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Adler und Engel: Roman [Taschenbuch]

Juli Zeh
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (57 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: btb Verlag; Auflage: 10. Aufl. (1. April 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442729262
  • ISBN-13: 978-3442729265
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 11,9 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (57 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 77.228 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Juli Zeh
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Fear & loathing in L.E." oder "Die Ballade von Max und Jessie"
"Ich kokse auf dem Rücken liegend, schaufele es mir mit dem abgelutschten Eisstiel in die Nasenlöcher. Die Sterne sind blau."
Nein, das ist nicht eben das, was sich Normalsterbliche unter dem Alltag eines jungen Karrierejuristen vorstellen. Eigentlich gilt Max, der lieber Cooper heißen würde, als gewiefter Spezialist für Völkerrecht: "Mäx the mäximal". Bis ihn die Katastrophe aus der wirklichen Welt katapultiert, zum Drogen-Zombie macht: Seine Freundin Jessie, engelsgleiche Kindfrau, Tochter eines millionenschweren Drogenkönigs, schießt sich, während sie mit Max telefoniert, in den Kopf. Ihre letzten Worte: "Ich glaube, die Tiger sind wieder da." Die Radiomoderatorin Clara, so gewieft wie zäh, eine Lara Croft mit DAT-Recorder, will die ganze Geschichte. In Rückblenden entfaltet sich so das private Drama von Jessie und Max, das sich als Teil einer viel größeren, politischen Tragödie erweist: Jessie ist in internationale Drogengeschäfte verwickelt, mit denen große Teile des Krieges auf dem Balkan finanziert werden. Die "Tiger" sind die Killer des serbischen Milizenführers Arkan. Und auch Max muss erkennen, dass er als EU-Osterweiterungsexperte im Dienst des organisierten Verbrechens stand.

Politischer Kriminalroman, Liebesgeschichte, Roadmovie, Drogentrip -- und eine Parabel über das Auseinanderfallen von Recht und Gerechtigkeit: Ist das nicht ein bisschen viel für ein, wenn auch 450 Seiten dickes, Buch? Kann das gut gehen? Es geht hervorragend, weil die Autorin, bei aller Stimmigkeit im Detail, keinen "realistischen" Krimi abspult. Gekonnt jongliert sie stattdessen mit Versatzstücken aus Film noir, MTV-Clips und Pulp Fiction. Ihre Schauplätze, Wien und Leipzig, haben mit den realen Städten nicht allzu viel zu tun. Eine trashige Kulisse, fast leere Wohnungen, in denen das Kokain im Eisschrank und ein Haufen Zaster unter der Bodendielung liegt. Juli Zehs Sprache ist kraftvoll, wütend, zuweilen drastisch und mit Hang zum Morbiden, zeugt von großer poetischer Kraft. Erstaunlich auch, wie souverän die Motive und die mitunter verwirrenden Handlungsfäden am Ende zusammengeführt werden -- das Buch liest sich spannend bis zur letzten Seite.

"Der Himmel über uns ist blassgrau und von hinten beleuchtet wie ein leerer Computermonitor", schreibt Juli Zeh. "Falls es einen Gott gibt, sitzt er dahinter und programmiert den zweiten August neunundneunzig." Falls Gott sich langweilen und der Bestsellerliste des Spiegel nicht über den Weg trauen sollte, empfehle ich ihm dringend die Lektüre von Adler und Engel. Ein traumwandlerisch sicher hingelegter Roman, exakt zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Die Kollegen von der Pop-Fraktion werden sich warm anziehen müssen. --Niklas Feldtkamp -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 28.07.2001
Erstaunlich, fulminant! Der Rezensentin ist das Buch, ist die Debütantin einen Vergleich mit Silvia Plath wert und mit Quentin Tarantino. Welche Kombination! Allein, gibt es nicht neuere Beispiele für den amüsierten Blick auf das Leben als "Pulp Fiction"? Wie auch immer, das Buch ist groß. Verena Auffermann erkennt darin eine "erstaunliche Sicherheit" (im Stil?) und einen seltenen Weitblick (in der Sache?) nebst Kenntnissen und Interessen, "die über die eigene Körpertemperatur und den Bauplan der Kindheit hinausgehen". Keine allzu große Sache, ließe sich einwenden, wenn es wirklich stimmt, was Auffermann einigermaßen kühn (oder bloß missverständlich formuliert) behauptet: Juli Zeh, schreibt sie, nutze den Raum, den ihr die halluzinatorische Wirkung von Drogen gebe. Ein Plädoyer für's Schreiben im Rausch?

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2001
Andreas Nentwich ist es bei der Lektüre von Juli Zehs Debütroman ganz kalt geworden. Und das, obwohl der "Politthriller" einiges bietet, wobei man durchaus ins Schwitzen geraten könnte. Die Story des pickelübersäten Jurastudenten Max, der unglücklich in das Girlie Jessie, ein vormoralisches "Zwitterwesen aus Kobold und heiliger Närrin", verliebt ist, habe es nämlich in sich. Sie führe den Protagonisten, einen nach dem Tod seiner Angebeteten "gestrandeten Immoralisten", durch eine komplett entgötterte Welt von Drogenbossen und Kriegsverbrechern. Mit einer kultigen Radioseelentante an der Seite könne sich Max zwar am Ende aus dem Verbrechenssumpf herausziehen, dennoch lebe in ihm nichts mehr von den Potenzialen einer "dem Humanen verpflichteten Kultur". "Ein Eisschrank von einem Roman" liegt hier denn auch laut Nentwich vor, eine "Ekel- und Verachtungsattitüde" durchzöge ihn völlig, nahezu alles Reden in ihm sei von "schneidender Coolness". Seine Story habe die Autorin "schneidig in Fasson gebracht", alle eingeführten Motive und Reflexionsgegenstände wie die Spannungskurve halte sie fest in der Hand, - der Roman sei eben "perfekt gebaut". Und so ist sich der Rezensent ganz sicher, dass es der vom Verlag in der edlen Intellektuellenmanier der Mann-Kinder präsentierten Jungautorin in den nächsten Monaten an Ruhm nicht mangeln wird.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .


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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Kunstvolle Finsternis, 21. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Adler und Engel: Roman (Taschenbuch)
Der Anfang dieses Romans hat mir richtiggehend den Stuhl unterm Hintern weggetreten: Was für eine Begabung! Die Beschreibung eines Mitt-Dreißigers in der größten Krise seines Lebens ist nicht nur sprachlich mit einer Fantasie beschrieben, bei der mir die Spucke wegbleibt, sondern auch formal von gespenstisch sicherem Timing und schließlich von geradezu körperlich angreifender Intensität. Und es ist schließlich auch dieser ganz eigene Tonfall, seine kühnen, fast immer ins Schwarze treffenden Metaphern, die mich an dieses Buch gefesselt haben. So wenig der Einfallsreichtum von Juli Zeh auch auf der gesamten Strecke nachlässt, so hatte ich allerdings doch, vor allem nach einer dreitägigen Lektürepause, zuletzt den Eindruck, dass die unablässige Düsternis den Antrieb der Erzählung hemmt. So kunstvoll die Krimihandlung auch in die Rückblenden und Auftritte seltsamer Figuren aus der Vergangenheit eingeflochten ist, so wenig vermochte sie mich in dieser Form von Schnitzeljagd zu interessieren. Das wut-, trauer und koksgezeugte Nervenreißen des Ich-Erzählers, dessen Protokoll der Roman ist, führt immer mehr zum Rückzug und dem Ausleben pervers-morbider Fantasien, die aber der Geschichte kaum mehr etwas hinzufügen, was man nicht schon geahnt hätte. Auf diese Weise ist das Buch stilistisch sehr einheitlich geraten - was hier alles andere heißt als glatt: hier bebt und knallt es, wie in wenigen anderen Romanen - aber auch von einer Monumentalität, die Zwischentöne ein wenig an den Rand drängt. Wer jedoch eine junge Autorin von grandioser sprachlicher Begabung und furchteinflößender Intelligenz kennen lernen will, dem ist dieses beeindruckende Buch rückhaltlos zu empfehlen, ja: aufzudrängen!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Viele (scheinbar allzu) extreme Charaktere..., 24. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Adler und Engel: Roman (Taschenbuch)
Eine interessante Geschichte, auch recht spannend geschrieben. Schade, dass der Anfang des Buchs nicht hält, was er verspricht. Für meinen Geschmack sind die Hauptfiguren (und einige Nebenfiguren) doch zu unglaubwürdig: die Diplomierende, die (fast) über ihre eigene Leiche geht, der allzu naive Karrierejurist, die kindliche Kriminellentochter, der alternde Diplombetreuer, der eigens en personne in Wien anrückt und die ganze Schmugglerbande. Sehr gemundet hat mir wiederum so manches liebevolle Detail, wie etwa das Leibgericht "Reis mit Kant".

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58 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Eher enttäuschend, 21. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Adler und Engel: Roman (Taschenbuch)
Aufgrund sehr guter Kritiken wurde mir dieser Buchtitel sehr
schmackhaft gemacht, jedoch ist mein Fazit: eher enttäuschend!Juli Zeh reiht sich unscheinbar ein, in die Reihe der sogenannten "neuen Generation von Schreibtalenten". Ihr Stil ist deutlich und zeitgeistig. Bewusste Härte, " wie man eben heute so schreiben muss, um Preise zu gewinnen und weiterzukommen". Ihre Figuren sind modisch angepasst, weil vulgär und traumatisiert. Jedoch kann man sich mit ihnen nicht anfreunden,
zu platt werden die Charaktere gezeichnet, zu wenig wird von der Oberfläche weg, hinein in die Materie eingetaucht
Judith Hermann, Karen Duve, Julia Francke und jetzt eben auch
Juli Zeh. Alle haben eines gemeinsam : Alle ergötzen sich an
Detailbeschreibungen. " Er hob die Hand, drehte sie nach links, dann wieder nach rechts, hob den Kopf, stellte das Bein ab. atmete ein, atmete aus, legte sich wieder schlafen....."
Zu viel Detailliebe, welche von zu wenig Handlung untermalt wird.
Ist das die neue deutsche Generation? Einfach traurig!
Das einzig erfrischende an Frau Zeh ist die vergleichsweise noch originelle Sprache. Dafür auch die 3 Sterne!
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