zuerst dachte ich, daß es wieder um eine der üblichen geschichten geht, wo einer durch die wüste reist und uns erzählt, was er da alles an hitze und staub aushält.
in der tat geht's auch auch so los - hitze, staub, gute und schlechte erfahrungen dicht nebeneinander, zweifel, ob er nicht doch besser ins sichere zu hause zurückgekehrt wäre, stress mit seinen zufälligen mitreisenden,....
aber die reise geht nach der sahara weiter und kommt langsam immer besser in fahrt. der autor macht eine entwicklung - vielleicht sollte man sagen: einen kleinen reifungsprozeß - durch, psychologisch und menschlich, während er sich quer durch afrika wurstelt. mal mehr gewurstelt, mal weniger.
das "erlebt" der leser z.b. mit bei solchen kleinen sachen wie dem essen: am anfang läßt er sich seine portion aus dem gemeinschaftsnapf, aus dem alle mit den händen essen, noch in seine eigene, mitgebrachte schüssel füllen. später nimmt er nur noch seinen löffel. (die erzählung endet, als er afrika verläßt - er reist aber weiter nach indien - vielleicht kommt er am ende dieses weges auch dahin, mit den fingern zu essen.)
er hat zunächst echte amerikanische ansichten (jammert lauthals über die hygienischen zustände, keine dusche, ....) und sagt am ende - angesichts neuangekommener entwicklungshelfer aus den usa, die sofort die nase rümpfen ob der herrschenden zustände - zu sich selbst: na wartet nur, bis ihr die toiletten seht!
sooft er die sitten der einheimischen auch verflucht, weil sie aufdringlich, nervig und - angesichts weißer touristen - total geldgierig sind - sooft ist er auch von ihrer freundlichkeit und herzlichkeit beeindruckt. als er sehr schwer krank ist, fahren alle übrigen weißen touristen, die ihn noch dazu kennen, an ihm vorbei (die meisten schenken ihm lediglich eine rolle klopapier). die einzigen, die ihm trotz ihrer armut wirklich helfen und womöglich sogar das leben retten, sind die einheimischen, kinder und ihr lehrer.
für mich bei solchen erzählungen immer einer der interessantesten aspekte: die begegnungen der solo-touristen mit den entwicklungshelfern und die beschreibung und einschätzung dieser zusammentreffen.
viele reisende beschreiben das heute in ihren berichten (s. z.b. bettina selby in "ah, agala") und ich bin immer wieder erstaunt, über diese typen, die von gespendetem geld manchmal wie die fürsten leben, arrogant tun und den dicken weißen macker raushängen lassen. man erlebt mit, daß viele von ihnen auch nach jahren nur ihre eigenen probleme sehen und alles andere ist nebensache. darüber lohnt es sich mal nachzudenken. interessant auch das aufeinandertreffen der weißen touristen untereinander.
eine flott zu lesende geschichte, die nicht beschönigt und die nur ein tramper so erleben kann.