So ein geniales opening!
Der Major haut erstmalig bei BAP in die Seiten (ok, lassen wir die Single Chauvi-Rock mal aussen vor), zeigt direkt wo es langgehen wird. In den folgenden Jahren schrieb er mit dieser Band zumindest deutsche Musikgeschichte.
Die erste Hälfte des Albums (damals Seite 1) kommt mit straighten Rock rüber. Ne schöne Jrooß ist vielleicht der Rockopener schlechthin, Stollwerk-Leed wurde zu einem Anti-Universal-Song und den Frauennamen mit 4 Buchstaben kennt jeder.
Die zeite Hälfte,beginnend mit der Hymne zum sich-selbst-aus-dem-Dreck-ziehen: Helfe kann dir keiner, ist dann etwas mehr experientierfreudiger.
Der querjestrieften Frau will man nicht wirklch in der Kneipe begegnen und Kitsch ist sicher eine der schönsten BAP-Balladen. Kumm op ming Sick ist der am meisten missverstandene BAP-Song, der aber durchaus ein musikalischer Meilenstein der Band ist.
Inhaltlich entdeckt der Hörer sozialkritische Lieder, Liebeslieder und Milieuklamauk, nie plakativ, stets aus der individuellen Situation heraus.
Aufgetaut scheint die Band mit dem damals neuen Kapellmeister zu sein, weg vom Südstadt-Liedermacher-Klang mit Amateurcombo im Hintergrund.
Über Jahre blieb dieses Album sicher das härteste der Band.
Fast naiv scheint aus heutiger Sicht die Produktion gelaufen zu sein (2 Wochen). Der Klang ist nicht dem heutigem Niveau entsprechend, aber das macht das Album ja auch so sympatisch. Fast eine Live-Stimmung.
Kaufempfehlung für Fans deutscher Rockmusik. Die Bonus-CD ist mit einigem schönen Live-Versionen bestückt, die die Live-Atmospäre der damaligen BAP-Konzerte spiegeln.