Das dritte Ayreon Re- Release für 2004! Aber was für eins. Multiinstrumentalist und Songwriter Arjen Anthony Lucassen hat mit "Actual Fantasy Revisited" sein zweites und laut eigener Aussage das am wenigsten verkaufteste Album von 1996 wiederveröffentlicht.
Doch Lucassen hat sich wieder mal nicht lumpen lassen:
Beim Album wurden die Drums und Bassgitarren (Peter Vink) neu eingespielt, sowie einige Gitarren und Arrangements geändert. Der Drumcomputer des Originals ist vergessen, Drummer Ed Warby regiert und die Platte klingt für mich so frisch, als wäre sie neu.
Das pralle Booklet enthält die üblichen (neuen), interessanten Linerotes von Arjen, alle Texte, Bilder, sowie Erklärungen zu den Texten und den Veränderungen bei jedem Song. Als wenn das noch nicht genug wäre, präsentiert man dem staunenden Käufer noch eine Bonus DVD, mit Studiomaterial, einem Animeclip zu einem Song, sowie das Album in der alten und in der neuen Version als 5.1 Mix! Dabei wird auch die verbesserte Qualität der neuen Version deutlich. Als ob das nicht genug wäre, sind die zwei Albumversionen wie ein riesiger Videoclip aufgemacht. Jeder Song hat einen anderen Hintergrund, die Texte werden projiziert und es wirkt einfach toll. Man kann es mit der "Winamp Visualisation" vergleichen, wo man auch diese Animationen anschalten kann, nur das es hier immer passt.
Textlich gibt es überraschenderweise keine Konzeptstory, sondern es werden abgeschlossene Themen behandelt, wobei es sich oft um Filme wie "Tron", "Die unendliche Geschichte" oder "Der Name der Rose" handelt. Umgesetzt wird das ganze von den grandiosen niederländischen Sängern Robert Soeterboek, Edward Reekers und Okkie Huysdens. Arjen singt nur sehr wenig, wie z.B. eine Strophe von "Forevermore".
Das tolle Ergebnis lässt mich keine Heerschar von internationalen Sangesgrößen vermissen, Die Musik ist ein sphärisches Erlebnis vollgepackt mit traumhaften Gesangs- und Gitarrenmelodien, sowie abgefahrenen Keyboardpassagen für die Cleem Determeyer und Rene Merkelbach zuständig sind. "Actual Fantasy Revisisted" ist für mich der klare Vorgänger von "The Universal Migrator" und begeistert zu jeder Sekunde! Natürlich ist die Platte songorientierter, da sie ja kein Konzeptalbum ist, aber trotzdem wirkt das Album wie eine Einheit, wo keine schwachen Parts auszumachen sind. Diese Platte ist keinen Deut schlechter als seine Nachfolger und ein Meisterwerk welches in jeder Sammlung anspruchsvoller Prog - Musikliebhaber gehört!