Adolars phantastische Abenteuer
(12 Folgen - Original DEFA-Synchronisation)
Zusammen mit der in deutscher Erstauflage ebenfalls auf DVD verlegten ungarischen Zeichentrickserie "Heisser Draht ins Jenseits", bringt das hier veröffentlichende Label "Icestorm" in einer Neuauflage, mit "Adolars phantastische Abenteuer" weitere Geschichten rund um die Familie Mézga an den Start. Dabei liegt in den hier zu erlebenden zwölf Folgen von "Adolars phantastische Abenteuer" das Hautaugenmerk in den erzählten Geschichten dieses Mal dann eher auf den jüngsten Spross der Familie, auf "Adolar" nebst Hund "Schnuffi". Der Rest der Familie, bestehend aus Vater "Géza" und Mutter "Paula" nebst Schwester "Christa", sind aber ebenso, wie auch der zumeist unwirsch dreinschauende und genervt wirkende Nachbar "Dr. Máris", wieder mit von der Partie.
Wieder war es das "Kollektiv der Trickfilmgruppe des Pannonia-Filmstudios" in Budapest, welches wie auch schon bei "Heisser Draht ins Jenseits" auch hier bei den 1973 gefertigten insgesamt dreizehn Folgen von "Adolars phantastische Abenteuer" hinter der Produktion stand. Die unter der Regie von József Nepp und József Romhányi entstandene Zeichentrickserie findet sich auf zwei der insgesamt drei DVDs dieser Veröffentlichung, verpackt in einem einfachen Klarsicht-Amaray-Case. Die dritte DVD ist den Extras vorbehalten, doch dazu später mehr.
Erwähnenswert sei an dieser Stelle angefügt, dass es neben der hier von den DVDs dieser Veröffentlichung zu erlebenden Serie mit der original DEFA-Synchronisation, noch eine zweite, durch die Bavaria Film speziell für den westdeutschen Raum produzierte, deutsche Synchron-Fassung gibt. Diese beinhaltet im Gegensatz zu der von der DEFA erstellten Version die Synchronisation zu allen der insgesamt produzierten dreizehn Folgen. Insider berichten davon, dass die in der DEFA-Synchronfassung fehlende Folge mit dem deutschen Titel "Der Superkampfplanet ", aufgrund der Tatsache, dass es in ihr inhaltlich um Krieg, Waffen und Militär geht, in Ungnade fiel und darum in der DDR nicht gezeigt wurde.
Inhaltlich fügen sich "Adolars phantastische Abenteuer" nahtlos an die vorhergehende Produktion "Heisser Draht ins Jenseits" an, können aber auch ohne diese zu kennen oder zuvor gesehen zu haben, empfohlen und gesehen werden.
Adolar, der Daheim fast stets nur im Nachthemd und eher desinteressiert durch die Wohnung trottet, ist in Wahrheit ein helles Köpfchen. Nicht nur, dass er dem Familienhund "Schnuffi" das Reden, logische Denken und sogar Geige spielen beigebracht hat, zudem hat er noch sein eigenes Raumschiff, das "Gulliverkli". Der Clou ist, dass dieses Raumschiff Platz in einem Geigenkasten findet und mit einem Kohlesäuresyphon zu voller Größe aufgeblasen wird. Mit dem Raumschiff und "Schnuffi" an Bord macht sich Adolar dann vom Dach des heimischen Wohnhauses auf in entfernte Galaxien und hin zu seltsamen Planeten. So besuchen die beiden u.a. den Märchenplaneten, den Krimiplaneten oder den Planeten der Langeweile und einen der an das Schlaraffenland erinnert. Aber auch Reisen hin zu einem Planeten, wo sich das Leben unter Wasser abspielt oder auf dem die Urzeit mit wilden Kreaturen und Dinosauriern zu Leben erwacht, stehen auf der Reiseroute der beiden.
Für den Zuschauer freilich bedeutet all dies wiederum wunderbar kurzweilige und höchst vergnügliche, über viereinhalb Stunden dauernde allerbeste Unterhaltung, die wie im Fluge vergeht. Einige Jahre später folgten dann noch zwei weitere Serien rund um die Familie Mézga, mit den übersetzt lautenden Titeln "Familie Mézga auf Reisen" und "Familie Mézga und die Computer".
Das Bild der laut veröffentlichendem Label mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 278 Minuten daherkommenden Veröffentlichung präsentiert sich im zu erwartenden Seitenformat von 4:3. Natürlich merkt man schon, dass die Produktion der Serie inzwischen beinahe vierzig Jahre zurückliegt. In Anbetracht dessen ein Gesamturteil und eine Wertung im Bezug zur erlebenden Bildqualität abzugeben, fällt da nicht einfach. Ich persönlich bin eigentlich recht zufrieden. Die Farben zeigen sich stimmig und auch mit einer recht gut Intensität in sich. Schärfe und Kontrast sind in ihren zu erlebenden Werten und Einstellungen gut gesetzt. Über die gelegentlichen kleineren Unruhen oder auch mechanischen Beschädigungen nebst minimalen Verschmutzungen im zu erlebenden Bild kann ich hinwegsehen. Diese kleinen Unzulänglichkeiten trüben allerdings die Freude darüber, diese wunderbare Serie nun in meinem Regal zum "Immerwiederansehen" stehen zu haben, in keiner Weise.
Die DVD-Menüs zeigen sich mit zum Teil stimmungsvoll animierten Sternenflug nebst der unvergesslichen und einmaligen Titelmusik von Tamas Deak gestaltet. Die zwölf Folgen dieser Reihe finden sich auf den beiden ersten DVDs der Veröffentlichung und können über "Alle abspielen" zur Wiedergabe "am Stück", also ohne Unterbrechung gebracht werden. Über ein weiteres sich separat öffnendes Menü besteht aber ebenso die Möglichkeit einzelne Episoden, die in Textform dargestellt sind, zu starten.
Neben den üblichen Trailern zu weiteren Veröffentlichungen auf DVD 2 findet sich auf der dritten DVD der vorliegenden Box noch ein ganz besonderes Extra. Hier kommen gleich zehn der zwischen 6 bis 8 Minuten laufenden Folgen einer tschechischen Puppentrick-Fernsehserie mit dem Titel "Pat und Mat" von der als "Best of 2" betitelten DVD zur Ansicht. An dieser Stelle der Hinweis, dass für den Herbst 2012 bereits weitere DVD-Veröffentlichungen der beiden heimwerkelnden Nachbarn "Pat und Mat", die auch unter dem Serientitel "... und fertig!" im Fernsehprogramm liefen, angekündigt sind. Gefreut hätte es mich sehr, wenn bei den Extras auch noch die fehlende dreizehnte Folge von "Adolars phantastische Abenteuer" mit dabei gewesen wäre. Aber hier waren es wohl mal wieder rechtliche Querelen, die dies leider verhinderten.
Tonbewertung:
Gerade der Ton ist bei dieser Zeichentrickserie das ganz besondere, was sie ausmacht. Sowohl vom Volumen wie auch in seinem Klang ist er recht gut erhalten und zumeist klar verständlich. Die DEFA-Synchronfassung wurde unter der Regie von Heinz Nitzsche und Irene Mahlich in den DEFA-Studios für Synchronisation im Auftrag des Fernsehens der DDR erstellt. Untertitel oder der ungarische Originalton finden sich nicht mit auf den DVDs. Schade, dass man nicht die Möglichkeit gefunden hat auch die durch die Bavaria Film speziell für den westdeutschen Raum produzierte deutsche Synchron-Fassung mit auf die DVDs zu packen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die mit dieser Version groß gewordenen diese auf der hier vorliegenden Veröffentlichung garantiert vermissen werden.
Gesamteindruck:
Es ist einfach nur schön, dass zusammen mit der erstmal in Deutschland auf DVD erhältlichen ungarischen Zeichentrickserie "Heisser Draht ins Jenseits", das hier veröffentlichende Label "Icestorm" in einer Neuauflage auch "Adolars phantastische Abenteuer" verlegt. Ohne Wenn und Aber trifft der oft strapazierte Begriff "KULT" hier den Nagel sozusagen auf den Kopf. Wunderbar frisch und witzig aufgezeigter Trickfilmspaß, der trotz seiner vergangenen Jahrzehnte seit seiner Erstausstrahlung, nichts aber auch rein gar nichts, von seiner Einzigartigkeit und ganz besonderem Charme und Flair verloren hat. Top Empfehlung!