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Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk
 
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Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk [Taschenbuch]

Susan Arndt , Antje Hornscheidt
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 266 Seiten
  • Verlag: Unrast; Auflage: 2. Auflage. (2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3897714248
  • ISBN-13: 978-3897714243
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 14,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 222.249 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Das Buch soll Menschen zum Nachdenken anregen, die meinen, längst reflektiert zu sprechen.
Zentrales Anliegen dieses Buches ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Rassismus und Sprache eng miteinander verknüpft sind. Viele heute gebräuchliche Begriffe haben eine kolonialistisch geprägte, rassistisch wirkende Bedeutungsgeschichte, die auch heute noch zum Ausdruck kommt. Anliegen des Buches ist es aufzuzeigen, wie Begriffe zu Afrika im weitesten Sinne rassistisch gebraucht und welche Konzepte mit ihrer Benutzung transportiert werden. Das Buch soll Menschen zum Nachdenken anregen, die meinen, längst reflektiert zu sprechen. Vielen ist nicht bewusst, dass Begriffe wie "Mischling", "Schwarzer Kontinent", "primitiv" oder "Häuptling" einen diskriminierenden Gehalt haben..
Im Hauptteil des Buches können über 30 kolonial und rassistisch geprägte Begriffe nachgeschlagen werden, mit denen Afrika und Schwarze bezeichnet werden. In ergänzenden Beiträgen wird die Wechselwirkung von Rassism us und Sprache diskutiert sowie mit einer exemplarischen Analyse eines Zeitungsartikels vorgeführt, wie sich auch unabhängig von rassistischen Begriffen der rassistische Diskurs sprachlich manifestiert.
Das Buch ist geeignet für die politische Bildung und Wissenschaft und möchte nicht nur Personen in multiplikatorischen Positionen wie etwa Lehrer/innen, Schulbuchautor/innen, Verlage, Wissenschaftler/innen und öffentliche Institutionen erreichen.

Über den Autor

Dr. Susan Arndt, geboren 1967 in Magdeburg, studierte Anglistik, Germanistik und Afrikawissenschaften in Berlin. Nach zahlreichen Publikationen zum afrikanischen Feminismus arbeitet sie zur Zeit an einer Habilitationsschrift zum Thema Konstruktionen von Weiß-Sein in der Literatur aus und über Afrika.Antje Hornscheidt ist wissenschaftliche Assistentin für Linguistik am Nordeuropa Institut der Humboldt-Universität Berlin.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Es gibt keinen Rassismus ohne Sprache. Auch im Deutschen gibt es zahllose Begriffe, die in einer kolonial-rassistischen Tradition stehen und oft unreflektiert weiter verwendet werden. Was meist fehlt, ist nicht der gute Wille, sprachliche Ausdrucksformen so zu verändern, dass sie Schwarze Menschen nicht verletzen, sondern das Wissen darum, was bestimmte Begriffe eigentlich beinhalten. Der Duden hilft da wenig weiter - im Gegenteil! Die AutorInnen des Bandes „Afrika und die deutsche Sprache" zeigen nur allzu deutlich auf, dass auch im Duden oftmals der rassistische Gehalt eines Begriffs nicht benannt wird; dann bleibt es bei der lapidaren Anmerkung, der Begriff - wie z.B. „Neger" - werde „häufig als diskriminierend empfunden".
Das Verdienst dieses Bandes ist, erstmals in Deutschland ein Kompendium rassistischer Begrifflichkeiten zusammengestellt zu haben, die sachlich kompetent und verständlich erläutert werden. Dabei geht es um eine vielschichtige Annäherung: Wie wird ein Begriff aktuell verwendet? Welche Verwendungsgeschichte hat ein Begriff? Wie taucht er in Redewendungen auf? - Besonders hier werden viele Leser und Leserinnen mit Kopfnicken reagieren, weil die volkstümlichen Wendungen so vertraut sind. Innovativ ist insbesondere die Fragestellung, die in den meisten Publikationen zu Multikulturalismus fehlt und auf die Problematisierung der Normativität von Weißsein zielt: „Wäre eine Übertragung auf den deutschen/europäischen Kontext bzw. Weiße möglich?" Angemessen und provokant fragen die Herausgeberinnen Susan Arndt und Antje Hornscheidt beispielsweise, warum Mitglieder bestimmter Nationen als „Eingeborene" bezeichnet werden und andere nicht.
Hier geht es nicht darum, politisch korrekte Begriffe zu definieren, sondern postkoloniale Verständniszusammenhänge und damit historische Kontinuitäten offen zu legen. Das Anliegen der AutorInnen ist demzufolge auch nicht, „schlechte" Begriffe einfach durch „gute" zu ersetzen, vielmehr fordern sie eine intensive Auseinandersetzung mit rassistischen Verhältnissen, Diskriminierungen und Ideologien.
Die Herausgeberinnen zielen mit diesem Band darauf, Irritationen im Sprachegebrauch zu bewirken, eigene Zweifel zu bestätigen, diese argumentativ zu untermauern und gesteigerte Sensibilitäten für andere sprachliche Manifestationen von Rassismus zu bewirken. Das ist gelungen - ein zweifellos empfehlenswertes Buch.
Dr. Eske Wollrad, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
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Regt zum Nachdenken an 26. März 2011
Von leser
Format:Taschenbuch
Dieses Buch ist an der ein oder anderen Stelle überzogen, jedoch sensibilisiert es!
Und damit ist das Ziel des Buches erreicht. Zu oft werden Worte unreflektiert verwendet. Hier wird einem eine Auswahl an Begriffen präsentiert, die eine koloniale Konnotation besitzen. Man kann sich in den kurzen Artikeln schnell einen Überblick verschaffen, eine weitere Vertiefung bleibt jedem selbst überlassen. Ich finde die Artikel gut recherchiert und sie regen zum Nachdenken an.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Die Mahnung des Zentralrats der Juden, in Deutschland sei Rechtsextremismus in einigen gesellschaftlichen Schichten fest verankert, die von der Präsidentin dieser Organisation geäußert wurde, findet Unterstützung in Studien von Wissenschaftlern der Universitäten in Berlin und Frankfurt am Main und anderen Städten. Die bekannte Afrikawissenschaftlerin Dr. Susan Arndt aus Frankfurt kam zu dem Schluss, Rechtextremismus sei nur die Spitze des rassistischen Eisbergs, der ohne Rückhalt in der Gesellschaft schmelzen müsste.

Worte können sein wie winzige Arsendosen, zitiert Frau Arndt aus einer Analyse der Sprache des Nationalsozialismus. Sie würden unbemerkt verschluckt, schienen keine Wirkung zu tun und nach einiger Zeit sei die Giftwirkung doch da. Jeder Bürger, vor allem aber Journalisten und Politiker könnten einen großen Teil dazu beitragen, dass sich extremistische Einstellungen in der Gesellschaft nicht weiter festigen. Dazu gehöre vor allem, die Verwendung bestimmter Begriffe und Bilder als rassistische Klischees zu vermeiden, die ihren Ursprung meist in der deutschen Kolonialzeit haben.

In diesem Nachschlagewerk gibt Susan Arndt dafür praktische Hinweise. Viele Menschen machten sich keine Gedanken darüber, dass es negative Auswirkungen auf das friedliche Miteinander von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen hat, wenn Worte wie Asylant, Dritte Welt, Entwicklungsland, Naturvolk, Schwarzafrika und Rasse verwendet werden. Oft suchten offenherzige demokratische Bürger und Medien nach richtigen Begriffen. Meistens machten sie sich nicht klar, dass zum Beispiel auch der Begriff Farbiger eine rassistische Abwertung darstellt. Dadurch würden Menschen mit weißer Hautfarbe unausgesprochen als höherwertig dargestellt. Die Wissenschaftlerin und ihre Kollegen empfehlen, künftig alle Worte und Bilder zu vermeiden, die eine Abstufung von Menschen beinhalten.

Es gebe keine Rassen bei Menschen. Das sei eine Erfindung, mit der zunächst die deutsche Kolonialpolitik und später die Barbarei der Nazis gerechtfertigt werden sollte. Menschen in Afrika seien auch nicht in Stämme zu unterteilen.

Sie sprechen, was die Autorin nicht erwähnt, auch keine Dialekte wie immer wieder behauptet wird, sondern haben eigene Sprachen, deren Struktur oft sehr viel komplizierter ist als die der europäischen. In Afrika leben Menschen auch nicht "im Kral", wie selbst von europäischen Wissenschaftlern falsch behauptet wird. Dieser Begriff bezeichnet die Umfriedung für Tiere. Diese beiden Beispiele verdeutlichen, dass das Nachschlagewerk ergänzt werden sollte.

Es gebe in diesem Kontinent wie in allen anderen Erdteilen Menschen, die in verschiedenartigen Gesellschaften mit ihren eigenen Kulturen und Sprachen leben.

In ihren Studien bedauern die Wissenschaftler, dass es bislang keine öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialpolitik gebe. In dieser Zeit seien die Wurzeln für die Nazidiktatur zu sehen. Viele Klischees hätten sich bis heute halten können. Selbst in Wörterbüchern habe es nur teilweise Veränderungen gegeben.

In der deutschen Sprache sollte man sich umstellen und statt der unzutreffenden Einteilung in Gruppen von Menschen besser ihre Namen nennen oder deren Staatsangehörigkeit bezeichnen. An zahlreichen Beispielen auch aus der Werbung weisen die Forscher nach, dass Rassismen im Alltag weit verbreitet sind. Dadurch würden auch die Bestrebungen von Neonazis, nationalistischen Parteien und anderen Rechtsextremisten unterstützt.

Ein unverzichtbares Standardwerk, das im Regal keines Menschen fehlen darf, der sich mit Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland beschäftigt.

ULF G. STUBERGER
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