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Adel im Untergang
 
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Adel im Untergang [Gebundene Ausgabe]

Ludwig Renn
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 393 Seiten
  • Verlag: Das Neue Berlin (1. August 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3360009630
  • ISBN-13: 978-3360009630
  • Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 13,2 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 845.097 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de


Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2001
"Wird Ludwig Renn heute ein Publikum erreichen?" fragt Rezensent Michael Jeismann und ist erst selbst skeptisch. Doch die Geschichte vom adeligen Fähnrich und die von Renn "mit bitter heiterer Ironie" geschilderte "soldatische Klassengesellschaft" nimmt ihn dann doch gefangen. Diese Gesellschaft, die den Boden unter den Füßen verloren habe und sich daher an das Hergebrachte klammere, findet er "hellsichtig" und mit zahllosen Details beschrieben. Die Renn-Werkausgabe, in der dieser "wenig bekannte" Roman erschien, wird als "bemerkenswert", das Nachwort des Herausgebers als "instruktiv" gelobt. Das 1944 im mexikanischen Exil zuerst veröffentlichte Buch habe damals das "Versagen der alte Eliten" vor dem Nationalsozialismus thematisiert. Der zeitlich so "ferne Roman", findet der Rezensent, habe aber auch heute ein "untergründig kritisches Potential": weil er nämlich Grundmuster sozialer Dynamiken zum Vorschein bringe, und man durch die "Figuren eines durchsichtig-fein gewebten Vorhangs" Typen und Verhalten unserer eigenen Welt erblicken könne. Parallelen zur Gegenwart sieht der Rezensent besonders "im verblassenden Begriff vom 'guten Leben'". Hier kündigten sich Formen sozialen Lebens an, die "einen Untergang anderer Art" bedeuten würden. Solche Einsichten zu ermöglichen, lobt der Rezensenten, sei eine "literarisch-politische Leistung", die schwer genug wiege.

© Perlentaucher Medien GmbH

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe das Buch zufällig bei meinen "Ossi"-Schwiegereltern entdeckt, mir war weder der Autor noch das Buch an sich bekannt -obwohl Ludwig Renn wohl sehr bekannt war.
Ich habe "Adel im Untergang" an einem Tag durchgelesen, denn es war nicht mehr aus der Hand zu legen.
1. Inhalt:
Der Autor, der eigentlich ein Adliger ist und sein Synonym als Hauptfigur seiner Autobiographie aufgibt, schreibt kurz über seine Kindheit in Dresden des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Mit dem Entschluß, Offizier zu werden, tritt er 1910 dann in die Königlich-Sächsische Armee ein.
Das Buch konzentriert sich nun auf die Ausbildung, das Alltagsleben und den Umgang der verschiedenen Menschen untereinander, mit denen Renn in diesen Jahren beruflich wie privat zusammenkommt. Neben der chronologischen Erzählung werden vor allem bei der Vorstellung neuer Personen Anekdoten und Geschichtchen erzählt, welche die neue Figur in wenigen Sätzen meisterhaft zu charakterisieren verstehen.

Herrlich beschriebene Stationen des Offiziers Renn sind neben der Ausbildung in Dresden die Manöver, die Kriegsschule in Hannover, die obligatorischen Bälle bei Hof, Audienzen beim König, das Leben im Kasino und vor allem allgemein mit den anderen Offizieren.
Das Buch endet mit dem (ersehnten) Kriegsausbruch 1914.
2. Starke Seiten
Das Buch gibt einen Insiderblick in die adligen Kreise Sachsens bzw. Deutschlands (sicher ist viel gleich) am Vorabend des 1. Weltkriegs und damit des Endes des Kaiserreichs. Wie der Titel andeutet ist die Auflösung aller Orten zu sehen, als Paradebeispiel dient die Armee mit dem überweigend adligen Offizierskorps, das Renn selbst erlebt und nüchtern beschreibt. Die reine Darstellung der Personen, die oft zum Lachen bringt, verhindert, das ganze als polemische Schmähschrift abzukanzeln, denn der reine Bericht erinnert an eine gemütliche Erzählung aus der alten Zeit, ohne aber zu verherrlichen oder zu verschmähen. Nüchterne Feststellungen, natürlich versehen mit, aber nicht vermischt mit, Gedanken des Autors bringen eine exzellente Ausgewogenheit zwischen dem Anliegen, den Zustand des Adels in der Armee (und wohl auch im Staatswesen) zu zeigen sowie klasse Unterhaltung. Dieses Buch ist etwas für historisch Interessierte, sächsische Heimatkundler, Gegner und Anhänger des Adels und Gediente, denn soviel hat sich anscheinend doch nicht geändert!

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
interessanter Einblick 2. Dezember 2008
Von E. Wolf
Format:Gebundene Ausgabe
Ludwig Renn, mit richtigem Namen Arnold Vieth von Golßenau, gewährt mit "Adel im Untergang" einen detaillierten, realistisch-authentischen Blick auf die Adelskreise und den Militarismus des wilhelminischen Deutschlands. Dabei versteht Renn es, spannend, eingängig und mit Humor von einer untergegangen Welt zu erzählen.

Das Buch ist nicht nur für historisch Interessierte empfehlenswert, sondern auch für all diejenigen, die bereits ein Buch Renns gelesen haben(z.B. "Krieg") und etwas autobiographisches, aus der Zeit bevor Renn auf Grund der Weltkriegserfahrung zum KPD-Mitglied wurde, erfahren wollen.
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