Ja, da war diese gutgelaunte Melodie, das Mitschrei-Potential, dieses Yeah Yeah und ständig währendes Gespräch über diesen Sommerhit des letzten Jahres: Jungen Mädchen. Schon der hat mich erfreut, begleitet, in unzähligen Festival-Diskozelten und email-Begrüßungen. Und dann standen Fabian Schwinger, Marv Thomas und Tina Mamczur einmal vor meiner Nase auf der Bühne. Und es war nicht nur die Sonne, die gute Laune und das von der Bühne geworfene Eis, das diesen Auftritt tief in mir eingeprägt hat. Eine unaufdringliche Ehrlichkeit geht von dieser Band aus. Ein Spiel mit dilletantischem Spielen, einem trotzigen "Trotzdem", gefeierte Unperfektheit und raue Kanten als Prinzip. Kluge Texte, die sich in ihrer Komplexität nur demjenigen offenbaren, der gebannt und nicht nur einmal zuhört. Schwinger malt in seiner Sprache Bilder, in denen man plötzlich stolpert, setzt Fragezeichen, regt automatisch zum Grübel an. Wer dazu die Muße nicht besitzt, hört wahre Sätze, Geschichten, propagierbare Statements. Gut zu nutzendes Zitiermaterial. Und all dies auf solch sympathische aund unprätentiöse Weise, dass man die Band fast ZU liebgewinnt...
Deshalb: Ein Liebhaberstück. Aber gemacht für jeden.