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Acolyte
 
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Acolyte

Delphic Audio CD
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

motor.de

Delphic sind trotz 80er-Einflüssen weit mehr als eine Revivalband und eine der ersten großen Entdeckungen des Musikjahres 2010.
Dass der erste Eindruck täuschen kann, dürfte jeder schon einmal erlebt haben. Sei es das faszinierende Gegenüber im Club, das sich als CDU-Wähler und "Twilight"-Leser entpuppt oder die neue Freundin des besten Kumpels, die man erst für enervierend hält, die sich dann aber als ebenso geistreich wie humorvoll erweist. Wie bei Menschen ist auch bei Musik der zweite Blick oft ein anderer. So könnte man bei oberflächlicher Betrachtung die aus Manchester stammenden Band Delphic schnell als "noch so ein 80er-Revival-Ding" abtun. Doch bei dem Trio ist es wie bei einem Eisberg: der größte Teil liegt unter der Oberfläche.
Im Gegensatz zu Acts wie La Roux oder Little Boots geht es Delphic nicht (nur) um die maximale Tanzbarkeit durch Retro-Beats und Synthieflächen – das Trio hat einen breiteren künstlerischen Ansatz. Sie wollen durch die Verbindung ihrer Musik mit Filmen und Kunst ein umfassendes Manifest verfassen. Dass sie damit erfolgreich sind, zeigt nicht zuletzt die Nominierung ihres Videos zur Single "This Momentary" für drei UK Music Video Awards.

Doch nicht nur in ihren Videos, auch in der Musik zeigen sich die Cleverness und der eigene Anspruch von Delphic, mehr sein zu wollen als ein weiterer Stein im langen Pfad der Neo-80er-Welle. Ihre Vision wird auf "Acolyte" mit Klarheit und Energie umgesetzt. Hinein geleitet in das Album wird der Hörer durch das anfangs fast sakral anmutende "Clarion Call" – New Order schreiben die Musik für die Inauguration des neuen Papstes, wäre ein schräger, aber doch passender Vergleich. Bei der Hälfte explodiert das Stück doch noch in Beats und der Gesang von Frontmann Rick Boardman wird ebenso energisch wie eindringlich. Dieses Überraschungsmoment wenden die Drei desgleichen auf einigen weiteren Tracks von "Acolyte" an. Auch "This Momentary" schleicht sich langsam an, um sich monumental aufzuschichten und seine gesamte Sogwirkung zu entfalten. Der Titelsong verbindet ein Polarkreis-18-Intro mit klarem Berlin-Techno, während "Counterpoint" sowohl die nerdige Hektik Hot Chips als auch die Hymnenhaftigkeit mancher Bloc-Party-Songs für sich zu nutzen weiß. Was allerdings als Referenzpunkt immer wiederkehrt ist New Order, siehe beispielsweise die synthieartigen Gitarrenparts bei "Halcyon". Denn auch diese sind nicht stehen geblieben, um durch die Bedienung bestimmter Genre-Erwartungen als ihre eigene musikalische Karikatur zu enden, sondern trugen immer den Anspruch der Progressivität in sich.
Durch den infektiösen Sog vieler Songs und die vielen Ideen, die "Acolyte" antreiben und von denen es bei jedem Durchlauf neue zu entdecken gibt, könnte es eine der nachhaltigsten Platten des Jahres werden, die trotz ihrer klaren Herkunft auch außerhalb der Revival-Codes funktioniert. Denn wer bei der Band durch die Oberfläche dringt, wird unter der 80er-Schicht eine durchdachte, kreative und verdammt schlaue Popplatte finden - und somit einen vielleicht falschen ersten Eindruck korrigieren. Dadurch werden Delphic nicht nur für kurze Zeit für ein paar gute Tanzflächenmomente sorgen, sondern weitaus länger nachhallen.

Kurzbeschreibung

Ende Januar veröffentlichen DELPHIC via Chimeric Records / Cooperative Music ihr heiß erwartetes Debütalbum. Produziert wurde die Platte, die den ungewöhnlichen Titel "Acolyte" trägt, von dem beliebten Produzenten und DJ Ewan Pearson (Remixe u.a. fuer Depeche Mode, The Chemical Brothers, Goldfrapp).

DELPHIC sind Rick, Matt Cocksedge und James Cook aus Manchester, alle Anfang 20, die ihre Musik zuhause in ihren Wohnungen auf Laptops kreieren. Sobald sie jedoch auf der Bühne stehen, wird daraus etwas viel Größeres. Dann bringt Matt die Gitarre ins Spiel, James Bass und Gesang, während alle drei zusätzlich auf verschiedensten elektronischen Geraetschaften herumspielen und ein Live-Schlagzeuger zwei Drumpads bedient. Es gibt keine Pausen und das Ganze hat eher etwas von einem DJ-Set, bei dem sich Songs und hypnotisch-rhythmische Zwischenspiele abwechseln.

Davon konnten sich Musikfans hierzulande bereits im Februar und Sommer '09 überzeugen, als die Combo aus Manchester im Vorprogramm von Bloc Party und beim Melt! Festival live zu sehen war.

DELPHIC sind eine Band, die nicht nur begreift, dass die Vorherrschaft der Gitarre im Indierock auf Dauer langweilen kann, sondern sie wissen auch, was man dagegen tun kann. “The guitar is dead, long live the guitar,” sagt Rick, “You can use it more like a synthesizer and get so much more out of it than chugging away on chords.”

So beschwört das Trio mit seinem fiebrigen Indie-Elektro-Bastard den Sound von Factory Records und des legendaeren Hacienda Clubs: Das "Madchester“ der 80er. Die Musik von DELPHIC sprudelt nur so vor Ideen, erinnert stellenweise in ihrer Experimentierfreudigkeit und Klangbastelei an New Order.

“There may be references to ‘90s dance music,” sagt Rick, “but we also love Bjork, Radiohead, Kraftwerk and, at the other end of the spectrum Xenomania.” Das Trio versucht zudem, einen Bogen zu Film, Literatur und Kunst zu spannen und zieht ihre Inspirationen aus den diversen Kunstformen. “You can’t just be inspired by music,” so Sänger James Cook, und benennt beispielsweise die abstrakte Kunst Rothko's und Schriftsteller wie James Joyce, Albert Camus, Franz Kafka und Jean- Paul Sartre als Inspirationsquellen.

kulturnews.de

Natürlich gab es bei der diesjährigen Bloc-Party-Tour wieder ein paar alte Säcke im Publikum, die bei der Begeisterung für die Vorband nicht mitmachen wollten: Die klangen ja wie New Order! Stimmt, Delphics tanzbarer Indieelektro ist tief im Manchester-Sound der 80er verwurzelt. Was länger vermisste Vorteile hat: Während NuRave-Bands gen Ende des Trends kaum noch ein Instrument beherrschten und vor lauter Sounds die Songs vergaßen, baut das Trio verstärkt Gitarren zwischen die kühlen Elektrobeats und -flächen, und immer wieder wärmt der melodische Gesang von James Cook die Songs des Delphic-Debüts. Statt nur über eng anliegende Neonleibchen nachzudenken, bauen Delphic textlich lieber Kunstbezüge ein oder zitieren im Video zur Single "Counterpoint" den russischen Filmer Andrei Tarkowski. Natürlich ist es auch nicht weniger cool, weiter zu New-Order-Klassikern wie "Blue Monday" zu tanzen, aber warum sollte man deswegen auf Songs wie "Doubt" und "This Momentary" verzichten? Zumal New Order seit mehr als einem Jahrzehnt nur noch ein, zwei Hits pro Album schaffen und den Rest mit Mittelmaß füllen - während Delphic ein, zwei Füller unter die Hits mischen. (cs)
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