Ich habe das Buch nach kurzen Querlesen spontan gekauft, weil mich aus aktuellen Gründen interessierte, was in einem Land passiert, das politisch, kulturell und militärisch so unter die Räder gekommen ist. Und dann noch aus der Sicht eines Amerikaners geschrieben. Klingt interessant. Insgesamt bin ich aber etwas enttäuscht, weil das Buch doch sehr der Selbstspiegelung des Autors diente. Ein von Identitätsproblemen, Zweifeln und Schuldgefühlen geplagter Junger Mann macht sich auf, um sich moralisch zu reinigen. Oder kurz: "Von einem der auszog, das Helfen zu lernen".
Abgesehen von dieser Schwäche fand ich das Buch aber immer dann interessant, wenn es von den etwas pubertierenden Innensichten mehr auf die Menschen und Situationen im Land scharf stellt. Diese Bruchstücke geben insgesamt einen gewissen Eindruck der Zerissenheit des Landes und der individuellen Schicksale. Mehr kann das Buch fairerweise auch nicht bieten. Spannend fand ich die historische Übersicht am Schluss, die neugierig macht, mehr über die Versuche der diversen Imperien zu erfahren, sich dieses Land gefügig zu machen. Alles Versuch ohne langfristigen Erfolg. Insofern wird es noch spannender, den Irak zu beobachten.
Für diejenigen, die sich schlecht vorbereitet in individuelle Hilfsprojekte stürzen wollen, bestimmt ein abschreckendes Beispiel.