Ganz gekonnt verheirateten die Luftschmiede auf ihrem Debut schon Southern-Blues und Hardrock(,n'roll) Elemente, erwiesen sich als vielversprechende songwriter und wussten damals schon wie wichtig Riffs und Hooks waren.
Die mit ihnen gern und oft verglichenen Rolling Stones klangen nie so hart wie die Bostoner hier schon, obwohl diese Platte klangmäßig eigentlich noch recht zahm ist - Perry hatte seinen bissigen Gitarrensound hier noch nicht ganz gefunden.
Maximal ,Write A Letter' fällt hier ein wenig ab, aber dafür gibt es hier ihre großartigste Ballade (,Dream On'), ein ungemein groovendes und trotzdem rockendes Rufus Thomas cover (,Walkin' The Dog' - für mich die beste Version dieses Klassikers) und die Steilvorlage für den Guns'n'Roses Sound (,Mama Kin'). In den 80er, wurde ja gern der Ausdruck ,Sleaziness' für die Musik von Bands wie G'n'R, L.A. Guns oder Mötley Crüe verwendet - die Jungs haben das aber erfunden, und das hört man hier schon raus.
,One Way Street' beginnt dann eigentlich wie ein typischer southern Blues, aber bevor man denkt ,schon oft gehört', nimmt der song dann doch wieder eine interessante Wendung und zieht plötzlich ziemlich an.
5 Sterne sind hier nicht zuviel, weil hier neben 2 wahren Perlen, ein durchgehend hohes Niveau gehalten wird. Aber Vorsicht: virtuoser Hardrock ist das natürlich nicht - dafür aber authentisch und ganz elegant schwarze grooves mitverarbeitend. Da verzeiht man auch die leicht holprige Produktion - es war schliesslich das erste Album.