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20 Jahre, 15 Alben und immer noch ist der Sound von The Church unverkennbar, sind die verträumt-ätherischen Psychedelia, die clever gesetzten, aber immer luftigen Gitarrenfiguren und natürlich die Stimme Steve Kilbeys das Markenzeichen der australischen Band. Kaum, dass er zu singen begonnen hat, meint man sich wieder zu finden in den frühen Achtzigern, als das Quartett mit LPs wie
The Blurred Crusade,
Seance und
Remote Luxury bekannt zu werden begann, um mit
Heyday und schließlich mit
Starfish den internationalen Durchbruch zu schaffen. Dass die Band seit Ende der Achtziger ein bisschen (oder auch ein bisschen mehr) in Vergessenheit geriet, hat den zwischendurch auch mal getrennte Wege gehenden Herren Powles, Koppes, Willson-Piper und Kilbey nichts angetan. Im Gegenteil: Nach wie vor, verstärkt noch durch eine angenehm unaufdringlich mitschwingende Altersweisheit, scheint es sich in ihrem selbst geschaffenen romantischen Realismus nach wie vor gut leben zu lassen. Und gut zu arbeiten. The Church stehen immer noch für Klänge, die den Sinnen wohl tun, ohne sie zu betäuben. Rausch ohne Reue. Und trotzdem, irgendwie, auf seltsam unnachvollziehbare Art, rockt das Zeug.
--Rolf Jäger Amazon.de
The Church schlagen auf After Everything Now This wieder leise Töne an. So, wie es die australische Band seit ihrer Gründung 1980 in Sydney meist tat. Zu der dauerhaften Besetzung mit dem Sänger, Songschreiber und Bassisten Steve Kilbey, den beiden Gitarristen Marty Willson-Piper und Peter Koppes gehört Tim Powles seit 1996 als Trommler. Die Stetigkeit des line-ups mag Grund für den Konsequenten Church-Sound sein. Magische, unglaublich atmosphärische und majestätische Songs wie "Electric", "It's No Reason" oder "Electric Lash" (alle vom Meisterwerk Seance) stammen aus der Feder der Aussies, die in Europa nur einmal ihren Status als Underground-Band verloren: 1988 landeten sie mit dem Album Starfish und der Single "Under The Milky Way" einen respektablen Hit. Ihre langjährige Plattenfirma verlor nach darauf folgenden, mäßigen Erfolgen irgendwann die Geduld und setzte sie vor die Tür. Nun stehen Kilbey und Co. bei Cooking Vinyl unter Vertrag, einem Label, das sicher mehr musikalisches Verständnis aufbringt.
The Church danken es mit After Everything Now This, dem besten Album seit langer, langer Zeit. Die Platte leistet sich keine Schwachstellen, alle zehn sehr songorientierten Tracks bestechen durch ihre feingliedrige Struktur, träumerische und schöne Melodien mit einem Hang zu Düsternis und Melancholie. Die Liebe zum Psychedelic Rock haben sie genauso wenig verloren, wie das sichere Gespür für gefühlvolle Klänge. After Everything Now This ist ein zeitloses Album, das der Tagesaktualität entsagt. --Sven Niechziol
Rezension
Ach, innere Zerrissenheit. Ich vergöttere The Church natürlich für ihre Klassiker, aber das neue Album löst in mir nicht mehr diese kribbligen Entzugserscheinungen aus. Andererseits ist Bandkopf Steve Kilbey einfach ein großartiger Typ, der mit seiner Frau und zwei x zwei Zwillingen ein glückliches Leben führt. Ein reifer, selbstbewusster Mann, mit dem man über Glück und Unglück sprechen kann, der in seiner allmorgendlich geschwommenen Meile Erfüllung findet und ein Kompliment über seine Musik nicht achtlos wegwirft. Rückblende 1998: Ein Plakat in Boston macht meinen Puls rasen. The Church sind im 75%igen Ur-Line-up (neuer Drummer) auf Tour und spielen in wenigen Tagen. Eine liebe Freundin zu überreden, mitzukommen, fällt nicht schwer, da man dem Musikgeschmack des anderen vertraut. Der Abend endet in Euphorie. "Almost perfect' sei der Gig gewesen, und am nächsten Tag wird der lokale CD-Store geplündert. "Blurred Crusade', "Heyday', "Seance' und "Starfish' sind eine Ausrüstung fürs Leben. Das neue Album "After Everything Now This' mit ähnlichem Nachdruck zu empfehlen wäre mir in gleicher Situation wesentlich schwerer gefallen. Steves Stimme klingt nicht mehr so frisch wie ehedem. Die Songs besitzen zwar noch dieses sphärische, mit viel Hall und Delay angereicherte Flair, The Church aber haben nicht mehr diese überraschenden Hits in petto wie einst "Almost With You', "Tristesse' oder "Spark', für die ich jederzeit durch glühende Kohle gehen würde. Ich vermute, dieses neue Album wird ein Liebhaber-Ding werden für The-Church-Sammler. Anbetungswürdig finde ich es trotz aller wohliger Atmosphäre leider nicht.
Stephan Ossenkopp / Intro - Musik & so
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Produktbeschreibungen
Tracks: Numbers 4:29 / After Everything 6:01 / The Awful Ache 5:17 / Song For The Asking 5:07 / Chromium 3:44 / Radiance 5:58 / Reprieve 5:40 / Night Friends 7:20 / Seen It Coming 4:57 / Invisible 7:47