Produktinformation
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Es geht um den überzeugten Gutmenschen Ivan, ein Landpfarrer in der dänischen Provinz, dessen Barmherzigkeit vor nichts und niemandem Halt macht. Ivan resozialisiert in seiner Oase der Nächstenliebe überführte Straftäter. Als es den überzeugten Alt-Neonazi Adam, einen 40-jährigen Erbärmling, in Ivans Kirche verschlägt, sind die Rollen klar verteilt scheinbar. Doch in Anders Thomas Jensens Filmen kommt es häufig anders als man denkt. Schon sehr bald wird deutlich, dass Adam, der eigentlich unter der wohligen Behaglichkeit seiner Hitlerbildchen die Resozialisierungsmassnahme aussitzen will, der ignoranten Gutmütigkeit des Pastors nicht gewachsen ist.
Alles an diesem Film scheint darauf ausgelegt festgefahrene Erwartungshaltungen auszuhebeln. Wenn etwa der apfelkuchenbackende Neonazi auf den Araber Kahlid (Ali Kazim) trifft, das Feindbild schlechthin also, verkehren sich die wohlerprobten, leidlich durchexerzierten Rollen des Arthaus Kinos. Der Araber ist weder Opfer noch hilflos, er stellt sich als dreister Tankstellenräuber heraus, der es gar nicht erwarten kann dem Schwuchtelstaat Dänemark zu entkommen. Doch auch die weiteren Schäfchen aus Ivans Besserungsanstalt haben es in sich: ein dicker trotteliger Triebtäter, eine schwangere Alkoholikerin die in Indonesien für den WWF gearbeitet hat; Figuren aus einem Houllebecq Roman oder schlimmeres? Nein, mitnichten. Das größte Verdienst von Adams Äpfel ist die geradewgs traumwandlerische Sicherheit, mit der Jensen auf der scharfen Klinge seines Humors zu spazieren versteht. Jeder bekommt sein Fett weg und am Ende gewinnt doch das Gute. Dass das lakonisch-schräge Lustspiel den jährlich vergebenen Kulturpreis der dänischen Pastoren verliehen bekam ist vielleicht ein bisschen zu viel des Guten. Aber was will Jensen machen, er lebt schließlich im Mutterland der Libertinage. Thomas Reuthebuch
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
149 von 156 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Birnentorte,
Von Daniel Dilly - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Adams Äpfel (DVD)
Dieser Film schafft es gleichzeitig urkomisch und tieftraurig, bitterböse und herzensgut zu sein. Es geht um schießwütige Araber, behinderte Kinder, brutale Nazis, fanatische Gottesprediger, fette Vergewaltiger, zutiefst zynische Ärzte, gemeine Gehirntumore und natürlich frischen Apfelkuchen.Er verstößt dabei laufend gegen das was man gemeinhin als guten Geschmack bezeichnet und hält sich nicht im geringsten mit political correctness auf. Dabei ist er aber derart absurd und überzogen, dass es wie ein Märchen wirkt und man ihm nichts übel nehmen kann ' Zumal man ohnehin viel zu sehr mit Lachen und ungläubigen Kopfschütteln beschäftigt ist. Hat man die Geschehnisse aber ein wenig sacken lassen, kommt man über die angeschnittenen heiklen Themen durchaus ins Grübeln. Aber selbst auf diesem Gebiet kann der Film eine überraschend optimistische und lebensbejahende Richtung weisen, die man ihm zunächst gar nicht zugetraut hätte. "Adams Äpfel" ist eine grandios gelungene Gradwanderung zwischen Witz und Wahnsinn, Unterhaltung und Anspruch, wie es sie nur ganz wenige gibt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
52 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schwarz, schräg, intelligent und mitreißend. Ein wunderbarer Film!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Adams Äpfel (DVD)
Als ich die DVD in der Hand hielt, konnte ich mir unter der Story nicht all zu viel vorstellen. Allerdings haben skandinavische Filme in den letzten Jahren bei mir einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Da, wo wir die Grenzen des Humors ziemlich eng stecken, geht es bei den Skandinaviern oder Briten erst richtig los. Beim Abspann von "Adams Äpfel" war mir dann klar, dass Regisseur Anders Thomas Jensen ein wahrer Geniestreich gelungen ist.Mit bitterbösem und scharfzüngigem Humor wird die Geschichte des Neonazis Adam erzählt. Er wird aus der Haft entlassen und soll in der Kirchengemeinde des Pfarres Ivan resozialisiert werden. Dort trifft er auf Khalid, einen ehemaligen Bankräuber, dessen Kumpel einen(angeblich) trockenen Trinker und Sittlichkeitsverbrecher, sowie einer zugelaufenen, schwangeren Vollalkoholikerin. Dieses Quartett der schwarzen Schafe ist so ziemlich das schrägste und lustigste, was ich in den letzten Jahren im Film gesehen habe. Jede Geste, jeder Spruch und jede stille Sekunde sind herzerfrischend komisch und perfekt gespielt. Dazu kommt Pfarrer Ivan, der in seiner eigenen Gedankenwelt lebt. Er ignoriert die Realität um sich herum und erfindet sein eigenes Unviersum, in dem Gott jeden liebt und allen eine Chance einräumt. Zu seinen Prinzipien gehört es, dass jeder der Mitbewohner eine Aufgabe erhält. Adam soll einen Apfelkuchen backen. Damit sind wir beim zentralen Thema des Films. Irgendwie versucht der Teufel, oder ist es vielleicht doch der liebe Gott, Adam an diesem Vorhaben zu hindern. Egal, was er auch versucht, die Sache mit dem Kuchen haut irgendwie nicht hin. Von Tag zu Tag gibt es größere Probleme. Erst fressen Krähen die Äpfel, dann greifen Heerscharen von Würmen an und zum Schluss schlägt auch noch der Blitz in den Apfelbaum ein. Aber da ist ja noch Ivan, der Turm in der Schlacht. In seiner allgegenwärtigen Ignoranz wischt er alle Zweifel aus dem Weg und treibt Adam fast in den Wahnsinn. Selbst sein bevorstehender Tod und ein Hirntumor von der Größe eines Tennisballs können Ivan da nicht stoppen. Als dann noch Adams alte Neonazikumpels auftauchen und Khalid zeigt, wie gut er mit einem Schießeisen umgehen kann, scheint nichts und niemand die Katastrophe aufhalten zu können... Anders Thomas Jensen hat seine Charaktere mit soviel Liebe und Feingefühl besetzt, dass es eine Freude ist zuschauen zu dürfen. Die Darsteller passen wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge und die Synchronisation ist schlichtweg genial. Dabei driftet Adams Äpfel niemals in den Klamauk ab. Wer genau aufpasst, wird erkennen, das Jensen das Buch Hiob der Bibel fast 1 zu 1 in die Gegenwart des Dänischen Kirchenhofs verlegt und umgesetzt hat. Dabei stellt sich stets die Frage: Wer gibt den Hiob? Ist es Adam, oder vielleicht doch eher Pastor Ivan. Was Ivan an Leid und Rückschlägen über sich ergehen lassen muss; wie oft er dabei im Krankenhaus landet und von einem schrulligen, unglaublich zynischen alten Doktor wieder zusammengeflickt wird, das ist schon einmalig. Last not least glaubt Adam, dass er der einzig vernunftbegabte Mensch in der Kirchengemeinde ist. Aber er merkt nicht, dass die "Verrückten" um ihn herum dafür sorgen, dass er sich ändert. Der Neonazi verschwindet und ein völlig anderer Adam tritt ans Licht. Ich habe selten bei einem Film so viel gelacht und mich über intelligente Wortspiele und Anspielungen geradezu diebisch gefreut. Sicher ein Dutzend der gezeigten Gags wären in einem deutschen Film undenkbar; leider. So müssen wir uns weiter an die Briten und Skandinavier halten und ganz fest die Daumen drücken, dass Adams Äpfel noch ein paar würdige Nachfolger findet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unglaublich böse, unglaublich gut!,
Rezension bezieht sich auf: Adams Äpfel (DVD)
Wenn man auf die Frage, worum es in dem Film geht, folgende Antwort erhält:'Um einen Pfarrer, Neonazismus, Raub, Kleptomanie, Alkoholismus, Behinderung und einen Apfelkuchen.', könnte Stirnrunzeln die Folge sein. Urböse Charaktere als Sympathieträger; Lachen über Dinge, für das man außerhalb des Wohnzimmers die rote Karte erhalten würde - das passt nicht zusammen. Genau SO lange nicht, bis man diesen Film gesehen hat. Ein rabenschwarzer Film, über den zu lachen es ein wenig Mut bedarf. Ich bin begeistert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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