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Die CD kommt leider nicht an die beiden erstlingswerke heran, auch wenn "lorelei" einige Wochen in den DAT-Charts verbringen durfte.
Aber ein Tanzflächenfüller wie "Tanz der Schatten" ist und war es auf keinen Fall. Mit dieser CD habsn sich ToT neue Tore geöffnet, aber einige werden sich mit Sicherhait auch verschlossen haben. Trotzalledem eine CD die man sich anhören kann. Ich allerdings hätte mir gewünscht, ToT wären ihrer Linie treu geblieben.
Zurueck zum Thema:
Aegis besteht aus Liedern ueber Frauen aus der Mythologie (der Titel suggeriert...). Wie frueher sind die Texte in archaischem Englisch (fuer mich ein grosser Pluspunkt - vor allem auch gegenueber der neuen 'Techno-Alben'). Diesmal variiert der Saenger zwischen (hauptsaechlich) normaler und (manchmal) gebrochener Stimmlage - hin und wieder wird auch gefluestert. Und Liv Kristine besticht wie immer durch ihre Engelszunge.
In ihrem Sektor ist Aegis meiner Meinung nach ohne Konkurrenz - die CD bricht aus dem Standard-schoene-Frau-boeser-Mann-Gothic aus und haette grossartige Perspektiven fuer die Zukunft der Band geboten...
Wem beispielsweise 'The Masquerader & Phoenix' (aus: Velvet Darkness They Fear) oder 'Mïre' (aus: Theatre of Tragedy) gefaellt, wird sich auch an Aegis erfreuen koennen.
(Hervorragend: 'Cassandra')
Die Band zog ihre Konsequenzen und tat auf ihrem Drittwerk einen großen Schritt in Richtung größerer kommerzieller Verwertbarkeit - die männlichen Vocals wurden von sämtlichern Rülpsern gereinigt und Raymond darf nunmehr sein Organ klar erklingen lassen. Ob dieser Schritt so vorteilhaft war, ist fraglich - ein überdurchschnittliches Stimmtalent ist er sicherlich nicht. Glechzeitig wurde die Gitarrenarbeit nochmals entschärft und kommt somit dem Begriff "Rock" wesentlich näher als den ursprünglichen Death Metal-Gefilden.
Natürlich darf Liv auch wieder ihrem Goldkehlchen Töne entlocken. Dumerweise tat sie dies allein in Deutschland, nachdem die Band ihr die fertigen Songs mit Leerstellen für die entsprechenden Solostellen zugesandt hatte. Dass auf diese Art und Weise kein geschlossenes Ganzes entstehen kann, ist klar und das merkt man beim Hören von "Aegis" ganz deutlich - zu konstruiert und zu wenig durchstrukturiert erscheinen die Songs, vieles wirkt zusammengeschnipselt. Das schmälert leider das Vergnügen, das man an den teilweise recht gelungenen Melodien und der nach wie vor dichten Atmosphäre hätte haben können. Mit ihrem Drittwerk haben ToT mit Sicherheit einige Fans in der Gothic-Szene hinzugewonnen, aber ebenso sicher auch einige verloren. Den Spitzenplatz ihres Genres nehmen sie auf keinen Fall mehr ein. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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