Wo die echte Welt ohne Krieg wesentlich besser dran wäre, wäre die der Videospiele doch um einiges langweiliger. Neben Shootern und Strategie, erfreuen sich besonders Flugsimulationen wachsender Beliebtheit. Mit “Tom Clancy’s H.A.W.X.2″ stand uns in diesem Genre ja vor wenigen Monaten bereits ein großer Titel ins Haus, nun holt Activision die Helikopter aus dem Hangar und startet mit “Apache: Air Assault” seinen Angriff auf die Verkaufscharts. Wir sind für euch ins Cockpit gestiegen und haben den Unterhaltungswert dieses Games getestet.
Auf in die Lüfte
Das erste Ziel, das wir ins Visier nehmen, ist der Kampagnen-Modus. Was hier sofort positiv ins Auge sticht ist, dass man die Einsätze sowohl allein, als auch zu zweit spielen kann. Später gibt es mehr dazu. Auf eine durchgehende Story verzichtet das Spiel, es wird euch lediglich vor jedem Einsatz während der Ladezeiten ein Einsatzbericht vorgesetzt, der erklärt was zu machen ist, was aber auch völlig ausreicht. Pro Einsatz gibt es mehrere Aufträge, die es zu erfüllen gilt. Das läuft fast immer nach dem Schema ab: Von der Basis starten, zum Einsatzort fliegen, dort die Gegner ausschalten und dann zum nächsten Punkt fliegen. Klingt banal, ist aber recht gut gelungen. Zum Einen unterscheiden sich die Einsatzorte, zum Anderen auch die Gegnertypen. So müsst ihr Bodenstellungen zerstören, Luftgefechte mit anderen Helis bestehen, flüchtende Fahrzeuge verfolgen und eliminieren oder angeschlagene Kameraden eine gewisse Zeit gegen anstürmende Feinde verteidigen. Eine Übungskampagne stellt dafür die nötigen Befehle vor, allerdings sind dies nur die Basics. So richtig Gefühl für die Maschine erlernt ihr dann im Laufe des Spiels. Anfangs mag die Kontrolle über den Apache vielleicht noch etwas schwer fallen, bald schon sind elegante Manöver kein Problem mehr.
Insgesamt gibt es 16 Kampfeinsätze, die ihr in den Schwierigkeitsgraden “Training” und “Realistisch” spielen könnt. Habt ihr alle erfolgreich beendet, wird zusätzlich die Stufe “Veteran” freigeschaltet. Für Anfänger ist “Training” zu empfehlen. Hier schaden dem Helikopter die feindlichen Treffer nur wenig, sodass das Fluggerät eigentlich nur abstürzt, wenn man die Kontrolle darüber verliert, das passiert jedoch eher selten, da die Physik zurückgeschraubt und das Fliegen dadurch erleichtert wird. Bei “Realistisch” sieht das gleich anders aus. Hier muss man schon recht gut mit dem Apache umgehen können, denn auf der einen Seite ist das Flugverhalten tatsächlich realistischer, auf der anderen wirkt sich der Beschuss wesentlich fataler aus, sodass gleichzeitig viel ausgewichen werden muss. Natürlich darf man hier keine Real Life Simulation erwarten, “Apache: Air Assault” ist ganz klar ein Action Game, bietet allerdings einen guten Mix au Arcade und Realismus. Der “Veteran” Modus ist im Prinzip genau das gleiche, nur dass man im Gegensatz zu den anderen Schwierigkeitsstufen keine Wiederholungsversuche hat, sofern mal etwas schief geht. Insgesamt bietet “Apache: Air Assault” somit also für jeden das Richtige und verhindert somit Frust und Unterforderung. Negativ muss jedoch hervorgehoben werden, dass taktisches Verhalten nicht besonders gefordert wird. Sobald man in Reichweite der Gegner ist, wird ununterbrochen auf einen gefeuert, so dass es am einfachsten ist, mit Highspeed über dem Schlachtfeld zu kreisen und auf alles zu schießen, was einem nicht freundlich gesinnt ist.
Gemeinsam in die Schlacht
Wie bereits angedeutet, erlaubt euch “Apache: Air Assault” mit einem Freund die Einsätze zu bestreiten. Das sieht so aus, dass einer die Steuerung des Helikopters übernimmt, der andere das Geschütz. Hierbei kann eigentlich jeder nach seinem eigenen Willen vorgehen, lediglich bei den Hydra-Raketen muss zusammen gearbeitet werden, um sie erfolgreich in Richtung Ziel abzufeuern. Leider gibt es keinen Splitscreen-Modus, in dem man mit zwei Maschinen in den Kampf zieht. Neben den normalen Kampagnen gibt es einen extra auf Multiplayer ausgerichteten Trupp-Einsatzmodus, den man sowohl zu zwei an einer Konsole oder zu viert Online in Angriff nehmen kann. 13 Einsätze bieten hier genug Möglichkeiten sich auszutoben.
Gelungene Präsentation mit kleinen Schwächen
Optisch darf man “Apache: Air Assault” als gelungen betrachten. Selbstverständlich kann man bei einem Game, mit riesiger Spielfläche keine High-End Grafik erwarten, das hier Gebotene reicht jedoch völlig aus, um für eine gute Stimmung zu sorgen. Die Gebiete, die ihr überfliegt, befinden sich in Afrika, Mittelamerika oder Zentralasien. Eine landestypische Gestaltung der Level sorgt für das nötige Flair, besonders das Schadensmodell der Gebäude macht Spaß. So ziemlich alles kann von euren Raketen zerlegt werden, was für ordentlich Laune sorgt, erst recht wenn man dank der Zoom-Funktion ganz nah dabei ist. Bei den Helikoptern macht das Spiel seinem Namen leider alle Ehre, denn der Apache ist das einzige Modell, das man fliegen kann. Zwar gibt es unterschiedliche Ausführungen, unterschiedliche Maschinen, wie im oben angesprochenen “H.A.W.X.2″ wären ein netter Zusatz gewesen. Die Helikopter an sich sehen aus wie in der Realität. Die unterschiedlichen Kameraperspektiven, die einen entweder Hinter den Heli oder ins Cockpit versetzen, verleihen dem Ganzen das gewisse Etwas. Neben der In-Game Grafik überzeugen die Videosequenzen. Sie sind actionreich und laufen flüssig, außerdem merkt man nur an wenigen Stellen, dass es sich um ein Videospiel und nicht um einen animierten Film handelt.
Der Sound hingegen ist ein eher zweischneidiges Schwert. Die Geräusche des Apache, sowie der Raketen, des Geschützes und des Funks klingen alle so, wie wir Laien uns das vorstellen, auch die musikalische Untermalung passt. Allerdings schleichen sich gelegentlich ein paar Bugs ein. So hört man Motor und Rotor in der Cockpit-Ansicht nur manchmal, teilweise ist alles still. Auch das Geschütz liefert in seltenen Fällen noch Schussgeräusche, wenn man den Finger schon längst wieder vom Abzug entfernt hat. So etwas ist natürlich nicht besonders schön und der Atmosphäre nicht gerade dienlich.
Fazit
“Apache: Air Assault” macht im Grunde alles richtig, was man von einem Spiel dieser Kategorie erwarten kann. Kleinere Abzüge gibt es für das etwas abwechslungsarme Gameplay, den simplen Multiplayer-Modus und die kleinen Fehler in Sachen Sound. Wer gerne in die Luftschlacht zieht, macht mit “Apache: Air Assault” definitiv nichts falsch, zumal es das Spiel zum fairen Preis zu kaufen gibt.