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Produktinformation
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Für wen also dieses Buch? Für alle, die erschöpft sind vom Rattenrennen ihres Alltags: immer mehr Gehetze und immer weniger Spaß am Leben; für alle, die Kinder haben und sich fragen, wie deren Welt einmal aussehen wird; für Tante Gerda, der ein bisschen weniger Essen und für Onkel Tilo, dem ein bisschen weniger Arbeit nicht schaden würde; vor allem für alle Leute mit drei Mal Urlaub im Jahr und drei Mal Auto in der Garage.
Das Wort Affluenza ist -- augenzwinkerndes -- Kunstwort, analog gebildet zum allbekannten Influenza, dem medizinischen Fachbegriff für Schnupfen. Affluenza steht für Überflusskrankheit. Entsprechend gibt es: Symptome, Ursachen, Behandlung. Etwas gewaltsam diese Parallele. Vor allem aber: Auf 400 Seiten kein einziger wirklich neuer Gedanke: Dass unsere Klamotten so billig sind, weil in Asien Kinder wie Sklaven schuften, dass immer mehr weder glücklich noch zufrieden macht, dafür eher krank: bekannt, gebongt und abgehakt.
Trotzdem: Der neue Gedanke von de Graaf, Wann und Naylor liegt vielleicht im Wörtchen etwas. Etwas weniger würde uns schon reicher machen: weniger Auto, weniger Klamotten, weniger reisen. Zugegeben, eher eine homöopathische Kur, aber die soll ja oft sehr wirksam sein. Die Welt würde so nicht gerettet, aber jeder von uns wäre -- schon mittelfristig -- glücklicher. --Michael Winteroll
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In ihrem Buch "Affluenza, Zeitkrankheit Konsum" versuchen John de Graaf, David Wann und Thomas H. Naylor dem Konsumwahn vor allem der us-amerikanischen Bevölkerung auf den Grund zu gehen. Und dies erfolgt auf eine subtile und originelle Weise, in dem der Konsum als eine Viruserkrankung, genannt "Affluenza" diagnostiziert wird, wie die gleichnamige Dokumentation. Folglich ist das Buch auch in die drei Kapitel Symptome, Ursachen und Behandlung gegliedert. Es wird der Frage nachgegangen, wie es in den USA und, mit Abstrichen, in anderen Industriestaaten soweit kommen konnte, dass der hemmungslose Konsum Fuß fassen konnte. Ebenso werden die Auswirkungen des Massenkonsums auf allen Ebenen unseres Lebens (Einzelnen, Gesellschaft, Arbeit, Umwelt, etc.) nachgegangen und wie man sich dem entziehen kann.
Man merkt sofort, dass das Buch nicht mit erhobenem Zeigefinger geschrieben wurde, sondern den ganzen Konsumwahn aufs Korn nimmt und die Auswüchse aufzeigt. Wenn, um die Produktivität zu steigern, Kühe beim Schlachten nicht mehr betäubt werden; wenn für viele US-Amerikaner das Einkaufen zur Sucht wird, diese Sucht aber in Werbespots als Recht jedes US-Einwohners gefordert wird, wenn nur mehr das Prinzip "Groß, Größer, am Größten" zählt, ist dann etwas nicht faul? Aber wie erklärt man dann die hohe Verschuldung der US-Bürger, die um den hohen virtuellen Lebensstandard, den zig Fernsehfamilien vorleben, zu finanzieren, mehrere Jobs annehmen und daher keine Zeit mehr für die Angehörigen und Freizeit haben und die US-Amerikaner inzwischen länger arbeiten als die Japaner, aber keinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub haben. Wie erklärt man, dass PR Firmen die Klimaerwärmung anpreisen. Einige Auswüchse erinnern an Michael Moore Abrechnung mit den USA unter George W. Bush: Stupid White Men
Dieses Buch bezieht sich hauptsächlich auf den us-amerikanischen Konsumwahn obwohl ich dies nicht negativ sehen würde. Es fließen immerhin auch europäische Aspekte ein oder es wird Europa mit Amerika verglichen. Und zum Schluss kann man sich durchaus fragen, ob es sinnvoll ist, dem us-amerikanischen System hinterher zu äffen oder einen europäischen Weg des Konsums zu finden, falls es nicht doch schon zu spät ist?
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