Diese Ansage passt im doppelten Sinne auf den Roman "Adria-Express" von Gerrit Fischer. Erstens natürlich wegen des Buchtitels und zweitens begibt man sich mit dem Öffnen des Buches unweigerlich selbst auf die Reise. In diesem Falle mit der Bahn in den Süden Europas, zusammen mit dem Hauptdarsteller Tim und seinen Reisebekanntschaften.
Mit viel Gespür für Details werden Schauplätze, wie z.B. Bahnhöfe, Nachtzüge und italienische Urlaubsorte beschrieben. Auch die auftauchenden Charaktäre werden liebevoll mit ihren Ticks, Stärken und Schwächen beschrieben, so dass man sie einfach lieben muss.
Ganz besonders spricht der Roman diejenigen an, die schon einmal mit einem Interrail-Ticket durch Europa gereist sind und sich auf das improvisierte einfache Reisen, z.B. das Schlafen am Strand oder in Bahnhöfen, eingelassen haben.
Emotional hat "Adria-Express" auch Diverses zu bieten. Von der Frage über den Sinn des Lebens und auf welche Weise man das Leben erfüllt und zufrieden meistert, über skurrilen Humor (man denke an einen Liegewagenschaffner, der immer wieder in abstrusester Erscheinung in den Alpträumen des Hauptdarstellers vorkommt) bis hin zu einer romantischen Liebesgeschichte, dessen Ausgang bis hin zu den letzten Worten des Romans offen bleibt.
Ich jedenfalls war beim Lesen mit an den Orten des Geschehens, habe die Sonne auf meiner Haut gespürt, den Duft von italienischem Càfe wahrgenommen und habe mich sogar, gemeinsam mit dem Hauptdarsteller in eine gewisse Lara verliebt - mannomann.
Zusammengefasst bietet Adria-Express einen Kurzurlaub für all jene, die momentan nicht zum Verreisen kommen. Wer in diesen Zug nicht einsteigt, verpasst echt was.