31 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Wieder nur die alte Laier, 30. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Adolf Hitlers Mein Kampf: Geschichte, Auszüge, Kommentare (Gebundene Ausgabe)
Das Buch hat mich enttäuscht. Gleich schon beim Titel!, denn dieser müsste lauten: "Hitlers Leben". Vielleicht hätte ich es unter diesem Titel und mit dieser Erwartungshaltung auch besser zu schätzen gewusst. Denn nicht etwa liegt hier ein Buch vor, das neu und anders an Hitlers Werk herangeht, das versucht, die Ideen aus der Zeit heraus zu verstehen und noch einmal vorbehaltslos zu analysieren - vielmehr finden sich seitenweise historische Fakten aus Hitlers Leben, dazu wenige Auszüge aus seinem Buch, und diese dann kommentiert in Form einer Aneinanderreihung jener Aussagen, die der Schüler auch in der Schule von früh auf, ohne sie hinterfragen zu dürfen, auswendig lernen muss. Ich bin bestimmt ein Gegner der Nationalsozialisten, erschüttert stehe ich vor dem schrecklichen Terror des Holocausts und wusste kein Wort mehr, als ich das KZ Bergen Belsen besucht hatte. Und trotzdem: So abgedroschen wieder und wieder nur die gleichen Verurteilungen zu lesen, wie beispielsweise, als Maser schreibt: " Nicht wenige Erklärungen [Hitlers] sind nicht nur töricht, sondern auch ungeschickt.", erschien mir so wertlos und unüberlegt, dass ich jedem nur abraten kann, das Buch zu erstehen. Solcherlei Meinungen zu "Mein Kampf" wie die oben zitierten, kann sich ein verständiger Leser nämlich auch selbst bilden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
41 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Mein Kampf sollte man kennen, Masers Kommentar erleichtert d, 17. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Adolf Hitlers Mein Kampf: Geschichte, Auszüge, Kommentare (Gebundene Ausgabe)
Der Autor - ein bekannter Historiker zu Hitler - liefert lange Passagen des Originals (700 Seiten) zu dem er seine Stellungnahmen ergänzt.
Zum Original: auch Adolf Hitler sollte man eine Chance geben und versuchen, sein Werk vorurteilsfrei lesen. Oder - Kant zitierend - den Mut zum Wissen selbst solcher brisanter Themen zeigen.
Was könnte (damals) faszinierend auf einen Leser ausgewirkt haben, wo hat Hitler im Ansatz positive Ideen:
-- ähnlich wie der (von ihm bekämpfte) Marxismus sieht Hitler im Kapitalismus einen Volksfeind. Julius Evola hat zu jener Zeit Philosophiebücher über die materielle und geistige Degeneration seiner Zeit herausgegeben.
-- Der Arier wird sympathisch und edel dargestellt. Er ist als Kulturträger ausersehen, da er Opferwillen und Gemeinschaftssinn hat, notfalls gibt er für die Seinen sein Leben. An und für sich positive Eigenschaften.
-- Einem Land inmitten von Europa eine neue Identität geben zu wollen, sei es durch Begriffe wie Reinheit der Rasse (ich habe nicht verstanden, was Hitler damit meinte) oder Überwindung der Wirtschaftsdepression.
-- Seine unkonventionelle Verhaltensweise gegen den Willen der Eltern einen künstlerischen Beruf ergreifen zu wollen. Sein Erscheinen als Jugendlicher in der Metropole Wien dürften den ein oder anderen jungen Zeitgenossen solidarisch gestimmt haben.
-- Hitler schreibt von einem besseren Leben, das er den Anhängern seiner Wahl wünscht. Er schreibt sogar gegen Hunger und Gewalt.
-- Auf seinen Trick mit der Vorsehung falle ich nicht herein, sehe in ihm keinen religiösen Menschen. Doch an irgend eine metaphische Gerechtigkeit muß er geglaubt haben, warum äußert er sich mit solch einem Zorn, selbst die Rassenfrage mal außenan gelassen? Auf was berief er sich, er verschweigt dies, wie auch seine Lehrquellen (z.B. Gobinot, Le Bon).
-- Die Reformwünsche des Erziehungswesens sind recht detailliert und fordern z.B. mehr Sport und aktive Freizeitgestaltung (wer dachte 1924 da an z.B. Kriegsvorbereitung?).
--- Und nun das Negative an Mein Kampf:
--- Der Schreibstil ist recht ermüdend, humorlos, sehr viele Wiederholungen (was auch in den Zeitungen jener Zeit zu finden war). Mein Kampf dürfte heute als Lektüre kaum Faszination ausüben (im Gegensatz zu Filmen wie Triumpf des Willens oder Hitlerjunge Quex).
--- Der dürftigste Teil ist meiner Ansicht das Kapitel über Rasse und Art. Wie kann sich der Mann anmaßen die Menschheitsgeschichte auf zwei Pänomene zu reduzieren. Noch dazu Verhaltensweisen aus der Tierwelt auf Verhaltensweisen der Menschheit zu übertragen. Der Arier war damals wie heute eine spekulative unbewiesene These aus okkulten Kreisen, z.B. der Theosophen oder Anthroposophen. Und die Bedeutung der jüdischen Bevölkerung (ein Volk unter ferner liefen) auf Europa wurde von ihm ins Gigantisch-wahnhafte projiziert.
--- Er gibt in seinen endlosen Thesen über die Semiten wirklich kein einziges Beispiel aus der Geschichte / Praxis zu Papier!
- Z.B. die Innenschau einer imaginären Landkarte (ohne Ortsangaben), daß die Semiten (von wo und wohin, in welcher Anzahl??) kamen und die Gastländer infiltrieren, sich mit jedermann liebkind machen wollten, nur um das Land an sich zu reißen und die Kulturen wissentlich zu schädigen?. Wo nimmt der Mann diese Fakten her? Der Jude sei ein materieller Mensch, auf das Diesseits orientiert. Diese Haltung weiß wenig von der jüdischen Mystik, Religion und Literatur. Literarisch/geschichtlich ist dieses Kapitel (Semiten, Arier, die angeblichen Eigenschaften von verschiedenen Nationen) von einem Mann, der nie das Ausland bereist hatte in seiner Dürftigkeit kaum erträglich.
--- Auch die Raumschaffungs- / Umsiedlungspläne kann man in dem Werk schon nachlesen.
--- Er wird historisch selten konkret. Aber in seiner Leidenschaft für die Renaissance in Italien und die griechischen Antike. Diese wohl faszinierenden Kulturen waren keineswegs von einer homogenen Bevölkerung gebildet, was Hitler verschweigt.
Insgesamt sollte das Primär-Werk jeder Interessent dieser geschichtlichen Epoche mal gelesen haben. Werner Masers Kommentare erleichtern den Einstieg.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
9 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wichtig für die Entmystifizierung eines Phänomens, 2. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Adolf Hitlers Mein Kampf: Geschichte, Auszüge, Kommentare (Gebundene Ausgabe)
Ich habe sowohl die vorliegende dokumentierte Ausgabe, als auch (illegal) die im Internet vorliegende Version von "Mein Kampf" gelesen. Erkennbar war für mich der krasse Schnitt zwischen den von Hitler wiedergegebenen persönlichen Erlebnissen ("Kindheit", "Wien"), die unfreiwillig von persönlichem Versagen und Selbstzweifeln zeugen und den groben, anmassend geschriebenen, völlig gegenstandslosen Phillika gegen alles, was seinem zweifellos beschränkten Geist unverständlich war.( Die Juden als Vernichter der Kultur, belegt mit Beispielen des modernen Teaters, der Literatur und der Musik). Wer auch immer noch Zweifel hatte über die Integrität der Person Hitler, wird hier gründlich geheilt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein