- Gebundene Ausgabe: 96 Seiten
- Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (2001)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3852183618
- ISBN-13: 978-3852183619
- Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 13,4 x 1,5 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.315.738 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
Produktinformation
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"Fast Nacht", die erste der Geschichten, ist die knappe Beschreibung einer Gesundung: Kern zieht sich ins Sanatorium zurück, das für ihn eher ein Hotel ist, lange Gespräche mit der Ich-Erzählerin münden schließlich in seine Abreise und seinen (!) bemerkenswerten Satz zur Doktorin: "Ich kann dich nicht heilen." Sublim verquickt Merz Erschöpfungszustände und auch die folgende Erleichterung.
Die Titelgeschichte, "Adams Kostüm", legt die Sittengeschichte eines ganzen Dorfes blank, Lebens- und Sterbensgeschichten, Zeugungen und Maskenbälle, beides im Kostüm, eine Klassenzusammenkunft. Eng ist es hier -- und hat trotzdem genügend Freiraum für jeden einzelnen. Die soziale Überwachung, so scheint es, ist total, und dennoch gibt es Geheimnisse, die das ganze Dorf teilen kann. Die Flurnamen lauten Bänkelloch, Hinternack oder Höllweid, und damit sind auch schon die inneren Landschaften benannt.
"Zugzwang" schließlich, die letzte und mit gut sieben Seiten kürzeste Erzählung, nennt Merz "Eine kurze Verstiegenheit" im Untertitel. Es ist die amüsante Geschichte einer Begegnung im Intercity Zürich-Mailand. Zufällig oder arrangiert, eine neue Bekanntschaft oder ein Wiedererkennen? Zwei Reisende, Mann und Frau, begegnen sich, und erzählen mit frappanter Offenheit aus ihrem Leben, von ihren Verwandten (darunter die schöne Geschichte der Zeugung von Urs Uranus Blättler im -- wo schon? -- Luzerner Planetarium). Die Einladung zur gemeinsamen Pedalofahrt auf dem Luganersee, zum Kirchgang in Melide ist denn auch die logische Folge. Ob sie angenommen wird, sei hier noch nicht verraten.
Erwähnt werden sollen auch die Bilder von Heinz Egger, die dem sorgfältig gemachten Buch entsprechen und Merz' Erzählungen illustrieren. So klar seine Sprache, so schemenhaft die Bilder. Wahrlich eine idelae Ergänzung. --Martin Walker
Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 02.10.2001
Ziemlich angetan zeigt sich Samuel Moser von den drei Erzählungen, die Klaus Merz in diesem Band zusammengefasst hat und nennt sie "eine souveräne Demonstration seines schriftstellerischen Könnens". Um Liebe geht es in allen dreien, und wie sich Merz diesem Thema annähert, davon ist der Rezensent schwer beeindruckt: "Sein Amor verführt den Leser mit leicht gewobenen Seelenkostümen". Moser findet, dass Merz sehr kontrolliert erzählen kann, dass sich Form und Inhalt in diesen Geschichten sehr gekonnt ergänzen, und vor Begeisterung wird er richtig schwärmerisch: "Erzählfreude paart sich mit Formdisziplin, Tempo mit Langsamkeit, Oberflächlichkeit mit Tiefe" Am Ende bleibt alle Mühen der Protagonisten um ein Liebesglück zwar ein Nullsummenspiel - doch wie unzynisch Merz diesen Prozess aufbereitet, davon ist Samuel Moser begeistert.
© Perlentaucher Medien GmbH
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