Die Geschichte beginnt mit zwei parallel verlaufenden Erzählsträngen, von denen einer in der Gegenwart spielt: Sandrine fährt nach längerem Heil-Aufenthalt in einem Sanatorium zurück nach Toulouse, wo damals der Mordanschlag auf sie verübt wurde. Der andere Strang besteht dagegen aus ihren Erinnerungen, die diese Tat vor einem Jahr dem Leser noch einmal vor Augen führt. In Toulouse angekommen, wird die Geschichte dann nur noch in der Gegenwart fortgeführt. Diese Erzählweise hat mir gut gefallen und verstärkte für mich die Spannung.
Der Thriller war für mich kein Buch zum locker dahinlesen, denn der Schreibstil war etwas anspruchsvoller, bzw. bremsten mich die vielen Namen von Ortschaften, Gebäuden, Personen und Bruderschaften teilweise etwas aus und die vielen historischen Erklärungen zu eben diesen stockten den Lesefluss immer mal etwas. So interessant ich die vielen Erklärungen fand, war es mir trotzdem manchmal etwas zu viel des Guten, zumal die ganzen Gebäude und Namen in französischer Sprache mir doch nicht immer alle im Gedächtnis blieben und ich dann später manchmal nicht mehr wusste, von wem oder was sie gerade sprachen. Wenn man sich also gerade sowieso nicht so gut konzentrieren kann, wie es mir leider zum Lesezeitpunkt gerade ging, ist dies nicht so vorteilhaft. So muss ich sagen, sind mir einige Zusammenhänge am Ende wahrscheinlich entgangen.
Die Handlung fand ich trotzdem spannend und interessant zu lesen, auch weil die Personen zum Teil sehr undurchsichtig wirkten. Mein Gefühl hat mir zwar schnell Sympathien und Antipathien gezeigt, aber ob ich diesem Gefühl wirklich trauen konnte, war nicht immer klar. Nur Sandrine und ihre Freundin konnte ich fest zuordnen und fand beide auch sehr sympathisch und lebendig dargestellt.
Der Schluss war dann eine heftige Überraschung, mit der ich nicht gerechnet hätte, der aber sehr gut zu der ganzen Geschichte passt und mich wieder mit den teilweise empfundenen Längen zwischendrin versöhnen konnte.
Sehr gut hat mir die Vermischung zwischen Historie und Fiktion gefallen. So etwas lese ich immer sehr gerne, wobei mir aber wichtig ist, dass die historischen Tatsachen später im Buch aufgeführt werden. Dies ist hier der Fall, es gibt hinten im Buch ausführliche Erklärungen dazu.
3,5 Sterne