Der in Havanna 1955 geborene und auch heute noch in Havanna lebende Schriftsteller Leonardo Padura ist vor allem durch sein "Havanna-Quartett" mit "Ein perfektes Leben - Das Havanna-Quartett ,Winter`", "Handel der Gefühle - Das Havanna-Quartett ,Frühling`", "Labyrinth der Masken - Das Havanna-Quartett ,Sommer`" und "Das Meer der Illusionen - Das Havanna-Quartett ,Herbst`" bekannt. Nach Abschluß des Quartetts - 1989 - reichte die Hauptfigur, der Teniente Mario Conde, seinen Abschied ein und beschloss Schriftsteller zu werden. Einige Zeit später wurde Leonardo Padura ersucht, einen Erzählung für die Serie "Literatur oder Tod" zu schreiben, bei der jeweils ein Schriftsteller im Mittelpunkt stehen sollte. Diesem Wunsch kam Padura nach, indem er mit "Adiós Hemingway" einen Roman schrieb, der von einem Schriftsteller handelt, der mit Kuba eng verbunden war und zu dem Padura mit einer heftigen Hassliebe verbunden war - Ernest Hemingway. Und als Hauptfigur kommt - neben dem 1961 verstorbenen Nobelpreisträger - nochmals Mario Conde zum Einsatz - als Schriftsteller Mitarbeiter in einem Antiquariat, wenn er gerade nicht schreibt. In der Bar "Terreon" trifft Conde 40 Jahre nach dem Tod Hemingways Manuel Palacio, seinen ehemaligen Kollegen und Nachfolger als Teniente. Dieser hat ein Problem, dem Conde auf den Grund gehen soll, da er Hemingway einmal gesehen und dieser ihm zugewinkt haben soll. Auf der Finca Vigia, dem ehemaligen Wohnsitz von Ernest Hemingway, das nunmehr ein Museum ist, wurde von einem Sturm ein Mangobaum gefällt, in dessen Baumwurzeln sich die Knochen eines ca. 60jährigen weißen Mannes befanden, der zwischen 1957 und 1960 von zwei Kugeln getötet wurde. Dazu wurde noch ein altes FBI-Abzeichen gefunden. Conde soll nun im Auftrag der Polizei herausfinden, was damals passierte. Warum? Manuel Palacio dazu: "Meinst du, ich hätte noch Zeit, mich mit Hemingways Leben zu beschäftigen, um herauszufinden, ob er den Mann umgebracht hat oder nicht?" Und so beginnt Mario Conde zu ermitteln und klärt einen ganz kalten Fall auf 180 Seiten Stück für Stück. Insgesamt ein interessanter, nicht allzu langer Roman über Hemingway und sein Leben in Kuba. Als Tool dazu dient der Tote in der Hemingway-Finca. "Adiós Hemingway" ist ein geglückter Roman für alle, die sich Hemingway und Kuba interessieren.