Zuerst weiss man nicht, ob man das jetzt wirklich witzig finden darf. In Moers Comic ist Adolf Hitler nach dem verlorenen 2. Weltkrieg in der Kanalisation untergetaucht. Nach Jahren des Nachdenkens („Äch hätte Rossland besser öber die Flanke angreifen sollen") traut sich Adolf wieder ans Tageslicht. Befreit man sich von politischen und moralischen Skrupeln, dann kann man die Odyssee Adolfs, die Moers wieder einmal minimalistisch und mit größter Wirkung zeichnet, allerdings aus vollen Zügen genießen. In seiner Reise durch die Welt der 90er entkommt Adolf Dr. Bioleks „Kochhölle", lernt ein Tamagotchi lieben (die Liebe zerbricht indes an des Tamagotchis Herkunft) und trifft schließlich Göring, der mittlerweile sein Leben als drogensüchtige Prostituierte auf dem Hamburger Straßenstrich fristet. Auch eine Begegnung mit Außerirdischen, deren Strahlung Adolf zu einem Riesen werden lassen, bleiben ihm nicht erspart. Schließlich führen die ganzen scheinbar unzusammenhängenden furiosen Finale zusammen. Wie Steine eines Mosaiks sind die ganzen bisherigen Begegnungen des Helden Teile eines teuflischen Plans, in dem Adolf diesmal nicht der Täter, sondern eher das Werkzeug ist. Der Spannung halber sei hier nicht mehr verraten als, dass es eine Fortsetzung gibt... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)