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Produktinformation
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Politischer Kriminalroman, Liebesgeschichte, Roadmovie, Drogentrip -- und eine Parabel über das Auseinanderfallen von Recht und Gerechtigkeit: Ist das nicht ein bisschen viel für ein, wenn auch 450 Seiten dickes, Buch? Kann das gut gehen? Es geht hervorragend, weil die Autorin, bei aller Stimmigkeit im Detail, keinen "realistischen" Krimi abspult. Gekonnt jongliert sie stattdessen mit Versatzstücken aus Film noir, MTV-Clips und Pulp Fiction. Ihre Schauplätze, Wien und Leipzig, haben mit den realen Städten nicht allzu viel zu tun. Eine trashige Kulisse, fast leere Wohnungen, in denen das Kokain im Eisschrank und ein Haufen Zaster unter der Bodendielung liegt. Juli Zehs Sprache ist kraftvoll, wütend, zuweilen drastisch und mit Hang zum Morbiden, zeugt von großer poetischer Kraft. Erstaunlich auch, wie souverän die Motive und die mitunter verwirrenden Handlungsfäden am Ende zusammengeführt werden -- das Buch liest sich spannend bis zur letzten Seite.
"Der Himmel über uns ist blassgrau und von hinten beleuchtet wie ein leerer Computermonitor", schreibt Juli Zeh. "Falls es einen Gott gibt, sitzt er dahinter und programmiert den zweiten August neunundneunzig." Falls Gott sich langweilen und der Bestsellerliste des Spiegel nicht über den Weg trauen sollte, empfehle ich ihm dringend die Lektüre von Adler und Engel. Ein traumwandlerisch sicher hingelegter Roman, exakt zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Die Kollegen von der Pop-Fraktion werden sich warm anziehen müssen. --Niklas Feldtkamp -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 28.07.2001
Erstaunlich, fulminant! Der Rezensentin ist das Buch, ist die Debütantin einen Vergleich mit Silvia Plath wert und mit Quentin Tarantino. Welche Kombination! Allein, gibt es nicht neuere Beispiele für den amüsierten Blick auf das Leben als "Pulp Fiction"? Wie auch immer, das Buch ist groß. Verena Auffermann erkennt darin eine "erstaunliche Sicherheit" (im Stil?) und einen seltenen Weitblick (in der Sache?) nebst Kenntnissen und Interessen, "die über die eigene Körpertemperatur und den Bauplan der Kindheit hinausgehen". Keine allzu große Sache, ließe sich einwenden, wenn es wirklich stimmt, was Auffermann einigermaßen kühn (oder bloß missverständlich formuliert) behauptet: Juli Zeh, schreibt sie, nutze den Raum, den ihr die halluzinatorische Wirkung von Drogen gebe. Ein Plädoyer für's Schreiben im Rausch?
© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2001
Andreas Nentwich ist es bei der Lektüre von Juli Zehs Debütroman ganz kalt geworden. Und das, obwohl der "Politthriller" einiges bietet, wobei man durchaus ins Schwitzen geraten könnte. Die Story des pickelübersäten Jurastudenten Max, der unglücklich in das Girlie Jessie, ein vormoralisches "Zwitterwesen aus Kobold und heiliger Närrin", verliebt ist, habe es nämlich in sich. Sie führe den Protagonisten, einen nach dem Tod seiner Angebeteten "gestrandeten Immoralisten", durch eine komplett entgötterte Welt von Drogenbossen und Kriegsverbrechern. Mit einer kultigen Radioseelentante an der Seite könne sich Max zwar am Ende aus dem Verbrechenssumpf herausziehen, dennoch lebe in ihm nichts mehr von den Potenzialen einer "dem Humanen verpflichteten Kultur". "Ein Eisschrank von einem Roman" liegt hier denn auch laut Nentwich vor, eine "Ekel- und Verachtungsattitüde" durchzöge ihn völlig, nahezu alles Reden in ihm sei von "schneidender Coolness". Seine Story habe die Autorin "schneidig in Fasson gebracht", alle eingeführten Motive und Reflexionsgegenstände wie die Spannungskurve halte sie fest in der Hand, - der Roman sei eben "perfekt gebaut". Und so ist sich der Rezensent ganz sicher, dass es der vom Verlag in der edlen Intellektuellenmanier der Mann-Kinder präsentierten Jungautorin in den nächsten Monaten an Ruhm nicht mangeln wird.
© Perlentaucher Medien GmbH
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kunstvolle Finsternis,
Von
Rezension bezieht sich auf: Adler und Engel: Roman (Taschenbuch)
Der Anfang dieses Romans hat mir richtiggehend den Stuhl unterm Hintern weggetreten: Was für eine Begabung! Die Beschreibung eines Mitt-Dreißigers in der größten Krise seines Lebens ist nicht nur sprachlich mit einer Fantasie beschrieben, bei der mir die Spucke wegbleibt, sondern auch formal von gespenstisch sicherem Timing und schließlich von geradezu körperlich angreifender Intensität. Und es ist schließlich auch dieser ganz eigene Tonfall, seine kühnen, fast immer ins Schwarze treffenden Metaphern, die mich an dieses Buch gefesselt haben. So wenig der Einfallsreichtum von Juli Zeh auch auf der gesamten Strecke nachlässt, so hatte ich allerdings doch, vor allem nach einer dreitägigen Lektürepause, zuletzt den Eindruck, dass die unablässige Düsternis den Antrieb der Erzählung hemmt. So kunstvoll die Krimihandlung auch in die Rückblenden und Auftritte seltsamer Figuren aus der Vergangenheit eingeflochten ist, so wenig vermochte sie mich in dieser Form von Schnitzeljagd zu interessieren. Das wut-, trauer und koksgezeugte Nervenreißen des Ich-Erzählers, dessen Protokoll der Roman ist, führt immer mehr zum Rückzug und dem Ausleben pervers-morbider Fantasien, die aber der Geschichte kaum mehr etwas hinzufügen, was man nicht schon geahnt hätte. Auf diese Weise ist das Buch stilistisch sehr einheitlich geraten - was hier alles andere heißt als glatt: hier bebt und knallt es, wie in wenigen anderen Romanen - aber auch von einer Monumentalität, die Zwischentöne ein wenig an den Rand drängt. Wer jedoch eine junge Autorin von grandioser sprachlicher Begabung und furchteinflößender Intelligenz kennen lernen will, dem ist dieses beeindruckende Buch rückhaltlos zu empfehlen, ja: aufzudrängen!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Viele (scheinbar allzu) extreme Charaktere...,
Von F. P. (Mainz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Adler und Engel: Roman (Taschenbuch)
Eine interessante Geschichte, auch recht spannend geschrieben. Schade, dass der Anfang des Buchs nicht hält, was er verspricht. Für meinen Geschmack sind die Hauptfiguren (und einige Nebenfiguren) doch zu unglaubwürdig: die Diplomierende, die (fast) über ihre eigene Leiche geht, der allzu naive Karrierejurist, die kindliche Kriminellentochter, der alternde Diplombetreuer, der eigens en personne in Wien anrückt und die ganze Schmugglerbande. Sehr gemundet hat mir wiederum so manches liebevolle Detail, wie etwa das Leibgericht "Reis mit Kant".
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58 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Eher enttäuschend,
Rezension bezieht sich auf: Adler und Engel: Roman (Taschenbuch)
Aufgrund sehr guter Kritiken wurde mir dieser Buchtitel sehrschmackhaft gemacht, jedoch ist mein Fazit: eher enttäuschend!Juli Zeh reiht sich unscheinbar ein, in die Reihe der sogenannten "neuen Generation von Schreibtalenten". Ihr Stil ist deutlich und zeitgeistig. Bewusste Härte, " wie man eben heute so schreiben muss, um Preise zu gewinnen und weiterzukommen". Ihre Figuren sind modisch angepasst, weil vulgär und traumatisiert. Jedoch kann man sich mit ihnen nicht anfreunden, zu platt werden die Charaktere gezeichnet, zu wenig wird von der Oberfläche weg, hinein in die Materie eingetaucht Judith Hermann, Karen Duve, Julia Francke und jetzt eben auch Juli Zeh. Alle haben eines gemeinsam : Alle ergötzen sich an Detailbeschreibungen. " Er hob die Hand, drehte sie nach links, dann wieder nach rechts, hob den Kopf, stellte das Bein ab. atmete ein, atmete aus, legte sich wieder schlafen....." Zu viel Detailliebe, welche von zu wenig Handlung untermalt wird. Ist das die neue deutsche Generation? Einfach traurig! Das einzig erfrischende an Frau Zeh ist die vergleichsweise noch originelle Sprache. Dafür auch die 3 Sterne! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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