Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Handlung spielt im Jahre 2415, vier Jahrhunderte nachdem ein Virus die Menschheit ziemlich dezimiert hat und nur noch 5 Millionen Überlebende in einer utopischen Stadt namens Bregna leben. Aeon gehört den Monicans an, einer geheimen Widerstandsbewegung, deren Ziel es ist, das Goodchild-Regime zu zerstören, das von ihrem Namensgeber Trevor Goodchild (Martin Csokas) angeführt wird. Dieser Regent von Bregna ist ein Nachkomme des Mannes, der einst ein Heilmittel gegen das tödliche Virus entdeckte. Aeon wird vom Händler (Francis McDormand) darauf angesetzt, Goodchild zu eliminieren, aber natürlich kommen dabei dunkle Geheimnisse zu Tage und es gilt, einige Verschwörungen zu vereiteln. Dieser Plot verführt die Regisseurin Karyn Kusama (der es mit ihrem Erstlingswerk Girlfight deutlich besser erging) dazu, sich stark der Routineaction und schnell-geschnittenen Feuergefechten hinzugeben, und so kommt es, dass die schwer bestimmbaren Höhepunkte eher vom beeindruckenden Athletentum von Theron und von Costar Sophie Okonedo (als Monican-Gefährtin) bestimmt werden. die zu 100 Prozent in ihren Rollen aufgehen. Die sind dramaturgisch darum eher flach, aber physisch sehr dynamisch angelegt. Andere Höhepunkte schließen Aeons High-Tech Spielzeuge ein, einschließlich eines Augapfels, der sich als Mikroskop entpuppt, sowie das amüsante Kostüm von Peter Postlethwaite. Flux Fans könnten sich dennoch fragen, was mit der surrealen, chromglänzenden Zukunft geschehen ist, die der MTV-Reihe ihre visionäre Färbung gab. Als Real-Film ist Aeon Flux eher ein schwächerer Versuch, der aber unterhaltend genug ist, um einen kleinen Kreis von Bewunderern zu unterhalten. --Jeff Shannon
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bildmaterial ist berauschend gut ausgestattet. Vor allem Schärfe und Farben beglücken das Auge enorm. Aber auch der Sound kann da auf allen Spuren mithalten. Lediglich die türkische Synchronisation fällt für das ungeübte Ohr ein wenig gewöhnungsbedürftig aus. Die Extras sind ebenfalls ein Hit.
Bild: Nicht nur die Detailschärfe (Fliege im Auge, 00:1:37 oder Auge des Alten, 00:49:02) stellt sich als hervorragend heraus, auch auf Distanz brilliert die Schärfe durch konturierte Darstellungen (futuristisches Gebäude, 00:02:30). Natürlich können das auch die Special Effects halten (Stadt, 00:03:03) in denen das Bild sehr konstant bleibt. Auch farblich kann das Material in allen Belangen überzeugen. Alle Farbtöne kommen gleichermaßen naturgerecht wie brillant zur Geltung und besitzen eine hohe Leuchtkraft, die nicht zum Überstrahlen neigt. Gelegentliche Überbelichtungen sind gewollter Natur und fallen stimmungsvoll aus. Dennoch stellen sich die Kontrastwerte nicht ganz so perfekt dar wie es Farb-, Schärfe- und Rauschwerte tun, sondern bleiben "nur" im guten Bereich (linke Gesichtshälfte von Aeon Flux, 00:11:48). Rauschen oder Artefakte bleiben aus (Aeon vor weißer Mauer, 00:14:18). Das Bild bleibt konstant klar und konturiert. Einzig bei ganz genauem Hinsehen machen sich an kontrastreichen Übergängen kaum wahrnehmbare, winzige Treppchenbildungen bemerkbar (Schulterprofil von Aeon vor Himmel, 00:14:52). Auch wirken die animierten Hintergründe nicht immer ganz homogen mit den sich auf ihnen bewegenden Figuren.
Ton: Der Ton gibt alles, was er hat. Schon die erste Einstellung demonstriert einen großen Facettenreichtum indem sie potenten Musikklang mit überaus nuancierten Effekten von Fliegengeräuschen anbringt, die sich präzise alternierend auf alle Boxen verteilen und den Raum akustisch erweitern (Fliegensummen, 00:01:22). Vor allem die Effekte in Kampfszenen sind berauschender Natur. Von allen Seiten zischt und donnert es in den Raum hinein, so dass sich der Zuschauer mitten im Geschehen wähnt. Auch die Musik trägt hervorragend dazu bei. Sprachlich fällt das Original ein kleinen Tick leiser aus als die präzise deutsche und die ebenso leider etwas Raumklang vermissende, basslastigere türkische Synchronisation (aufgesetzt wirkender türkischer Dialog, 00:20:09). Nichtsdestotrotz bietet auch das Original reichlich Klarheit und Detailreichtum. Dies betrifft auch in allen Versionen die Kulissendetails, die enorm fein abgestimmt sind. Selbst relativ leise Schrittsignale klingen von Richtungsdynamik durchdrungen über die Front und hinterlassen gemeinsam mit den anderen akustischen Ebenen einen überaus vollen, weiträumigen und plastischen Eindruck.
Extras: Zu den ausführlichen Special Features, welche die DVD bereit hält, gehören ein Audiokommentar von Charlize Theron und Produzentin Gale Anne Hurd sowie ein weiterer Audiokommentar von den Co-Writern Phil Hay und Matt Manfredi. Außerdem präsentiert die Disc noch das Feature "Erschaffung einer Welt: Aeon Flux" (20:51 Min.), das mit Ausschnitten aus der Originalserie, zahlreichen Kommentaren zur Produktion und mit interessanten Vergleichen daher kommt. Ein weiteres Extra kümmert sich um "die Locations von Aeon Flux" (14:48 Min.) und beinhaltet viele interessante Kommentare zur Auswahl der Sets. "Die Stunts von Aeon Flux" (9:04 Min.) beinhaltet faszinierendes Material über die rasanten Stunts der Darstellerin und ihr hartes Training für den Film. "Das Kostümdesign" (13:37 Min.) und "die Handwerksarbeiten am Set" (3:34 Min.) beinhalten weitere sehr informative Fakten, Details und Kommentare zur Produktion. Im Anschluss wird dem Zuschauer noch der Original Kinotrailer (2:10 Min.) geboten. --movieman.de
VideoMarkt
Video.de
Stern
Blickpunkt: Film
Erstmals als Actionheldin inszeniert wird Oscar-Gewinnerin Theron von 'Girlfight'-Regisseurin Karyn Kusama. Das Gespür für weibliche Aggression ist zwar Kusamas Stärke, die Schaffung einer im Jahr 2415 angesiedelten Zukunftsvision ist jedoch eine andere Angelegenheit. Die umfasst die letzte Stadt der Erde, Bregna, wo ein Prozent der Menschheit (der Rest ist einem Virus zum Opfer gefallen) durch hohe Mauern von der Natur geschützt in scheinbar utopischer Harmonie lebt. Die optische Umsetzung vermittelt den Eindruck einer angestrengt-kreativen Produktion mit begrenzten Finanzmitteln, bei der versucht wurde, existierende Standorte (wuchtige Betonbauten und ornamentale Gärten) in die Designs zu integrieren. Der Science-Fiction-Anstrich wird in erster Linie durch avantgardistische Haarschnitte und Kostüme - im Fall der Titelheldin hautenge, figurbetonende Spandexoutfits - erzielt. Dies gibt ihr Bewegungsfreiheit, den neuesten Auftrag ihrer Rebellenführerin (Frances McDormand) auszuführen. Auszuschalten gilt es den Stadtregent Trevor Goodchild (Marton Csokas, zuletzt als Fiesling Guy de Lusignan in 'Königreich der Himmel'), der durch seine Mao-inspirierten Plakate im Warhol-Stil als unlauterer Diktator zu erkennen ist. Doch als sie ihm nach turnerisch beeindruckendem Ansturm auf seine Festung gegenüber steht, zögert die Freiheitskämpferin. Goodchild ist ihr aus bizarren Träumen bekannt und entpuppt sich als engagierter Wissenschaftler zum Wohl der Menschheit. Plötzlich ist sich Aeon Flux ihrer Mission nicht mehr sicher und ein genretypisch vertracktes Sortieren zwischen Fakten und Vorgaben, Loyalitäten und Feindschaften nimmt seinen Lauf.
Die Drehbuchautoren Phil Hay und Matt Manfredi, die bereits für 'Verrückt/Schön' und 'Tuxedo' ein Team bildeten, liefern zu gleichen Teilen einen futuristischen Actionthriller und eine zarte Lovestory. Allerdings geben sie weder Aeon Flux noch anderen Figuren einen Hintergrund. Auch werden Themen wie die einer Überwachungsgesellschaft nach Vorbild eines Orwell oder Reinkarnation dermaßen oberflächlich angeschnitten, dass sie kaum ins Gewicht fallen. Spärlich gesät sind auch Spezialeffekte, u. a. messerscharfe Grashalme und ein mysteriöser quallenförmiger Zeppelin (CGI-kreiert), in dem Pete Postlethwaite als orakelhafter Methusalem die Stadt umkreist. Der beste Effekt dieses weitgehend humorfreien Fantasygespinsts ist Theron. Mit Hilfe von Stunt- und Gymnastikdoubles und freundlich kaschierendem Schnellschnitt, sobald es ans Nahkampf-Eingemachte geht, macht sie - wenn auch nicht gerade von Angelina Jolies Format als Lara Croft - eine schnittige Figur als gelenkige Actionamazone - und ist damit auch Verkaufsargument Nummer eins des Films. ara.