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Adalbert Stifter oder Diese fürchterliche Wendung der Dinge: Biographie
 
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Adalbert Stifter oder Diese fürchterliche Wendung der Dinge: Biographie [Taschenbuch]

Wolfgang Matz
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342334220X
  • ISBN-13: 978-3423342209
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 658.362 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Wolfgang Matz
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Pressestimmen

Eine große, souverän geschriebene Biografie zu Adalbert Stifter hat gefehlt. Hier ist sie.

Nun hat, fast sechzig Jahre nach Urban Roedls Standardwerk, Wolfgang Matz eine neue Lebensgeschichte vorgelegt. Ihm ist eine gründlich gearbeitete und gut lesbare Darstellung gelungen, die von kritischer Anteilnahme an Stifters Leben und Liebe zu seinem Werk geprägt ist.

Matz entwirft nicht nur ein stimmiges Psychogramm Stifters, sondern er skizziert auch das gesellschaftliche Klima der Zeit, ordnet den Menschen Stifter und sein Werk in die historischen und literarischen Zusammenhänge ein. Seine Interpretationen vermitteln einen Eindruck von der Bedeutung und Aktualität der Texte Stifters.

Kurzbeschreibung

Adalbert Stifter (1805-1868), geboren in Oberplan/Böhmerwald, war das älteste Kind eines Leinewebers und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Dennoch konnte er das Gymnasium besuchen und studierte zunächst Jura, dann Naturwissenschaften und Geschichte in Wien. Er wurde Hauslehrer in Wiener Adelshäusern, schließlich Volksschullehrer, dann Schulrat in Linz. Zeitlebens fühlte sich Stifter, sowohl Dichter großartiger Landschaftsschilderungen und einfühlsamer Figurenporträts als auch begabter Maler, hin- und hergerissen zwischen bürgerlicher Lebensenge und künstlerischem Anspruch, immer wieder erschüttert von Fehl- und Schicksalsschlägen.

Wolfgang Matz schildert die Höhen und Tiefen dieses zwiespältigen Lebens und zeichnet die Entwicklung des Werks von den frühen Erzählungen bis zu den großen Romanen nach. Diese Biografie ist die erste umfassende Darstellung seit langer Zeit und lädt zu einer neuen kritischen Beschäftigung mit Stifter ein.


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Format:Taschenbuch
Wolfgang Matz lehrte zwischen 1987 und 1995 deutsche Sprache und Literatur an der Universität Poitiers und arbeitet heute als Übersetzer und Verlagslektor in München. Er beschreibt in seiner Biografie ausführlich Adalbert Stifters Leben und Werk und setzt beides in Beziehung zueinander. Trotz schwieriger Quellensituation zu Stifters früher Kindheit, die sich nur aus des Schriftstellers späten spärlichen Erinnerungen rekonstruieren läßt, gelingt es dem Biographen, auch die ersten Jahre des Knaben fesselnd darzustellen. Der Untertitel des Buches bezieht sich auf ein für den kleinen Adalbert traumatisches Ereignis. Ein Trödler, der regelmäßig durch Stifters Geburtsort Oberplan im Böhmerwald zog und mit Wagenschmiere handelte, erlaubte sich einen Scherz, als er dem kleinen Jungen, der vor dem Haus saß, beide Füße mit der klebrigen Masse bestrich. Als nun der Sohnemann, nichts Böses ahnend, auf dem Holzboden der guten Stube seine schwarzen Fußabdrücke hinterließ, verursachte er einen Zornanfall der Mutter und es hagelte Schläge. Der Knabe war "über diese fürchterliche Wendung der Dinge ... gleichsam vernichtet", wie Stifter im Rückblick schreibt.

Die "fürchterliche Wendung" zieht sich geradezu als Leitmotiv durch Stifters gesamtes Leben. Allerdings ist hieran nicht etwa ein namenloses Schicksal schuld, sondern der Schriftsteller torpedierte sich sozusagen selbst, indem er alle Chancen verstreichen ließ. So scheiterte seine schwärmerische, acht Jahre dauernde Beziehung zu Fanny Greipl letztlich an seiner Unentschlossenheit, sich beruflich zu etablieren. Die folgende, sehr konfliktbeladene Ehe mit Amalia Mohaupt brachte beiden alles andere als das ersehnte Glück. Matz vermutet, dass Stifter mit Amalia ein uneheliches Kind gezeugt hatte. Das Mädchen, das vier Wochen später starb, wurde Amalias unverheirateter Schwester untergeschoben, weil sich Stifter zu dieser Zeit als Hauslehrer in adeligen Kreisen einen derartigen Fauxpass unmöglich leisten konnte. Daraus resultierte nach Ansicht des Biografen eine ungeheure Schud gegenüber seiner späteren Frau, die Stifter trotz der unglücklichen Ehe nicht verlassen konnte. Die Kinderlosigkeit des Paares könnte für Matz auch in einer missglückten Abtreibung gelegen haben. In einem Punkt kann ich Matz allerdings nicht zustimmen. Am Schluß des Buches schreibt er, dass alles getan wurde, um Stifters Selbsttötung zu verbergen, aber dennoch Gerüchte aufkamen und die ganze Diskussion darüber sinnlos sei, weil dem Freitod eines Verzweifelten nichts Ehrenrühriges anhafte. Das mag für die heutige Zeit gelten, aber keinesfalls im Jahr 1868, dem Todesjahr Stifters. Damals wäre ihm deswegen ein kirchliches Begräbnis verweigert worden und so sind die Vertuschungsbemühungen der Ärzte nur allzu verständlich.

Stifters Leben bis zu seinem blutigem Ende durch das Rasiermesser ist die Geschichte eines Scheiterns, aber dieses Scheitern war fruchtbar im Hinblick auf seine literarische Arbeit.
Matz vermeidet es, Adalbert Stifter einen "Heiligenschein" zu verpassen, sondern stellt sein Leben wohltuend kritisch dar, dabei aber dennoch mit viel Sympathie für sein Werk. Die Biografie erschien bereits 1995 als gebundene Ausgabe, jetzt gibt es bei Dtv endlich die preiswerte Taschenbuchausgabe.

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