Edge ist im Laufe seiner Karriere nicht nur einer der erfolgreichsten, sondern teilweise auch einer der skandalösesten Superstars gewesen. Skandalös nicht im Sinne von schlimm, sondern skandalös im Sinne von Erfolgen, die vor ihm keiner schaffte und deswegen ein Meilenstein in der Geschichte darstellen.
Man muss jedoch anmerken, dass das Buch noch vor seiner erfolgreichen Zeit geschrieben wurde, nämlich noch vor seinem Money in the Bank Gewinn bei WrestleMania 21 und ebenfalls natürlich vor seinem ersten Gewinn des WWE Championships bei New Years Revolution 2006.
Eine Hoffnung aus eine Fortsetzung? Hoffentlich. Im Epilog meinte er selber, dass im Laufe der nächsten Jahre genügend Material gäbe, um ein weiteres Buch zu schreiben. Und dieses Material müsste er locker zusammen bekommen.
Zum Buch selber:
Man merkt deutlich, dass Edge keinen Ghostwriter hat engagieren lassen, um ihn beim Schreiben zu helfen. Dies merkt man einfach an der Art, wie es niedergeschrieben wurde und an der Wortwahl bzw. am Inhalt. Während bei anderen Büchern möglichst Stellen in Klammern als Anmerkung weggelassen werden, findet man diese in diesem Buch nahezu auf jeder Seite, was mich persönlich ein wenig stört und teilweise auch etwas irritiert. Auch die Art und Weise, wie das Buch niedergeschrieben wurde ist für meinen Geschmack etwas schwierig. Zwar ist es für jeden Laien der englischen Sprache zu verstehen, aber nicht umsonst gibt es auch deutsche Bücher, die leicht zu verstehen, aber schwierig zu erfassen sind. Das liegt an dem Buch nicht unbedingt mal an der Komplexität bzw. der Länge der Sätze, sondern daran, dass manchmal teilweise tatsächlich die Person Adam Copeland mit dem Character Edge vermischt wird und deswegen ein wenig irritieren wird. Ebenfalls nervig ist die Tatsache, dass Edge ständig bei der Ernennung von Christians bürgerlichen Name, der ja Jason Reso lautet, bei der Erwähnung von dessen Spitznamen Jay mal den Namen Christian in Klammern dazu setzt, mal wieder nicht, ein anderes mal doch wieder und an anderen Stellen lässt er es weg - dies ist ein Punkt an dem Buch, der mir persönlich sehr nervig wird auf Dauer, denn schon beim zweiten Mal lesen sollte jeder mitbekommen haben, dass Jay uns spätestens als Christian bekannt sein sollte. Ebenfalls etwas störend ist, dass sein Humor an manchen Stellen ziemlich unpassend platziert ist und somit die Situation anstatt ins witzige eher ins Lächerliche zieht, und das ist stellenweise tatsächlich schade.
ABER, und das soll man jetzt nicht trübend durch die Nachteile wahnehmen, das Buch ist definnitiv ein Pflichtkauf. Edge zeigt ganz klar auf, wie schwer es ist, in das Business zu kommen, wenn in der eigenen Familie noch niemand den Weg geebnet hat und wie es ist, wenn man sein Ziel trotz ärmlicher Verhältnisse erreichen will. Genau das macht die Person wieder so sympathisch, und dabei nimmt er auch kein Blatt vor dem Mund, was besonders dadurch auffällt, dass er sehr viele persönliche Dinge in einer solchen Art und Weise der Authetizität wiedergibt, dass es dem Leser das Gefühl gibt, es selbst zu durchleben. Faszinierend. Auch die Bilder sind wunderbar gewählt, perfekt platziert und haben eine vor Kraft strotzende Aussagekraft. Ebenfalls ist es sehr interessant zu lesen, wie es denn Backstage abgeht und wie seine Gedanken zu bestimmten Angelegenheiten sind, beispielsweise den Ladder-Matches bzw. den TLC-Match oder der sogenannten "Crimson Mask", besser bekannt unter dem Blading. Interessant, besonders wenn es darum geht, mit seinem Idol Hulk Hogan den Tag Team Title zu gewinnen.
Das Buch ist für jeden Wrestlingfan nahezu ein Pflichtkauf. Viele Informationen über das Wrestling, den harten, steinigen Weg bis nach oben, das Gefühl im Ring zu stehen und das Verhältnis zu anderen Superstars - informativ für jeden Wrestlingfan, ein perfektes Werk für alle Edgeheads und eine schöne Lektüre für alle, die es nur nebenbei lesen.