Wangari Muta Maathai ist eine Kikuyu, und damit ist bereits eines der Probleme Kenias und einiger anderer afirkanischer Staaten angedeutet. Die Kikuyu gehören zu einer der 42 Ethnien innerhalb Kenias und seit der Unabhängigkeit krankt die kenianische Demokratie daran, dass jeder Politiker versucht, als nun "Großer Mann" seiner Ethnie, dieser möglichst viel - auf Kosten aller anderen - zukommen zu lassen. Dies ist eine Beobachtung, die auch Wangari Maathai immer wieder gemacht hat.
Nach einer schulischen ausbildung durch britische Ordensschwestern ging sie zur Zeit der Präsidentschaft JFKs in die Vereinigten Staaten um dann mit einer naturwissenschaftlichen Fachausbildung zurück nach Kenia zu kommen, wo sie sehr schnell nicht nur gegen die Ethnien-, sondern auch gegen die Geschlechtsschranke rannte, was aber dann dazu führte, dass sie einige Zeit in Deutschland arbeitete. Danach setzte sie sich mehr und mehr mit der Wiederaufforstung von Waldgebieten ein, die aufgrund des abholzens und einer Monokulturnutzung mehr und mehr unter Erosion litten und damit auch die Menschen, die von dern Erträgen der betreffenden Böden abhängig waren. Ihr Engagement führte sie über diverse Gefängniszellen in das kenianische Parlament mit der Green Party of Kenia, die sie mit gegründet hat und schließlich sogar zum Erhalt eines Friedensnobelpreises.
Ein interessantes Leben einer Frau, die außer einer gewissen Kompromißlosigkeit keine wirklichen menschlichen Schwächen aufzuweisen scheint, wodurch die Selbstreportage sttellenweise ein wenig irritiert. Aber warum sollte es solche Menschen nicht geben?
Eine weitere Schwäche ist ein glegentlich etwas sehr "verzetteltes" Schreiben, wobei alle möglichen Nebenaspekte und Assoziationen in bestimmte Betrachtungen einbezogen werden, die nicht immer wirklich relevant sind, was den Lesefluss doch ein wenig hemmt. Aber davon abgesehen - und vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen auf dem afrikanischen Kontinent - ein durchaus lesenswertes Buch. Gerade auch in Hinblick auf die neuere kenianische Geschichte.