Cover und Titel deuten leider nicht darauf hin, dass dieses Buch vor allem denen einen Nutzen bringt, die ihre Achtsamkeit nach der Methode des amerikanischen Verhaltensmediziners Jon Kabat-Zinn trainieren wollen. Da ich den empfohlenen achtwöchigen MBSR-Kurs nicht besuchte, kann ich natürlich nicht beurteilen, ob die gut siebzig Seiten Text und die 70 Minuten dauernde CD die Erwartungen der Kursteilnehmer erfüllt.
Autor dieses Buches ist Jan Thorsten Eßwein. Der Physiotherapeut, Yogalehrer und Achtsamkeitstrainer mit eigener Praxis absolvierte bei Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn ein Professional Training in MBSR, ließ sich dann bei Dr. Linda Lehrhaupt zum MBST-Lehrer ausbilden und ist seit 1999 Dozent im Gesundheitstraining für die Volkshochschule München. Dass er im ersten Kapitel die Studien des amerikanischen Hirnforschers Richard Davidson erwähnt, liegt wohl auch daran, dass sich Jan Eßwein ebenfalls in buddhistischen Meditationszentren aufhielt. Denn Davidson untersuchte buddhistische Mönche während der Meditation. Allerdings werden seine Ergebnisse von Eßwein ziemlich fahrig wiedergegeben, was der Klarheit wenig dient, für die Übungen des Buches jedoch irrelevant ist. Trotzdem hätte ich es begrüßt, wenn der Autor stärker betont hätte, dass diese Mönche jahrelange Erfahrung im Meditieren haben und tagtäglich stundenlang üben.
Unsere Achtsamkeit so steigern zu können, wie es bei buddhistischen Mönchen der Fall ist, kann bestimmt ein großer Gewinn sein. Ein achtwöchiger Intensivkurs, wie er in diesem Buch beschrieben wird, wäre zumindest ein Anfang. Dass ich nicht durchhielt, hat verschiedene Gründe. Der unbedeutendste ist wahrscheinlich die falsche Erwartung, die Cover und Titel bei mir weckten.
Mein Fazit: Für Leser, die dazu bereit sind, sich auf einen achtwöchigen Intensivkurs einzulassen, den ein amerikanischer Verhaltensmediziner entwickelte. Ob die gewünschten Resultate eintreffen, kann ich leider nicht beurteilen, da ich vorzeitig aufgab. Ob dem auch so gewesen wäre, wenn der Autor mehr auf Widerstände und Schwierigkeiten eingegangen wäre, weiß ich nicht. Aber ich wünschte mir Bücher zu diesem Thema, die dem Umstand mehr Rechnung tragen, dass die meisten Leser keine Mönche sind und daher andere Zeitbudgets haben.