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Schulbücher & Lernhilfen
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Produktinformation
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Wolfgang Matz schildert die Höhen und Tiefen dieses zwiespältigen Lebens und zeichnet die Entwicklung des Werks von den frühen Erzählungen bis zu den großen Romanen nach. Diese Biografie ist die erste umfassende Darstellung seit langer Zeit und lädt zu einer neuen kritischen Beschäftigung mit Stifter ein.
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Die "fürchterliche Wendung" zieht sich geradezu als Leitmotiv durch Stifters gesamtes Leben. Allerdings ist hieran nicht etwa ein namenloses Schicksal schuld, sondern der Schriftsteller torpedierte sich sozusagen selbst, indem er alle Chancen verstreichen ließ. So scheiterte seine schwärmerische, acht Jahre dauernde Beziehung zu Fanny Greipl letztlich an seiner Unentschlossenheit, sich beruflich zu etablieren. Die folgende, sehr konfliktbeladene Ehe mit Amalia Mohaupt brachte beiden alles andere als das ersehnte Glück. Matz vermutet, dass Stifter mit Amalia ein uneheliches Kind gezeugt hatte. Das Mädchen, das vier Wochen später starb, wurde Amalias unverheirateter Schwester untergeschoben, weil sich Stifter zu dieser Zeit als Hauslehrer in adeligen Kreisen einen derartigen Fauxpass unmöglich leisten konnte. Daraus resultierte nach Ansicht des Biografen eine ungeheure Schud gegenüber seiner späteren Frau, die Stifter trotz der unglücklichen Ehe nicht verlassen konnte. Die Kinderlosigkeit des Paares könnte für Matz auch in einer missglückten Abtreibung gelegen haben. In einem Punkt kann ich Matz allerdings nicht zustimmen. Am Schluß des Buches schreibt er, dass alles getan wurde, um Stifters Selbsttötung zu verbergen, aber dennoch Gerüchte aufkamen und die ganze Diskussion darüber sinnlos sei, weil dem Freitod eines Verzweifelten nichts Ehrenrühriges anhafte. Das mag für die heutige Zeit gelten, aber keinesfalls im Jahr 1868, dem Todesjahr Stifters. Damals wäre ihm deswegen ein kirchliches Begräbnis verweigert worden und so sind die Vertuschungsbemühungen der Ärzte nur allzu verständlich.
Stifters Leben bis zu seinem blutigem Ende durch das Rasiermesser ist die Geschichte eines Scheiterns, aber dieses Scheitern war fruchtbar im Hinblick auf seine literarische Arbeit.
Matz vermeidet es, Adalbert Stifter einen "Heiligenschein" zu verpassen, sondern stellt sein Leben wohltuend kritisch dar, dabei aber dennoch mit viel Sympathie für sein Werk. Die Biografie erschien bereits 1995 als gebundene Ausgabe, jetzt gibt es bei Dtv endlich die preiswerte Taschenbuchausgabe.
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