Ja erst mal muß man schon sagen: Dickes Ding das - 827 Seiten liest man nicht mal so schnell weg !
Aber, wenn man was sucht, kann man sicher sein, das wird nicht nur mit einem Nebensatz erwähnt, sondern sicher anständig erklärt und mit 21 Seiten Inhaltsverzeichnis findet man auch alles schön schnell -
Ist man also zur Entscheidung gekommen sich lieber nur ein, gutes aber umfangreiches statt mehrerer Bücher zu dem Thema zuzulegen ist man hier goldrichtig aufgehoben.
Im Detail:
Wie zu erwarten stellt das Buch zuerst die Oberfläche des Editors vor.
Dabei werden alle Funktionen des Menüs nebst Tastaturkürzel kurz beschrieben und mit Screenshots gezeigt. Ansicht, Zoom, Lineal und Hilflinien werden dabei ebenso erläutern, wie Schnellkorrekturen und der Assistent.
Das nächste Kapitel widmet sich auf rund 70 Seiten dem Organizer - vom Laden der Bilder über Sortierung und Kennzeichnung / Tagging bis zur Gesichtserkennung wird alles sehr ausführlich und bebildert erklärt.
In den nächsten 350 !! Seiten werden alle Funktionen des Editors mit vielen Screenshots und Beispielen gezeigt - das ist der für mich interessanteste Teil des Buches, den ich auch Seite für Seite durchgegangen bin - Einfach nur Stark, wie man hier mit vielen Beispielbildern und detaillierten Beschreibungen durch alle Knöpfe und Schalter von PSE9 geführt wird - und wenn ich sage alle, dann meine ich auch wirklich alle :O)
Nur um ein Beispiel zu nennen, wird auf rund 100 Seiten auf alle Möglichkeiten und Details der in PSE9 nun endlich mit integrierten unbeschränkten Ebenentechniken eingegangen - 100 Seiten - mano - aber danach hat man's auch wirklich drauf - Hat mir enorm viel gebracht - mein Fazit: kürzer ist schlechter !
Raw und HDI werden irgendwie vom Ablauf her für mich unpassend und auch äußerst kurz, fast ein wenig lieblos dazwischengeschoben - für Lightroom Anwender ist das nicht schlimm, für den Rest wäre ggfs. etwas mehr Detailwissen hier ganz sinnvoll und das ist meiner Meinung nach auch der einzige Kritikpunkt an dem Buch.
Es folgen weitere 80 Seiten wertvolle Infos zum Thema Bildretusche und Textspielereien. - Ein weiteres High-Light des Buches (zumindest für mich) - Wer sich mit retusche Werkzeugen noch nicht so gut auskennt, der startet am Besten relativ früh mit diesem Kapitel - enorm was da mit wenig Aufwand zu machen ist - kenne das nun schon länger auch aus anderen Programmen, bin aber immer noch begeistert was an dieser Ecke inzwischen in Bildbearbeitungsprogrammen steckt.
Das Ende des Buches widmet sich, wie's üblich ist der Präsentation und Weitergabe der Bilder.
Abgerundet wird das Buch mit einem Anhang, der neben den Settings vor allem die Tastenkürzel nochmals schön zusammenfasst - ideal zum Kopieren und an die Wand pinnen, bis man die wichtigsten Kürzel auswendig kann - Das ist ein weiterer sehr nützlicher Teil des Buches, der mir viel geholfen hat.
Verarbeitung: Möchte fast sagen, wie immer bei Galileo, ist das Buch mit Hardcover, sehr ordentlichem Druck und auch einem Lesebändel bestens ausgestattet - schön das
Aber das feinste ist dann zumindest nach meinem Geschmack die CD mit den Videotrainings... Ich bin ja oft zwischen Buch (in dem wirklich alles klitzeklein erklärt wird) und dem deutlich leichter zugänglichen Medium "bewegtes Bild auf der CD" dafür mit weniger Details hin und hergerissen - hier hat man beides - in 13 Lektionen wird hier nochmal für die Ungeduldigen ein kleines Feuerwerk an Tricks und Tips präsentiert, durch das man dann wieder Lust zum Lesen der Details dahinter bekommt.
Und alle Fotos zum nachmachen der Videolektionen sind auch noch beigefügt.
Alles in allem ein sehr dickes und schweres aber eben auch enorm geiles Buch, das eben auch wirklich alles erklärt! Wer nur mal so ein bisschen im PSE9 rumspielen will sollte sich womöglich ein anderes dünneres Buch zulegen - nur einmal vom Bildbearbeitvirus besessen wird der eine oder andere dann eben doch auch zusätzlich bei diesem Buch landen - dann kann man's auch gleich kaufen und fängt eben erst mit den leichtverdaulichen Videos an - der Hunger kommt dann beim Schauen.
Daher für mich kristallklare 5 Sterne für den Totschläger