Nach längerer Pause meldet sich Beverley Knight mit ihrem dritten Album "Affirmation" zurück, mit dem sie teils auch hörbar den tragischen Verlust ihres besten Freundes verarbeitet. Doch wer nun ein rein melancholisches und trauerndes Album vermutet, liegt falsch. "Affirmation" glänzt durch Vielseitigkeit! Zugegeben, der Großteil der LP sind wirklich Balladen, doch auch solche müssen nicht immer nur traurig sein, was beispielsweise die zweite Singleauskopplung "Not Too Late For Love" beweist. All denen, die bisher an Beverley Knights stimmlichen oder gesanglichen Qualitäten gezweifelt haben, oder auch all denen, die sie bisher nicht kannten, sei hier das Gegenteil gegeben. Das Album strotzt an vielen Stellen nur so vor Energie und Stimmgewalt! Da kann man gar nicht verstehen, dass die Künstlerin in Deutschland immernoch nur ein Geheimtipp ist. Eine solch facettenreiche Stimme hat man nämlich selten im Popbiz: Gefühlvoll ohne Ende, teils erotisch, aber immer kraftvoll und beeindruckend. In der ersten Single "Come As You Are" wurde das ja schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Besonders "Straight Jacket", man möchte meinen der beste Song des Albums, der auch durch ein fesselndes und dramatisches Arrangement mit vielen intensiven Streichern besticht, führt dem Hörer diese Stimmgewalt zur Schau. "First Time", ein besonders gefühlvolles Liebeslied, reiht sich da lückenlos in diese Liste mit ein. Der Titelsong "Affirmation" klingt in der Tat ein wenig nach James Bond Soundtrack, besonders durch den gelungenen Tonartwechsel im Refrain. "Keep This Fire Burning" sticht aus dem ganzen Album heraus, allerdings nicht negativ. Es erinnert etwas an "I Thought" von Brandy's Album "Full Moon" und ist eine Cover-Version. Durch diesen R&B-Track bringt Beverley doch gleich mehr Abwechslung in die LP und läd zum tanzen ein. "Till I See Ya" besticht durch ein gelungenes Arrangement und eine Ohrwurm-Melodie und könnte sich schnell zum Radio-Hit mausern, erinnert es doch entfernt an "Where Is The Love" von den Black Eyed Peas. "Below My Radar" ist ein Lied zum Fallen lassen. Gerade weil die Sängerin hier nur ganz zart singt, hat der Song eine unglaublich verträumte und schöne Atmosphäre. "No One Ever Loves In Vain" ist ein von Ex-Robbie-Williams-Songwriter Guy Chambers produziertes und geschriebenes Stück, in dem Beverley ihren Gefühlen stimmlich freien Lauf lässt. Obwohl auch viele andere Songs (z.B. "First Time", "Till I See Ya", "No One Ever Loves In Vain" etc.) an ihren tragischen Verlust erinnern, so spiegelt doch kein anderes Lied diesen Schmerz so gut wieder, wie "Remember Me". Nur vom (selbstgespielten) Klavier begleitet beschreibt Beverley ihre Gefühle über den Tod ihres Freundes. Der Hidden-Track "Fatal Factor" läd mit seinen mitreissenden Bläser-Arrangements wieder zum tanzen und feiern ein und beweist erneut ihre stimmliche Einzigartigkeit.
Fazit: Gut gemachtes und grandioses Pop-Soul-R&B-Rock-Album, dass durch Vielseitigkeit und die grandiose Stimme von Beverley Knight einfach nicht mehr aus den Ohren zu bekommen ist!