Wieder einmal besticht das Buch durch Aufmachung - nicht durch grafische Opulenz, sondern durch gute und lesbare Gliederung. Die Darstellung der einzelnen Gegenstände ist hervoragen gelungen und die Wizards verstehen es, dank dieser übersichtlichen Struktur hunderte von magischen Gegenständen in diesem Band zu präsentieren.
Über Rüstungen und Waffen geht es zu all den anderen magischen Wunderlichkeiten, die (AD)D&D immer ausgemacht haben: Ringe, Stäbe, Gürtel, Masken, Helme, Musikinstrumente... usw. Allerdings liegen mir Bezeichnungen wie "Slots" schwer im Magen - magische Handschuhe sind magische Handschuhe, und keine Gegenstände für "Hand Slots". Das klingt wie Diabolo und nicht wie ein Pen & Paper Rollenspiel.
Und dann ein weiteres Manko, dass sich allerdigns durch alle Bände der 4th Edition zu ziehen scheint: egal, wie mächtig der Gegenstand ist, das Buch präsentiert zu allen(!) Einträgen lediglich einen Satz Einleitung in der die innenwohnende kraft angedeutet wird. Keine Legenden, keine damit verbundenen Überlieferungen oder NSCs - nichts!
Nach annähernd 200 Seiten purer Gegenstandsauflistung kommen 5 Seiten zu Fragen wie Gesinnungen, besondere Gegenstände und dann noch 2 Ideen, die ich erschreckend finde. Zum einen ein 4th-level Zauber, mit dem man mal eben die Kraft eines Gegenstands auf einen anderen transferieren kann (für den Fall, dass der Dieb einfach nicht mit dem Zweihänder umgehen kann, aber so gerne die Körperteile abtrennen Kraft auch für sein Kurzschwert hätte). Zum zweiten: die Level der Gegenstände, zu denen das Buch empfiehlt, Gegenstände mit mehr als 5 Leveln Unterschied zum Charakterlevel für diesen Charakter einfach unbenutzbar zu machen. Bei aller bisherigen Kritik an diesem Regelwerk - noch deutlicher kann man Papier gewordenes World of Warcraft nicht deutlich machen. Pen & Paper sollte sich durch intelligente Item Verteilung via Spielleiter von MMORPGs unterscheiden - wenn dieser also einen mächtigen Gegenstand finden lässt, dann sollte dieser auch nutzbar sein. Alles andere endet in XP grinding... und die ist am PC eindeutig besser aufgehoben.
Abschließend: mit all den Büchern über magische Gegenstände der letzten Editionen geniesse ich die knappe, übersichtliche Gliederung der magischen Gegenstände in "Adventurer's Vault". Für neue Spielleiter und Spieler aber ist eine grosse Chance vertan worden, durch Mythen passend zum Gegenstand auf Unterschiede zwischen dem Rollenspiel mit Freunden am Tisch und dem mit Freunden über Headset in AI kontrollierten online Welten hinzuweisen. Schade...