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Adolf H: Zwei Leben
 
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Adolf H: Zwei Leben [Broschiert]

Eric-Emmanuel Schmitt , Klaus Laabs
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 512 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 2 (8. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596184576
  • ISBN-13: 978-3596184576
  • Originaltitel: Adolf H.
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 31.037 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Eric-Emmanuel Schmitt
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

8. Oktober 1908: "Adolf Hitler durchgefallen." Ein einzelner Satz steht am Anfang der Katastrophe, die ein Jahrhundert erschüttert hat. Was aber, wenn die Aufnahmekommission der Wiener Kunstakademie damals anders entschieden hätte? Was, wenn der zwanzigjährige Aspirant, der sich prächtig aufs Kollorieren von Architekturpostkarten verstand, tatsächlich Maler geworden wäre? Könnte es sein, daß dieser junge Mann etwas mit uns zu tun hätte? Rückhaltlos und ohne Scheuklappen wirft Eric-Emmanuel Schmitt in seinem neuen, bislang umfangreichsten Roman die verstörende Frage nach den Bedingungen auf, die einen Menschen zu dem machen, was er ist. Parallel zu der Geschichte des Diktators Adolf Hitler erzählt der Erfolgsautor eine Lebensgeschichte im Konjunktiv, die Biographie des Kunstmalers Adolf H., in der ein Mensch sich unter der humanen Gewalt der Kunst zu einem uns Unbekannten entwickelt. Adolf H. Zwei Leben ist nicht nur eine tiefsinnige Reflexion über das Verhältnis von Kunst und Politik, Genie und Wahnsinn, es lädt uns auch dazu ein, über das Ungeheuer nachzudenken, das in jedem von uns selbst wohnt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Eric-Emmanuel Schmitt, 1960 in St.-Foy-les Lyons geboren, studierte Philosophie in Paris. Als Romancier, Dramatiker und Autor für Film und Fernsehen lebt er heute in Brüssel. In Frankreich gehört er zu den bedeutendsten Theaterautoren seiner Generation und hat auch international Erfolg. Für "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" wurde er mit dem Deutschen Bücherpreis 2004 in der Kategorie "Publikumsliebling des Jahres" ausgezeichnet. Und ebenfalls im Jahr 2004 mit dem Quadriga-Preis. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
65 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Schon andere haben es vor dem französischen Autor Eric-Emmanuel Schmitt versucht, die kontrafaktische Annahme "was wäre wenn ...?" auf den deutschen Diktator Adolf Hitler zu beziehen. So hat etwas Stephen Fry in seinem Buch "Geschichte machen", die Frage ventiliert, was sich historisch ereignet hätte, wenn Hitlers Mutter durch einen Zufall nicht schwanger geworden wäre.

Eric- Emmanuel Schmitt wählt für sein Buch eine andere Versuchsanordnung: er fragt sich, was geschehen wäre, wenn Hitler, der ein miserabler Zeichner war und zeitweise seinen Lebensunterhalt durch den Verkauf von kolorierten Wiener Stadtansichten bestritt, im Jahr 1908 die Aufnahme an der Kunstakademie in Wien geschafft hätte. Seine Idee dabei ist, dass seiner künstlerischen Annahme nach das Leben Adolf Hitler anders verlaufen wäre, wäre er nicht durch diese Prüfung gefallen.

Nachdem Schmitt 2005 mit "Das Evangelium nach Pilatus" ein beeindruckendes Buch über Jesus von Nazareth vorgelegt hatte, der Inkarnation des Guten, wollte er, wie er in einer Werkchronik am Ende des neuen Buches schreibt, sich mit vollem Risiko der Inkarnation des Bösen stellen, dem deutschen Diktator Adolf Hitler. Seine Freunde haben ihm dringend davon abgeraten, etliche auch, nachdem er sich nicht überzeugen ließ, den Kontakt mit ihm abgebrochen. Zu sehr hat wohl Schmitts Versuch, literarisch der Frage nachzugehen, ob aus dem jungen Hitler auch ein anderer Mensch hätte werden können, die political correctness" verletzt. Man muss kein Prophet sein, wenn man glaubt, dass diese Verletzung auch die Debatte um dieses Buch bestimmen wird.

Dabei ist es völlig legitim und befreit das Thema auch von der Aura des "Unaussprechlichen", die einer wirklichen historischen Bewältigung und einem vertieften Verständnis dessen, was im Holocaust geschehen ist und im Zweiten Weltkrieg, entgegensteht.

Schmitt spinnt zwei parallele Geschichten um die Hauptfigur herum. Er erzählt abwechselnd von Adolf H. und von Hitler, einmal in der Variante als angenommener Kunststudent und einmal in der Variante, die sich tatsächlich zugetragen hat, als abgelehnter Bewerber.

Adolf H. entwickelt sich über die Jahre zu einem recht passablen Menschen, lässt seine Sexualstörungen von keinem geringeren als Sigmund Freud behandeln und ist später Mitglied der Gruppe um Andre Breton. Je weiter Schmitt hier in der Zeit fortschreitet, desto willkürlicher sind seine Annahmen. Deutschland ist nicht von den Nationalsozialisten okkupiert worden, es gab keinen Krieg, nur einen kleineren Konflikt der durchaus weiterhin autoritären Regierung mit Polen. Ein nationalsozialistischer Agitator namens Joseph Goebbels spielt all die Jahre eine sehr untergeordnete Rolle als Daueropponent gegen die Regierung.

Im anderen Handlungsstrang erzählt Schmitt die Geschichte Hitlers, wie sie sattsam bekannt ist. Eric Emmanuel Schmitt ist, wie man leicht aus seinem, auch diesem Buch wiederum angehängten "Werktagebuch" entnehmen kann, von einem fast missionarischen Eifer durchdrungen, der aufklären will, warnen will und den Ursprung des Bösen literarisch zu ertasten sucht.

Ich halte dieses neue Buch für absolut lesenswert. Eines seiner besten Bücher ist es allerdings nicht. Wenn sich Schmitt für dieses Buch über Hitler genauso viel Zeit genommen hätte wie für das "Evangelium nach Pilatus", an dem er nach eigenen Angaben in der dortigen Werkchronik über sieben Jahre gearbeitet und über einen Zeitraum von fast 10 Jahren alle ihm zugängliche theologische Literatur bearbeitet hat, wäre ihm auch dieses Buch über "das Böse" besser gelungen, davon bin ich überzeugt.

Man wird in den Besprechungen zu diesem Buch mit Sicherheit lesen, er habe Hitlers Person verharmlost, sie regelrecht mitleiderregend dargestellt. Man wird lesen, die Erklärung seines Größenwahns durch die Kränkungen in der Jugend und seine sexuellen Probleme, seien historisch irreführend und würden dem singulären Phänomen dieses Menschen nicht gerecht.

Aber man wird doch noch der Frage nachgehen dürfen als Literat, ob "das Böse""an Hitler z.B. wirklich schon von Geburt an in seinen Genen angelegt war, oder ob es auch anderen Möglichkeiten der geschichtlichen Entwicklung gegeben hätte.

Eric-Emmanuel Schmitt hat mit seinem neuen Buch viele Anregungen gegeben und wird sicher für eine rege Diskussion unter den Leser und Rezensenten sorgen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Chance vergeben 28. Februar 2011
Format:Gebundene Ausgabe
"Indem ich zeige, dass Hitler ein anderer hätte werden können, als der er geworden ist, werde ich jeden Leser spüren lassen, dass auch er hätte Hitler werden können", schreibt Schmitt in seinen Nachbemerkungen - er möchte gegen eine Haltung anschreiben, mit der man Hitler ins Reich der "Monster" abschiebt, um sich ganz beruhigt vergewissern zu können, dass man ja selbst ein Mensch ist, einer von den Guten.

Selbst wenn einem dieser Gedanke - nämlich dass jeder Mensch von seinen Umständen geprägt wird - durchaus bekannt ist, hätte aus der Idee von "Adolf H. - Zwei Leben" durchaus ein großer Roman werden können. Es ist ja auch in der Tat ein faszinierender Gedanke, dass dieser kaltherzige Diktator und der mondäne Künstler bis zu einem entscheidenen Gabelpunkt die gleiche Person waren. Doch es entlarvt den Roman, dass dieser Gedanke während der Lektüre nur sporadisch aufblitzt - es zeigt nämlich, dass es Schmitt nicht gelungen ist, die Entwicklung dieser beiden Personen kontinuierlich aufzuzeigen. Einige plakative Momente determinieren die beiden Adolfs -- die wirkliche Entwicklung dieser Menschen wird aber dann übersprungen, und die Handlung setzt sich erst dann wieder fort, als aus dem einen längst ein rassistischer Egomane und aus dem anderen ein über die Theodizee sinnierender Surrealist geworden ist. Der Roman ist daher enttäuschend platt, er gibt keinerlei Einblicke darauf, in welch komplexem Prozess "Persönlichkeit" letztendlich zustandekommt. Stattdessen scheint die Botschaft zu sein: Eine Behandlung bei Freud und ein Erfolgserlebnis bei den Frauen, und alles wäre anders gekommen...

Nicht zuletzt wegen dieser Oberflächlichkeit bekommt man das Gefühl, es nicht nur mit grundverschiedenen Personen, sondern auch mit grundverschiedenen Geschichten zu tun zu haben. Dabei geht nicht nur die von Schmitt intendierte Botschaft verloren, sondern zugleich auch die Chance, aus einer genialen Idee einen genialen Roman zu machen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Dieses Buch befasst sich mit dem realen Leben Hitlers, wie es tatsächlich passierte, und mit dem, wie es laufen hätte können, wenn Hitler damals an der Kunstakademie aufgenommen worden wäre.
Man muss von Anfang an erwähnen, dass dieses Buch keine leichte Lektüre für Romanzenliebende ist (Zitat, Nachwort: Mir ist völlig klar, dass ich an einen anspruchsvollen Leser appeliere, der in meiner Gesellschaft manchmal unangenehme Überlegungen anstellen wird). Es ist auf einem literarisch, meiner Meinung nach, sehr hohem Niveau verfasst, und hinterleuchtet Hitlers Psyche auf ungewohnte Weise. Auch muss man sich für die Deutsche Geschichte interessieren, da diese aus dem Buch nicht wegzudenken ist. Das Buch sucht Gründe warum Hitler zu der Person geworden ist, die er letztendlich war, indem ein mögliches Leben kontrastiert wird. So werden zum Beispiel Gründe dafür gefunden, warum Adolf Hitler zum Vertreter des Antisemitismus und "Frauenverachter" wurde. Das alles wird auf historischen Belegen begründet, wie das Nachwort, welches nicht nur empfehlenswert ist zu lesen, sondern ein Muss, hervorhebt. Man bekommt einen ganz neuen Einblick in das Leben Hitlers und Erich Emmanuel Schmitt betont, dass Hitler ein ganz normaler Mensch sein hätte können, doch dass bestimmte äußere Einflüsse ihn in eine bestimmte Richtung lenkten. (Zitat, Nachwort: Ein Mensch ist durch Umstände gemacht, und er hat die Wahl, sich zu entscheiden. Niemand hat die Macht über die Umstände, doch jeder hat die Wahl, wie er sich entscheidet.)

In gewisser Weise war ich froh, als ich das Buch beendete, da es nicht nur mit Lesen getan war. Es kam oft vor, dass ich ein Kapitel las und dann darüber nachdenken musste um die Auswirkungen und die Reichweite auf Hitlers Psyche ganz zu verstehen. Dieses Buch faszinierte mich immer wieder aufs Neue und ich werde es bestimmt noch des öfteren lesen. Als Erich Emmanuel Schmitt Fan finde ich das dieses Buch sein Meisterwerk ist.

Erich Emmanuel Schmitt beschäftigt sich mit diesem Tabuthema auf eine fesselde Weise und erklärt nachtragend im Nachwort so einiges!
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extrem fesselndes Buch!
Setzt sich mit der Frage auseinander, die sich sicher schon viele Menschen gestellt haben: "was wäre wenn? Lesen Sie weiter...
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