Aus und vorbei, Schluss und Ende. Die Onkelz nehmen nach 24 Schaffens-Jahren ihren Hut und servieren Freunden und Feinden mit "Adios" ihr finales Manifest.
In knapp 60 Minuten wird von Texter Stephan Weidner wie gewohnt alles bissig thematisiert, was bewegt und kommentierungswürdig scheint, dazu wird "Adios" aber auch von einer Leichtigkeit und Ironie getragen, die man sich gerne leistet, wenn man - auf dem Höhepunkt angekommen und mit sich im Reinen - müde lächelnd die Szenerie verlässt. Die 'Gift und Galle'-Produktion wurde also deutlich zurück gefahren, nichtsdestotrotz ist in den Texten der nötige Zorn - seit jeher Hauptantrieb der Frankfurter - jederzeit spür- und greifbar.
Mit nicht weniger als 15 Stücken - mehr als je zuvor auf einem Onkelz-Album - zeigt die Band deutlich den musikalischen Status quo auf und schafft es, alle Trademarks der vergangenen Jahrzehnte auf dieser Scheibe zu versammeln und in ein modernes Sound-Gewand zu kleiden.
Ohne sich selbst zu kopieren, nehmen die 4 einen deutlichen Rückbezug auf ihr Schaffen Mitte der 90er und verbannen Loop, Samples und ähnliche stilistische Hilfsmittel beinahe vollständig aus "Adios".
Un überhörbar schließt sich mit diesem Album also ein Kreis, der nunmehr 16 Studioproduktionen umfasst und die Band auf dem Höhepunkt ihres Könnens zeigt.
Überzeugender als auf diese Weise kann man kaum demonstrieren, dass man auf dem 'Rock-Olymp' den eigenen Abschied einläutet und so steht "Adios" nicht für Abschied, sondern für Aufbruch! Ein Aufbruch in neue Zeiten und auf neuen Wegen - für alle