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Acht, Neun, Zehn
 
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Acht, Neun, Zehn [Taschenbuch]

Arne Bellstorf
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Reprodukt; Auflage: 2 (1. Juni 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3931377989
  • ISBN-13: 978-3931377984
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 16,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 206.716 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Arne Bellstorf
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Nichts ist beunruhigender als eine ruhige Jugend.

Warum will immer gerade dann nichts passieren, wenn man sich am meisten danach sehnt? Wenn man das Gefühl hat, an der einzigen Haltestelle am Ort auf den Bus zu warten, von dem man gar nicht genau weiß, ob er überhaupt noch kommt. Man kann es kaum erwarten, dass das Leben endlich anfängt, einen so ernst zu nehmen, wie man sich selbst. Und trotzdem versucht man, dabei so gleichgültig wie möglich zu wirken. Das ist die größte Herausforderung.

Christoph Bachmann muss die zehnte Klasse wiederholen. Der Sommer ist bald vorbei, und der erste Tag des nächsten Schuljahrs rückt näher. Ereignislos verstreichen die letzten Ferienwochen, die Christoph mit seiner Mutter allein zuhause verbringt. Aber dann weckt ein Mädchen, das in einer Gärtnerei arbeitet, sein Interesse – die erste Begegnung zwischen den beiden verläuft vielversprechend. Plötzlich kommt Farbe in sein Leben...

Über den Autor

Der 1979 geborene Arne Bellstorf stellt die schwierige Beziehung zwischen einer alleinerziehenden Mutter und ihrem Sohn in den Mittelpunkt seiner Geschichte, die auch die Geschichte eines Aufbruchs und seines jähen Scheiterns ist.

Bislang aufgefallen durch seine gelungenen Beiträge in "Moga Mobo", "Strapazin" oder "Panik Elektro" veröffentlicht Bellstorf im kommenden Jahr mit "Acht, neun, zehn" sein erstes Comic-Album bei Reprodukt, mit dem er zugleich sein Diplom am Fachbereich Gestaltung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg macht.


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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Himmel, Hölle, Alltag 14. September 2005
Format:Taschenbuch
„Du bist ja schon da" ist an sich ein harmloser Satz. „Du bist ja schon da" kann aber auch ein ziemlich abgründiger Satz sein. Z.B. wenn man 16 ist, die 10. Klasse wiederholen muss, die Sommerferien lang und ereignislos ist, die Hecken in dem Viertel, in dem man wohnt, akkurat geschnitten, die Gartenzäune frisch gestrichen und die Straßen leer sind, und man nach Hause kommt, obwohl es da doch fast noch langweiliger ist als draußen. Und dann begrüßt einen die Mutter mit genau diesem Satz. „Du bist ja schon da".

„Du bist ja schon da" ist der erste Satz in Arne Bellstorfs Comic-Debüt „Acht, neun, zehn", ein Buch, in denen hinter den kleinen, unscheinbaren Sätzen und Gesten des Alltags manchmal ein Abgrund lauert - aber hier und da auch ein stilles Glück. Die Geschichte, die dabei Christoph, der Hauptfigur dieser Welt zustößt, erscheint auf den ersten Blick wie eine klassische Coming-of-Age-Geschichte. Seine Mutter ist geschieden und hat keinen rechten Draht zu ihrem Sohn. Christoph weiß nichts mit sich anzufangen, bis er ein Mädchen kennen lernt, vielleicht ist er in sie verliebt, vielleicht sie in ihn, jedenfalls versuchen die beiden dann die Sachen zu tun, die man eben tut, wenn man glaubt, verliebt zu sein. Am Ende sind sowohl die Mutter als auch der Sohn um eine schmerzliche Erfahrung reicher, und sie findet -vielleicht zum ersten Mal - ihm gegenüber die richtigen Worte.

Sowohl hinsichtlich der Lakonie der Darstellung, der Lethargie der Figuren, wie auch der klaren Linie der schwarzweißen Zeichnungen steht Arne Bellstorf, Jahrgang 1979, seinen US-Kollegen Adrian Tomine, Chris Ware und Daniel Clowes nahe, dessen David Boring Christoph Bachmanns großer Bruder sein könnte. Auch wenn Bellstorfs zweifellos genauer Blick manchmal ein bisschen zu oft auf den alltäglichen Details verharrt - hinsichtlich der sterilen wie poetischen Panels, dem Gespür für knappe Dialoge der Nicht-Kommunikation und der unaufdringlich eingesetzten Symbolen braucht „Acht, neun, zehn" den Vergleich mit diesen großen Namen tatsächlich nicht zu scheuen. Gleichzeitig ist das Buch aber mehr als die bloße Fortschreibung eines mittlerweile bewährten, wenn auch inflationär gewordenen Erfolgsrezeptes: Einerseits verzichtet Bellstorf im Unterschied zu Tomine und Clowes darauf, seine Handlung mit Versatzstücken aus Krimis oder der Science Fiction anzureichern; andererseits kommt es im Buch aber auch nie zu radikalen Experimenten mit dem Medium à la Wares „Jimmy Corrigan". In „acht, neun, zehn" ist die stringent erzählte Boy meets Girl- und Mutter-Sohn-Geschichte stattdessen von scheinbaren Banalitäten geprägt: Ähnlich wie die Klasse, die Christoph wiederholen muss, geht auch hier nichts wirklich voran und ist schon wieder vorbei, bevor es angefangen hat - wenn Christoph auf dem Gehsteig über das Himmel und Hölle-Spiel eines kleines Mädchen tritt, dann befindet er sich selbst mit seinem Leben dazwischen: im Fegefeuer des Alltags. Der Bus, der am Ende von Clowes „Ghost World" die Hauptfigur abholt - hier fährt er nie.
Dass aber Bellstorf eben diese buchstäblich graue Welt, die wir alle kennen und deshalb häufig übersehen, ohne jeden Knalleffekt sichtbar macht, das macht „Acht, neun, zehn" zu einem kleinen, großen Comic-Buch.

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Typische Teenagerstory 24. September 2010
Von Jameson
Format:Taschenbuch
Christoph Bachmann ist ein typischer Teenager. Die Sommerferien mag er nicht genießen, weil er weiß, dass er die 10. Klasse wiederholen muss. Seine Eltern sind geschieden, und er lebt bei seiner Mutter. Doch beide leben mehr nebeneinander her als zusammen. Seine Mutter fragt zwar immer wieder, was er getan hat und wie sein Tag war, aber ihr Interesse ist oberflächlich. Sie erwartet weder eine Antwort noch fragt sie nach, wenn ihr Christoph nicht oder nur halbherzig antwortet.
Eher zufällig bei einem Botengang für seine Mutter lernt Christoph Miriam kennen. Er interessiert sich für das Mädchen und zum ersten Mal hellt sich seine Miene etwas auf.
Im Kontrast hierzu steht die Unterhaltung, die seine Mutter in der Reinigung führt und die schüchternen Avancen der dortigen Bedienung barsch zurück.
Im Laufe der Ferien lernt Christoph Miriam besser kennen und lieben. Dies erreicht seinen Höhepunkt, als seine Mutter über das Wochenende wegfährt und Christoph eine Nacht mit Miriam verbringen kann. Doch dann reißt der Kontakt zu Miriam, die Verwandte in Detmold besucht, ab. Immer wieder hört sich Christoph das Album Rumours von Fleetwood Mac an, das übrigens in keiner ernst zu nehmenden Sammlung fehlen darf. Diese Schallplatte hatte Miriam aufgelegt.
Der erste Schultag nach den Sommerferien verläuft katastrophal. Doch nach der Schule unterhalten sich Christoph und seine Mutter erneut.

Erst als seine Mutter etwas von ihren eigenen negativen Erfahrungen zu Beginn eines Schuljahres preisgibt, lächelt Christoph in Anwesenheit seiner Mutter erstmals. Er erkennt, dass sie bei allen Differenzen auch Gemeinsamkeiten haben. Natürlich will man sich als Kind gerade während der Pubertät von seinen Eltern abgrenzen. Dies lebt und durchlebt Christoph intensiv. Treffend erzählt und schildert Arne Bellstorf auch die typische Verschlossenheit eines Jungen in Christophs Alter. Da seine Mutter noch die Scheidung von ihrem Mann und damit auch Christophs Vater verarbeiten muss, ist auch sie verschlossen. Mit einer Freundin kann sie zumindest am Telefon offener kommunizieren als mit ihrem eigenen Sohn, was Christoph durchaus nicht entgeht. So steckt die vorliegende Handlung voller alltäglichere Absurditäten, von denen die Handlung auch vorwiegend lebt. Genau dies spiegelt das wahre Leben so zutreffend wider, dass Bellstorf seine Leser nicht nur mitnimmt, sondern ihnen auch schon mal den Atem raubt.
Bellstorf erzählt meist aus Christophs Sicht, ohne aber für ihn Partei zu ergreifen. Dabei schafft er durch den Kontrast, den er immer wieder zwischen den Handlungen Christophs und seiner Mutter setzt, eine hohe atmosphärische und erzählerische Dichte und zwar in jedem Panel.
Mich hat Christoph doch sehr an meine eigene Jugend erinnert und in mir noch einmal großen Respekt vor den eigenen Eltern erweckt, die mich in der Pubertät auch ertragen mussten.
Nicht umsonst hat Bellstorf mit dem vorliegenden Band, der als Erstlingswerk eine erstaunliche Reife aufweist und der als Abschlussarbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg entstand, 2005 auf der Frankfurter Buchmesse einen Sondermann für den besten Newcomer gewonnen und in 2006 den ICOM.
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