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Adorno: Eine politische Biographie
 
 
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Adorno: Eine politische Biographie [Gebundene Ausgabe]

Lorenz Jäger
2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 16.08.2003
Kaum zu glauben, aber wahr: Was Lorenz Jäger in seiner Biografie präsentiert, verspricht der Rezensent Tim B.Müller, ist ein "Adorno, den jeder verstehen kann". Und zwar, noch erstaunlicher, ohne dass das mit einem allzu großen Verlust an intellektueller Genauigkeit verbunden sei. Schon die "Grundkonstellation", in die Jäger den Philosophen sozusagen hineingeboren sieht, nämlich die marxistische, die psychoanalytische und die Zwölfton-Lehre als Ausgangs-Hintergrund, vermag den Rezensenten als Analyseansatz im Grunde zu überzeugen. Ganz gerecht werde Jäger dem Sachverhalt zwar nicht, so sei, meint Müller, Adorno doch um einiges origineller gewesen, als von Jäger veranschlagt. Es geht dem Autor, hier wird es deutlich, zuletzt doch um ein Projekt der "Entzauberung". Auch in der allzu einseitigen Darstellung eines vermeintlichen Anti-Amerikanismus schieße er schon mal übers Ziel hinaus. Dabei lägen Jägers Stärken jedoch ohnehin weniger in der Auseinandersetzung mit philosophischen Entwürfen als in den "hinreißenden Miniaturen" von Zeit- und Weggenossen, in der Aufmerksamkeit auch für Nebensätze und Nebensächliches. Und genau das macht das Buch, so Müller, zur gelungenen "populären Biografie".

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 20.08.2003
Sehr verärgert zeigt sich Hilal Sezgin über die als "politisch" bezeichnete Adorno-Biografie des FAZ-Redakteurs Lorenz Jäger, die sie schlicht als gehässig bezeichnet. Nur der ganz junge Adorno scheine das Wohlwollen des Biografen zu genießen, wundert sich Sezgin; der Verfasser habe sich alle Mühe gegeben, sämtliche abfälligen Bemerkungen von Zeitgenossen über Adorno zu sammeln und aufzuspießen. Überhaupt fragt sie sich, was einen Biografen dazu veranlasst, die Lebensgeschichte eines Denkers zu beschreiben, dessen theoretischen Ansatz er als von Anfang an "veraltet" abtut. Kein gutes Haar lasse der Mann an Adorno, klagt Sezgin: angeblich hätte Adorno nichts von Kunst und Musik seiner Zeit verstanden, nichts von der Psychoanalyse, nichts von angelsächsischer Literatur und Heidegger habe er auch verkannt. Jägers Lesart von Adornos Büchern findet sie höchst eigenwillig und von Widersprüchen geprägt: werde auf der einen Seite betont, Adornos Kindheit sei mehr katholisch als jüdisch geprägt gewesen, stelle Jäger später "das Jüdische im Frankfurter Denken" heraus. Von der Lektüre dieses alles niedermachenden Buches kann Sezgin nur abraten.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Zum 100. Geburtstag von Adorno am 11. September 2003 die erste politische Biographie
Kaum ein Philosoph des 20. Jahrhunderts hat eine solche gesellschaftspolitische Wirkung entfaltet wie Theodor W. Adorno, der Mitbegründer der Frankfurter Schule. Lorenz Jäger zeigt in seiner Biographie überraschende Seiten des streitbaren Philosophen.

Zentral für Adornos Selbstverständnis war seine jüdische Abkunft ebenso wie das Erlebnis des Nationalsozialismus, der ihn in die Emigration nach Amerika trieb. Dort schrieb er zusammen mit Max Horkheimer sein wirkungsmächtigstes Werk Dialektik der Aufklärung. Darin leuchtet er vor dem Hintergrund der NS-Verbrechen die Schattenseiten der Moderne aus. Als Haupt der Frankfurter Schule hat Adorno seinen festen Platz in der Philosophiegeschichte, war aber auch einer der wichtigsten Anreger, Förderer, Vermittler und Deuter im deutschen Geistesleben. Lorenz Jäger unternimmt es zum ersten Mal, Adornos philosophisch-literarisches Schaffen in die politischen Entwicklungen einzubetten. Er legt eine spannend zu lesende Darstellung vor, in der er Adornos Lebensweg einfühlsam nachzeichnet und in wichtigen Punkten neu deutet.

Der Verlag über das Buch

»Die Strategie, den Denker zu entzaubern und zu historisieren, mündet in Hochachtung für den Menschen: Als Adorno am Ende seines Lebens erkennt, dass die denkerische und künstlerische Moderne überlebt ist, bekennt er das – für Jäger ein Akt intellektueller Redlichkeit und Stärke.« Tim B. Müller, Süddeutsche Zeitung »Knapp und fasslich dargestellt.« Frankfurter Allgemeine Zeitung »Sein kluger Biograf Lorenz Jäger … nennt Adorno einen »Denker der Distanz«.« Jan Engelmann, taz »Trotz aller Kritik an den negativen Kategorien Adornos erweist sich Jäger am Ende als adäquater Biograf des Kritikers der instrumentellen Vernunft.« Netzeitung »Eine kluge und kompakte Analyse im zeitgeschichtlichen Kontext, brillant formuliert.« Nürnberger Zeitung »Lorenz Jäger grub in seiner politischen Adorno-Biografie einen Schatz zauberhafter Zitate aus, die schönen Stellen gewissermaßen, in denen Adorno seinem Meister Walter Benjamin nahekommend, Poesie und Reflexion zu Denkbildern verdichtet, die auszulegen weiter gehende Belehrung verspricht.« Michael Rutschky, Der Tagesspiegel »Das »letzte Genie« war ein »letzter Intellektueller«. Ihm hat Lorenz Jäger einen würdigen Grabstein gesetzt.« Neue Zürcher Zeitung -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Lorenz Jäger, geboren 1951, ist Redakteur im Feuilleton der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen zur Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Zuletzt erschien »Das Hakenkreuz – Zeichen im Weltbürgerkrieg«.
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