Aus der Amazon.de-Redaktion
Sam Cooke, Marvin Gaye und Donny Hathaway werden als Referenzen genannt. Und Stevie "Wonder-ful" bekommt eine Zugabe ganz für sich allein. Dass der programmatische Albumtitel
Acoustic Soul auch als Stilbezeichung durchgeht, versteht sich da von selbst. Zwar ist India.Arie nicht die Erfinderin des Acoustic Soul, doch drückt die Sängerin dieser von allen überflüssigen Studiogimmicks abgespeckten R&B-Variante ihren eigenen Stempel auf.
Der Song "Simple" lebt von der Reduktion, der freiwilligen Selbstbeschränkung auf das Notwendige. Und der Song "Nature" vom Gegensatz Großstadt/Countryside. Die Ablehnung teuerer Hochglanzprodukte und der Macho-Rap-Schule sind Programm. Der Refrain ihrer Hitsingle "Video" lässt keinen Zweifel: India.Arie ist nicht eines dieser Rap-Luder, die ihre Haut für drei Sekunden Großaufnahme zu Markte tragen. Vielmehr erinnert ihre Ernsthaftigkeit an andere schwarze Künstler aus den Südstaaten, wie Arrested Development, Erykah Badu oder Musiq Soulchild, der seine Seelenverwandtschaft nicht nur im Künstlernamen, sondern auch in seinem zeitgleich entstandenen Debüt Aijuswanaseing offen legt. --Wolfgang Zwack
INTRO
Man bekommt ja fast einen Hitzeschlag von der Wärme, die die Musik von India.Arie ausstrahlt. Der neue Motown-Act zeigt wieder einmal, dass man die richtigen Stimmen nur finden muss. Nach Erykah Badu ist die junge India.Arie wohl ein erneuter Beweis dafür, dass R&B immer wieder neue Formen annehmen kann. Bei Acoustic Soul handelt es sich um 16 Stücke, die - man ahnt es bereits - das Akustische im Focus haben. Es sind Songs, die in sich so bündig erscheinen und in Verbindung mit dem warmen Klang der Gitarre und dem wunderschönen Gesang eine Einheit bilden. Man glaubt regelrecht zu fühlen, wie die Sängerin ihre selbstkomponierten Lieder lebt. Sie folgt dabei dem eher introvertierten Style einer Erykah Badu, vermeidet aber das Derivat. Und glücklicherweise verspielt sie ihr Talent nicht mit irgendwelchen trivialen HipHop-Messages. Viel mehr ist es gerade die Mixtur aus traditionellem Song, leicht jazzigen Melodien, die unter die Haut gehen, und ehrlichen Lyrics - und das bisschen HipHop, zumeist in den Drums, liefert eine willkommene wie gelungene Abwechslung zu etlichen anderen Produktionen. Es ist Musik, um sich an regnerischen Tagen auf den kommenden Sommer zu freuen und dabei festzustellen, dass es gar nicht mehr allzu lange dauert.
Hendryk Bayrhoffer / Intro - Musik & so
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