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Adorno: Eine politische Biographie
 
 
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Adorno: Eine politische Biographie [Gebundene Ausgabe]

Lorenz Jäger
2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 2 (7. August 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421054932
  • ISBN-13: 978-3421054937
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 13,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 992.659 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 16.08.2003
Kaum zu glauben, aber wahr: Was Lorenz Jäger in seiner Biografie präsentiert, verspricht der Rezensent Tim B.Müller, ist ein "Adorno, den jeder verstehen kann". Und zwar, noch erstaunlicher, ohne dass das mit einem allzu großen Verlust an intellektueller Genauigkeit verbunden sei. Schon die "Grundkonstellation", in die Jäger den Philosophen sozusagen hineingeboren sieht, nämlich die marxistische, die psychoanalytische und die Zwölfton-Lehre als Ausgangs-Hintergrund, vermag den Rezensenten als Analyseansatz im Grunde zu überzeugen. Ganz gerecht werde Jäger dem Sachverhalt zwar nicht, so sei, meint Müller, Adorno doch um einiges origineller gewesen, als von Jäger veranschlagt. Es geht dem Autor, hier wird es deutlich, zuletzt doch um ein Projekt der "Entzauberung". Auch in der allzu einseitigen Darstellung eines vermeintlichen Anti-Amerikanismus schieße er schon mal übers Ziel hinaus. Dabei lägen Jägers Stärken jedoch ohnehin weniger in der Auseinandersetzung mit philosophischen Entwürfen als in den "hinreißenden Miniaturen" von Zeit- und Weggenossen, in der Aufmerksamkeit auch für Nebensätze und Nebensächliches. Und genau das macht das Buch, so Müller, zur gelungenen "populären Biografie".

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 20.08.2003
Sehr verärgert zeigt sich Hilal Sezgin über die als "politisch" bezeichnete Adorno-Biografie des FAZ-Redakteurs Lorenz Jäger, die sie schlicht als gehässig bezeichnet. Nur der ganz junge Adorno scheine das Wohlwollen des Biografen zu genießen, wundert sich Sezgin; der Verfasser habe sich alle Mühe gegeben, sämtliche abfälligen Bemerkungen von Zeitgenossen über Adorno zu sammeln und aufzuspießen. Überhaupt fragt sie sich, was einen Biografen dazu veranlasst, die Lebensgeschichte eines Denkers zu beschreiben, dessen theoretischen Ansatz er als von Anfang an "veraltet" abtut. Kein gutes Haar lasse der Mann an Adorno, klagt Sezgin: angeblich hätte Adorno nichts von Kunst und Musik seiner Zeit verstanden, nichts von der Psychoanalyse, nichts von angelsächsischer Literatur und Heidegger habe er auch verkannt. Jägers Lesart von Adornos Büchern findet sie höchst eigenwillig und von Widersprüchen geprägt: werde auf der einen Seite betont, Adornos Kindheit sei mehr katholisch als jüdisch geprägt gewesen, stelle Jäger später "das Jüdische im Frankfurter Denken" heraus. Von der Lektüre dieses alles niedermachenden Buches kann Sezgin nur abraten.

© Perlentaucher Medien GmbH

Pressestimmen

Die Strategie, den Denker zu entzaubern und zu historisieren, mündet in Hochachtung für den Menschen: Als Adorno am Ende seines Lebens erkennt, dass die denkerische und künstlerische Moderne überlebt ist, bekennt er das – für Jäger ein Akt intellektueller Redlichkeit und Stärke.

Knapp und fasslich dargestellt.

Sein kluger Biograf Lorenz Jäger … nennt Adorno einen ›Denker der Distanz‹.

Trotz aller Kritik an den negativen Kategorien Adornos erweist sich Jäger am Ende als adäquater Biograf des Kritikers der instrumentellen Vernunft.

Eine kluge und kompakte Analyse im zeitgeschichtlichen Kontext, brillant formuliert.

Lorenz Jäger grub in seiner politischen Adorno-Biografie einen Schatz zauberhafter Zitate aus, die schönen Stellen gewissermaßen, in denen Adorno seinem Meister Walter Benjamin nahekommend, Poesie und Reflexion zu Denkbildern verdichtet, die auszulegen weiter gehende Belehrung verspricht.

Das ›letzte Genie‹ war ein ›letzter Intellektueller‹. Ihm hat Lorenz Jäger einen würdigen Grabstein gesetzt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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31 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Feindliche Übernahme, 7. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Adorno: Eine politische Biographie (Gebundene Ausgabe)
Lorenz Jäger, Redakteur im Feuilleton der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" , hat nicht um der Sache willen, sondern aus Anlass des 100. Geburtstages von Theodor W. Adorno, eine "politische Biographie" des Jubilars vorgelegt. Das Buch ist hervorragend geschrieben, es glänzt durch weit reichende Kenntnisse des kulturgeschichtlichen Kontextes, in dem Leben und Werk Adornos stehen, ebenso wie durch intime Kenntnis der biografischen Details, von denen Lorenz Jäger viele aus den aktuell erschienenen letzten Bänden des Nachlasses der Schriften Adornos bezieht. Besonders für diejenigen Leserinnen und Leser, die nicht oder noch nicht zu den Kennern der Kritischen Theorie zählen, wird die gut lesbare und mit einem Umfang von 300 Seiten einigermaßen leicht zu bewältigende Darstellung Jägers reizvoll sein.
Und genau darin liegt ein Problem.
Altgediente Adorno-Leser werden sich vielleicht verwundert die Augen reiben: Ein Redakteur der F.A.Z., die, daran soll hier erinnert werden, früher einmal in der krudesten Weise gegen den Gründervater der Frankfurter Schule polemisiert hat, schreibt ein in vielen Einzelheiten lesenswertes Buch über Adorno! Vor dreißig Jahren wäre das undenkbar gewesen, denn die Strategie der F.A.Z. bestand seinerzeit darin, den Philosophen und notorischen Kritiker der Gesellschaft mit dem sachlich unsinnigen Vorwurf zu diffamieren, Adorno sei mindestens für die Ausschreitungen der Studenten von 1968, mittelbar aber auch für das Abdriften eines Teils derselben in den Terrorismus moralisch verantwortlich zu machen.
Ist hier ein Gesinnungswandel beim Renommierblatt der konservativen Presse festzustellen? Hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung in der Gestalt ihres Redakteurs Lorenz Jäger eine erfreuliche Revision eines alten Denkfehlers vorgenommen? Keineswegs, denn auch der nachgeborene Redakteur Jäger verficht die alte These, wenn auch nicht mehr in der kruden Form hasserfüllter Polemik, sondern in der eleganten eines originellen Buches. Weniger aufdringlich, aber sachlich identisch lautet die Formulierung der These bei ihm folgendermaßen:
"Wenn es richtig ist, daß jedes Handeln seine sittlichen Potentiale nicht primär in einer universellen, sondern in einer partikularen Sphäre ausbildet, in der Familie, in der konkreten Verantwortung in einem Arbeitsbereich, in der politischen Praxis, die nun einmal an den Nationalstaat gebunden ist, wenn also Sittlichkeit in ihrem Bildungsprozeß auf partikulare soziale Formen angewiesen ist - dann nimmt, wer diese begrenzten Formen des Handelns entwertet, verdächtig macht und für irrelevant erklärt, der Sittlichkeit den Grund, auf dem sie erst gedeihen kann. Was er hinterlässt, ist eine Hypermoral, die ihre eigenen Grenzen nicht mehr bestimmen - und deshalb in Brutalität umschlagen kann."
Es ist aber nicht richtig, was der F.A.Z.-Redakteur hier vorträgt. Nota bene: Lorenz Jäger doziert eine konservative Moral, gegen die Adorno mit jeder Zeile seines Werkes Einspruch erhoben hat. Mit einem Ausdruck aus der Sprache der Wirtschaft kann man sein Buch als den Versuch einer feindlichen Übernahme bezeichnen: Der F.A.Z.-Redakteur nimmt den Philosophen in die Ahnengalerie seines Feuilletons auf. En passant renoviert er die konservative Polemik gegen Adorno, was der unbedarfte Leser der Einführung möglicherweise gar nicht bemerkt. Das kritische Denken Adornos wird ruhiggestellt durch seine Erhebung zum Klassiker. Insofern hat der Beitrag zum Geburtstagsjubiläum doch einen sachlichen Anlass, aber einen, der der Sache Adornos diametral entgegensteht.
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