Aus der Amazon.de-Redaktion
Afrika ist riesig -- viel größer, als die meisten glauben. John Reader und Michael Lewis, die für die weltweit größte gemeinnützige Wissenschaftsorganisation National Geographic Society eine monatelange Afrika-Tour unternahmen, können die immense Größe wahrscheinlich bestätigen. Die gesamte Fläche der Festland-USA würde etwa in die Sahara passen, der Rest des Kontinents könnte China, Indien und Europa aufnehmen.
Doch die Fläche stellt nicht den einzigen Superlativ dar. Afrika gilt als Wiege der Menschheit, ist der älteste und geologisch stabilste Kontinent und bietet unter seiner Oberfläche jede Menge Gold, Diamanten und anderer Edelsteine. Die werden freilich nicht gerade gerecht an die Bewohner verteilt, die oberhalb davon wohnen. Welche Gründe auch immer dafür verantwortlich sein mögen: Fakt ist, dass Afrika mittlerweile die ärmsten Länder der Welt beherbergt. Da sich die großen Handelsströme in der Regel um Afrika herum bewegen, spricht man häufig auch vom vergessenen Kontinent.
Wer den mehr als 300 Seiten starken und mit immens vielen doppelseitigen Fotos ausgestatteten Bildband Afrika -- Ein Porträt des schwarzen Kontinents durchblättert, wird das geringe Interesse der Weltöffentlichkeit kaum verstehen. Das aufwändig illustrierte Werk, für das Michael Lewis ebenso ein- wie ausdrucksvolle Bilder schoss und John Reader prägnante Texte beistellte, zeichnet ein farbenprächtiges Bild der Menschen und der exotischen Flora und Fauna, das beim Leser eine ganze Lawine von Gefühlen auslöst: Zur Freude über die spektakulären Landschaften mischen sich Trauer und Wut, in welchen Verhältnissen die Bewohner mitunter leben müssen.
Doch die National Geographic Society wäre nicht die National Geographic Society<, wenn sie nicht neben großen emotionalen Bildern wissenschaftlich fundierte Informationen bieten würde. Und davon gibt es in dem Buch, das -- ganz wissenschaftlich -- in die großen Ökosysteme gegliedert ist, jede Menge. Allein die herausnehmbare Karte besticht durch ihre (karto-)grafische Opulenz. Sowohl in der Karte als auch im Buch selbst steckt eben viel mehr drin, als die meisten glauben. --Christian Haas
Kurzbeschreibung
Der Autor John Reader und der Fotograf Michael Lewis haben für eine der aufwendigsten Fernsehdokumentationen der National Geographic Society die Wüsten und Regenwälder, die Stammesgebiete und Großstädte des schwarzen Kontinents monatelang erkundet. Die Reise ermöglichte den beiden bewegende Begegnungen mit Menschen und Mythen, mit der Geschichte und Lebenswirklichkeit Afrikas: von den Angehörigen des kleinen Volks der Baka, das seit Jahrhunderten im Regenwald überlebt, über eine Salzkarawane auf ihrem beschwerlichen Weg durch die Wüste bis zum harten Los der Grubenarbeiter in den tiefsten Goldminen Aüdafrikas.