"Wenn ein Buch solcher Art schon nach 4 Jahren eine neue Auflage erlebt, so ist dies ein Zeichen dafür, dass es in eine Marktlücke gestoßen ist und dass es zahlreiche Interessenten gefunden hat. H.D. Neuwinger ist es geglückt, sein Buch zu einem Standardwerk der afrikanischen Ethnopharmakologie und Ethnomedizin zu machen. Auf nahezu 1000 Seiten beschreibt er rund 300 wichtige afrikanische Pflanzen, die als Giftpflanzen und/oder Arzneipflanzen (der Unterschied ist ja häufig schwer zu definieren) eine Rolle spielen. Das Buch ist klar gegliedert: Das Inhaltsverzeichnis ist eine alphabetische Folge der lateinischen Pflanzennamen. Die Darstellung der einzelenen Pflanzen folgt dann einem bestimmten Schema: Nach einer botanischen Beschreibung, in der Regel ergänzt durch eine Schwarzweißzeichnung, werden die einheimischen Namen aufgeführt; eine Karte mit dem Anwendungsgebiet (nicht dem Verbreitungsgebiet!) der Pflanze vervollständigt diesen Teil. Es folgen dann Anschnitte über die Verwendung als Jagdgift und in der Medizin, wobei gelegentlich auch die entsprechenden Rezepturen angegeben werden, sowie Abschnitte über ihre Chemie, Toxikologie und Pharmakologie. Die chemischen Formeln der Wirkstoffe sind angegeben. Literaturhinweise schließen das jeweilige Kapitel ab. Abschnitte über das Larvengift der Buschmänner, über Fischfanggifte und die Literatur zut traditionellen Medizin Afrikas vervollständigen das Opus. Der Autor hat hier 30 Jahre eigener Feldarbeit wie auch akribischer und manchmal detektivischer Forshung in Büchern und Bibliotheken sorgfältig und kritisch verarbeitet und zusammengestellt. Vieles stammt aus der eigenen Befragung von Heilkundigen und Herstellern von Giftextrakten, wobei ihm die Kenntnis einer Reihe von afrikanischen Sprachen und Dialekten zugute kam. Mit dem Vordringen der Zivilisation geht natürlich vieles von den Kenntnissen der Eingeborenen verloren. Zumindest für den afrikanischen Kontinent hat der Autor vieles davon gerettet. Ethnopharmakologie gehört ja auch zum Kulturgut eines Erdteils oder einer Region. Aus dem Buch gehen aber auch die großen Lücken hevor, die wir noch besitzen; insofern wird es Anregung für viele Forscher geben, sich hier zu engagieren. Das Buch erfüllt aber noch einen weiteren Zweck, auf den weder im Waschzettel noch in der Einleitung verwiesen wird. Nicht wenige dieser Pflanzen aus Afrika (wie auch aus anderen tropischen Regionen) sind inzwischen als Zimmerpflanzen in Mitteleuropa "heimisch" geworden iund können so Anlaß zu Vergiftungen bei Mensch und Tier geben. Die sehr detaillierte Beshreibung von Vergiftungen und der Hinweis auf die Inhaltsstoffe können so zur Behandlung herangezogen werden. Dieses Buch ist einmalig und bemerkenswert. Es wird für sehr lange Zeit das Standardwerk für afrikanische Gift- und Arzneipflanzen bleiben. Es gehört in das Bücheregal eines jeden, der sich mit Ethnobotanik, Ethnomedizin oder Ethnopharmakologie befaßt, sei er Wissenschaftler oder Laie".
Prof. Dr. G. Habermehl in Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift, Heft 11/12 (1998)
"Der Autor hat sich seit 1970 mit eigenen Feldforschungen in Afrika und in Zusammenarbeit mit vielen lokalen Medizinmännern und Jägern ein enormes Wissen erarbeitet. Ergänzt durch Material von Ethnologen, Pharmazeuten und Botanikern ist ein Werk entstanden, wie es in dieser umfassenden Form noch nie publiziert worden ist. Die jetzigen Forschungen haben gezeigt, dass Jagdgiftpflanzen (und besonders die zahlreichen Zusatzpflanzen) in anderer Dosierung und Zubereitung oftmals zu den wichtigen traditionellen Heilpflanzen gehören. Was insofern nicht überrascht, als sie als Gifte ihre biologische Wirksamkeit ja hinlänglich bewiesen haben. Es ist nicht zuletzt diese Erkenntnis, welche das Forschungsthema auch für die moderne Medizinforschung interessant macht."
Neue Zürcher Zeitung (Schweiz), 23.11.1994
"Für das vorliegende Buch sammelte der Autor in über 20 Jahren bei Feldforschungen in fast ganz Afrika Informationen von Heilkundigen und Jägern sowohl über die Herstellung von Pfeilgiften als auch über den volksmedizinischen Einsatz der dabei verwendeten Pflanzen und fasste diejenigen, die sowohl Jagdgiftbestandteil als auch Arzneipflanze sind, in Monographieform zusammen. Insgesamt stellt das Buch die erste umfassende Bearbeitung des faszinierenden Gebietes der afrikanischen Heilpflanzen und Jagdgifte dar und bietet dem interessierten Naturwissenschaftler, Pharmazeuten oder Mediziner eine hervorragende Grundlage für die eingehendere Beschäftigung mit den einzelnen Pflanzen."
Scientia Pharmaceutica (Wien), 62 (1994)
"Man merkt dem Autor seine enorme Begeisterung für das Thema und seine detaillierten Kenntnisse an. Es ist eine sehr fundierte Aufarbeitung wichtiger Daten afrikanischer Pflanzen. Daher sicherlich insbesondere für Naturwissenschaftler, welche sich mit tropischen Pflanzen oder mit deren Gift- oder Heilwirkung befassen, eine sehr große Hilfe. Auch für interessierte Mediziner und Naturwissenschaftler mit anderen Arbeitschwerpunkten kann es eine stimulierende Lektüre sein. Dem Buch ist eine weite Verbreitung zu wünschen."
Zeitschrift für Phytotherapie, 1994
"Heute wissen wir um die immense Bedeutung, die so zahlreichen Tropenpflanzen auch in der modernen Medizin zukommt, wie auch die kaum überschaubaren Ressourcen pharmakologischer Art, die die Wissenschaft aus diesem Bereich der belebten Natur noch erwartet.... H. D. Neuwinger hat mit dem Beginn seiner Feldforschungen in Afrika Anfang der siebziger Jahre, in deren Verlauf er fast alle Länder bereiste, in denen noch gegenwärtig mit Giftpfeilen gejagt wird, den Grundstein für unser heutiges umfassendes Wissen auf dem Gebiet afrikanischer Arzneipflanzen und Jagdgifte gelegt. Folgerichtig markiert auch sein nunmehr publiziertes Werk über die schwarzafrikanischen Jagdgift- und Arzneipflanzen ein "Highlight" interdisziplinärer Forschung. Auf über 800 Seiten werden mit einer unglaublichen Fülle von Fakten die relevanten Pflanzenarten abgehandelt, geordnet nach Familien und Gattungen.... Fazit zu diesem Werk: Hier hält ein Handbuch ein gewaltiges Potential an Fakten und Wissen bereit, das über Dekaden hinaus zu konsultieren sein wird."
Entomologische Zeitschrift mit Insektenbörse 104, Nr. 18 (1994)
"Ein in verschiedener Hinsicht ungewöhnliches Buch: Ganz im Vordergrund die Tatsache, dass dieses weit über 800 Seiten umfassende großformatige Werk von einem einzelnen Wissenschaftler geschrieben wurde Der besondere Wert dieses Werkes für einen breiten Benutzerkreis liegt darin, dass durch eine sorgfältige Berücksichtigung der Kenntnisse auf dem Gebiet der Chemie und der Pharmakologie überall Hinweise auf eine mögliche Nutzung auftauchen.... Das Buch ist sehr gut ausgestattet, der Stil ist flüssig, zum Teil regelrecht spannend zu lesen. Dieses enorm breit angelegte Werk ist eine wahre Fundgrube für Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen.... Insgesamt nicht nur eine Leistung des Verfassers, sondern auch des Verlages."
Arzneimittelforschung/Drug Research, Heft 5 (1995)