Bobby Schenk reiht in seinem Buch Erlebnisse aneinander, die nach Lektüre kaum Eindruck hinterlassen. Die Charaktere bleiben charakter- und gefühlslos. Selbst über seine Ehegattin und Mitseglerin erfährt der Leser so gut wie nichts. Keine emotionale Tiefe, das Buch dümpelt dahin von einer Selbstbeweihräucherung zur nächsten . Der Leser hat bald kapiert, was für ein toller Hecht Herr Schenk ist. Ich spreche ihm keineswegs die seglerische Erfahrung ab, aber die Gabe, davon packend zu berichten. Und dann solche Stilblüten, zu finden in der Ausgabe von 2005 (!):" (...) vor allem in den Westindies, wo zwischen den buschigen Palmen, die das smaragdgrüne Wasser umsäumen, die feuerroten Negerhütten leuchten.(...)" Hallo? Lese ich da richtig? Kolonialisten unter Segeln? Überhaupt geht diese überhebliche Sicht- und Schreibweise ziemlich gegen den Strich. Oder diese Kostprobe: " Südafrika bestach durch seine landschaftliche Schönheit, mehr noch aber durch die grenzenlose Gastfreundschaft der weißen Bewohner. Schwarze konnten wir in diesem Land keine kennen lernen, wen wundert's? (...)" Also mich wundert's nicht...die Yachtclubs des Landes waren wohl kaum für Nicht-Weiße zugänglich. Dafür hätte man sich sicherlich aus deren Komfortzone herausbegeben müssen.
Da schreiben doch Erstlingsautoren wie Uwe Röttgering ("Die See gehört mir"), Tania Aebi ("Die Welt im Sturm erobert") oder ein Michael Wnuk ("Meer als ein Traum") so viel frischer, mitreißender und mit einer Portion mehr Selbstironie. Ganz zu schweigen von einem immer wieder von Schenk zitierten Moitessier.