Kritisch untersucht der Journalist und Unternehmensberater H.G. Möntmann das heutige Angebot medizinischer Versorgung in Krankenhaus und Praxis. Manchen Mißstand beschreibt er zwar journalistisch überzogen, nichts desto trotz hat er gründlich recherchiert, seine Hausaufgaben gemacht und nennt Zahlen und Fakten. Stets Patienten- d.h. kundenorientiert beschreibt er, welches Dienstleistungsangebot Ärzte, Krankenkassen und Krankenhaus bereithalten. Er moniert zu recht einen überbordenden Bürokratismus, die zunehmende Rationierung im Gesundheitswesen und die offensichtlichen Unvermögen vom System/von Ärzten mit Fehlern besser umzugehen. Klar analysiert er, daß wir schon heute eine erhebliche Rationierung im gesetzlichen System der Krankenversorgung haben. Schonungslos weist er auf viele Mißstände in der Altenpflege hin. Detailliert nimmt er Stellung zu Fragen des Patientenschutz, besserer Organisation und Wirtschaftlichkeit und zeigt ausländische insbesondere Modelle aus den USA als Alternative zum deutschen Gesundheitswesen. Den Schluß des Buches bildet ein sehr umfangreicher Patientenratgeber, der Hilfe bei Verdacht auf Kunstfehler verspricht und zu aggressivem juristischem Selbstschutz rät. Dafür werden auch gleich Adressen genannt. Immerhin sieht der Autor auch die Nöte und Leiden von Ärzten in einem Kapitel. Er beschreibt wie und warum viele Ärzte/innen immer überarbeiteter sind, wie junge Ärzte in Kliniken zum Teil ausgebeutet werden und daß Erschöpfung und ausgebrannt Sein (burn out) immer mehr Ärzte betrifft.
Dr. med. Bernhard Mäulen, Institut für Aerztegesundheit