Dieses Kochbuch ist eines der besten, das ich besitze. In der Einleitung erfährt man von einer Mitarbeiterin des Nah-Ost-Instituts in München über die Geschichte von Afghanistan auf wenigen Seiten mehr als aus den Medien, und man versteht spontan die heutigen Probleme, trotz des Erscheinungsdatums ist nichts veraltet.
Ich empfehle, vor dem Kochen des ersten Gerichtes die im Kapitel "Gewürzmischungen" aufgeführte Gewürzmischung für Reisgerichte und das Currypulver selbst herzustellen, die Zutaten sind in jedem Asia- oder Türkei-Shop leicht zu bekommen. Sie unterscheiden sich von Gewürzmischungen der Nachbarländer, und sie sind das Geheimnis einer unglaublichen Aromafülle, die schon beim ersten Kochen eines Reis- oder Gemüsegerichtes einen begierig auf das nächste Rezept machen. Einmal hergestellt, hält die angegebene Menge der Mischungen für mehrere Monate.
Die Rezepte selbst sind leicht verständlich und modular aufgebaut, d.h. zuerst wird das Grundrezept erklärt, und danach kommen die vielfältigen Varianten, die auf ihm aufbauen. Das ist alles leicht nachzukochen, und es regt die Improvisation an.
Dass Bilder fehlen, habe ich nie als Nachteil empfunden. Das Geheimnis dieser Gerichte sind die unglaublichen Aromen, Bilder können davon keine Ahnung vermitteln. Der "Braune Reis mit Hähnchen" z.B. sieht optisch nach nichts aus, es sind von braunem Reis zudeckte Hähnchenschenkel. Aber dieser Reis hat in einer braunen Würzsauce anderthalb Stunden verbracht, davon eine halbe Stunde bei 200° und eine weitere Stunde bei 100°, und sein Aroma wirft einen um.