst, spiel doch mit den Quallen." --- "Arlena, Du musst Stunden für deine Maske gebraucht haben. Du musst völlig erschöpft sein; hier - nimm ein Würstchen." --- "Natürlich war Arlena viel begabter als ich. Schon damals konnte sie ihre Beine höher schmeißen als jede Andere ...und WEITER."
Gepflegte, hintersinnige Unterhaltung, der es wichtiger ist, uns schmunzeln zu machen, als wassserdichte Logik zu erzielen. Ein anregender kriminalistischer Champagner-Cocktail.