Dem Bildband liegt eine wohl einmalige Aufstellung zugrunde. Mitte der 90er Jahre gabe es eine Ausstellung afrikanischer Kunst, die weltweit gezeigt wurde, darunter auch im Berliner Martin-Gropius-Bau. Die Stärke der Ausstellung war die umfassende Darstellung afrikanischer Kunst durch verschiedene Zeiten und über verschiedene Regionen. Wie ist die afrikanische Kunst? Vielfältig möchte man antworten. Aber dennoch gibt es wohl einige Gemeinsamkeiten, die dem Betrachter auffallen. Gefühle, Gedanken und Ideen werden hier in Formen ausgedrückt. Die Kunst ist selten gegenständlich. Möglicherweise ist es ja die fehlende Schriftkultur, die dafür sorgt, dass man auf andere Art komplexe Gedanken ausdrücken muss. Etwas davon verschieden ist tatsächlich nur der Bereich mit ägyptischer Kunst. Diese scheint oft nur schwer vergleichbar zu sein mit den Artefakten aus Schwarzafrika. Dennoch vermutet man die Ursprünge, die Quellen der Kunst der ägyptischen, antiken Hochkultur ebenfalls in den afrikanischen Ursprüngen.
Es heißt, dass auch die moderne, europäische Kunst in der heutigen Form ohne Einflüsse aus Afrika nicht denkbar gewesen wäre. Nicht nur Picasso hat sich am Anfang des 20. Jahrhunderts durch afrikanische Kunst beeinflussen lassen. Generell wurde die afrikanische Kunst Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Europa sehr stark in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Mehr als heute, was schon ein Verlust ist.
Das Buch enthält die Höhepunkte der Ausstellung in photografischer Darstellung und eine gute Beschreibung der Kunst. Gegliedert ist der Band nach Regionen. Das ganze hat dann noch eine solide Bindung und eine hohe Druckqualität. Wer sich in einem Buch einen guten Überblick über die afrikanische Kunst verschaffen will, ist mit diesem Buch wohl optimal bedient.