Ich (Jahrgang 1960) laufe seit etwa 1983 regelmäßig, seit 1994 auch Marathons und andere Wettkämpfe. Erst in den letzten Jahre mußte ich etwas kürzer treten, aber vier bis sechsmal die Woche bin ich immer noch unterwegs. Ich hatte schon Schuhe von allen möglichen Marken; viele gibt es in Deutschland leider nicht mehr - wie etwa Karuh - oder nur noch sehr schwer (Avia). Von dem Marathon TR habe ich derzeit zwei Paar in gebrauch, eines in schwarz und eines in blau. Ein drittes Paar trage ich ausserhalb des Laufens, in der Freizeit.
Der Adidas Marathon Trainer hat mich in allen Jahren begleitet. Es gibt ihn bereits seit Anfang der siebziger Jahre und seit dem wird er immer noch unverändert angeboten. Erst in diesem Jahr kam eine überarbeitete Version mit deutlich veränderter Sohlenkonstruktion auf den Markt. Mein erstes Exemplar habe ich, wenn ich mich nicht sehr irre, Anfang der 90ger Jahre gekauft und mich sofort darin wohl gefühlt. Der Schuh ist für eher schmale Füße geschnitten. Bei den Grüßen sollte man tatsächlich mindestens eine Nummer über die hinaus gehen, die man sonst in Laufschuhen hat; sonst wird er vorne sehr eng.
Über eines sollte man sich im Klaren sein: der Schuh hat keine Dämpfung, keine Stützen, weder im Vor- noch im Rückfussbereich. Das macht ihn sehr leicht. Die Sprengung, also die Differenz zwischen der Höhe im Vor- und der im Rückfussbereich ist sehr gering. Er gehört daher zu den harten Schuhen, bei denen man zwar nicht jeden Stein spürt, der aber einen sehr engen, direkten Kontakt zum Boden vermittelt. Das ist heute nicht mehr üblich. Die meisten Schuhe - auch von Adidas selbst - sind sehr stark gedämpft und mit Pronationsstützen versehen. Mittlerweile geht der Trend aber auch schon wieder in die andere Richtung, wie die erfolgreiche Serie der Nike Free zeigt. Das bedeutet aber auch: wer zu einer starken Überpronation neigt, wird vermutlich wenig Freude an diesem Schuh haben. Er ist eher für Läufer geeignet, die nur wenig bis mäßig pronieren und die bevorzugt auf dem Vor- oder Mittelfuss aufsetzen. Auch ausgesprochene Fersenläufer sollten besser die Finger von dem Marathon TR lassen. Der "Bürzel" an der Ferse behindert das Abrollen über die Ferse.
Wenn man diese Einschränkungen beachtet, ist der Schuh hervorragend. Ich hoffe, wer wird mich noch viele Jahre begleiten.